Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER SelbGerch

Wirtschaft

Commerzbank baut radikal um - Kunden drohen höhere Gebühren

Die Commerzbank rüstet sich mit tiefen Einschnitten und Investitionen in die Digitalisierung für die Zukunft. Tabus gibt es keine - weder bei Jobs, noch bei Filialen. Kunden stellt das Geldhaus auf höhere Gebühren ein.



Commerzbank-Turm in Frankfurt-Skyline
Die Commerzbank will mit einem radikalen Umbau in die Erfolgsspur zurückkehren.   Foto: Boris Roessler

Nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank stemmt sich die Commerzbank mit einem radikalen Konzernumbau gegen die Niedrigzinsen und den scharfen Wettbewerb.

Zugleich stimmt das Geldhaus Millionen Kunden auf Gebührenerhöhungen ein. Die Bank werde «Preisänderungen vornehmen», sagte Chef Martin Zielke in Frankfurt. Dies sei nötig im andauernden Zinstief. Am kostenlosen Girokonto für Privatkunden halte man aber fest: «Das ist nicht der Einstieg in den Abschied vom kostenlosen Girokonto.»

Der Aufsichtsrat des zweitgrößten deutschen Geldhauses hatte am Donnerstag der neuen Strategie des Vorstands zugestimmt, mit der die Commerzbank unterm Strich 2300 weitere Stellen streichen, die Kosten kräftig drücken und ein Fünftel ihrer rund 1000 Filialen schließen will. Wo genau die Zweigstellen gestrichen werden sollen, steht noch nicht fest. Die Gewerkschaft Verdi hat Widerstand angekündigt.

Die Commerzbank investiert aber auch 750 Millionen Euro in eine stärkere Digitalisierung ihres Geschäfts, etwa den Ausbau des mobilen Bankings. Mit der Strategie werde die Bank «wetterfest», so Zielke.

Das Institut mit zuletzt 40.700 Vollzeitkräften verabschiedete sich vom Ziel, die bereinigten Erträge in diesem Jahr zu steigern. Erst bis 2023 sollen die gesamten Einnahmen wieder zulegen und die Rendite auf das Eigenkapital schrittweise steigen - auf dann über 4 Prozent.

Dabei soll auch das Anwerben von einer Million neuer Privatkunden bis Ende 2023 helfen - womit das bisherige Tempo gedrosselt werde. Einer Million inaktiven Kunden soll gekündigt werden. Die Klienten, die das Institut 2009 von der Dresdner Bank übernommen hatte, kosteten Geld.

Welche Gebühren genau steigen sollten, ließ Zielke offen - etwa, ob künftig ein regelmäßiger Geldeingang oder Zahlungsverkehr Voraussetzung für ein kostenloses Konto sein werden. Die Bank hat bereits Gebühren etwa für Papier-Überweisungen eingeführt. Negativzinsen für vermögende Privatkunden erteilte Zielke eine Absage: «Das kann ich mir nicht vorstellen.»

Die Kosten für Stellenabbau und Filialschließungen beziffert die Commerzbank auf 850 Millionen Euro. Um diese zu stemmen, will das Geldhaus die Mehrheitsbeteiligung an ihrer polnischen Tochter mBank verkaufen. Ihre Online-Tochter Comdirect will die Commerzbank dagegen ganz übernehmen und mit dem Mutterkonzern verschmelzen. Für Comdirect-Kunden soll sich vorerst nichts an den Konditionen ändern.

Die Bankenbranche steht unter Druck. Die herbeigesehnte Wende zu höheren Zinsen hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf unbestimmte Zeit verschoben, der Strafzins für geparkte Gelder kostet die Branche Milliarden. Der scheidende Commerzbank-Finanzchef Stephan Engels sagte: «Es gibt null Unterstützung vom Umfeld.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
14:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Banken Comdirect Bank Commerzbank Deutsche Bank Dresdner Bank Europäische Zentralbank Filialen Filialschließung Gewerkschaften Kunden Mutterkonzerne Personalabbau Rendite Stephan Engels Zentralbanken
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

07.08.2019

Commerzbank plant vorerst keine Strafzinsen für Privatkunden

Der Wettbewerb auf dem deutschen Markt ist hart. Die Commerzbank muss sich nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank aus eigener Kraft behaupten. » mehr

Commerzbank

25.09.2019

Commerzbank feilt am Kurs für die nächsten Jahre

Der Commerzbank-Vorstand plant harte Einschnitte: Unter dem Strich sollen rund 2300 weitere Vollzeitstellen gestrichen werden, außerdem könnte jede fünfte der derzeit etwa 1000 Filialen geschlossen werden. Nun wird die Z... » mehr

Commerzbank

20.09.2019

Commerzbank plant massiven Jobabbau und Filialschließungen

Der Schrumpfkurs bei der Commerzbank geht weiter. Aber wie will die Bank in der Zinsflaute auf Dauer Geld verdienen? Genaue Gewinnziele nennt der Vorstand vorerst nicht. » mehr

Dax

04.10.2019

Dax zum Wochenschluss über 12.000 Punkten

Der unverändert robuste Arbeitsmarkt in den USA hat den deutschen Aktien am Freitag etwas Rückenwind verliehen. » mehr

Commerzbank

21.08.2019

Commerzbank rechnet Schließung vieler Filialen durch

Die Commerzbank wird ihr vergleichsweise dichtes Filialnetz möglicherweise ausdünnen. In der Debatte über die künftige Ausrichtung des Instituts sind dem Vernehmen nach auch Filialschließungen kein Tabu. » mehr

Die Börse in Frankfurt

21.10.2019

Hoffnung auf Brexit-Deal und Handelsstreit beflügeln den Dax

Anleger greifen in der Hoffnung auf ein Happy End für Brexit und Handelsstreit bei deutschen Aktien wieder zu. Der Dax schloss am Montag mit einem Plus von 0,91 Prozent bei 12.747,96 Punkten. Damit schüttelte der deutsch... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Mario Barth in Hof Hof

Mario Barth in Hof | 15.11.2019 Hof
» 57 Bilder ansehen

Susi loves Black! Weißenstadt

Susi loves Black! | 15.11.2019 Weißenstadt
» 33 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim | 15.11.2019 Selb
» 34 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
14:22 Uhr



^