Topthemen: Hof-GalerieWaldschratDie Bilder vom WochenendeFall Peggy KnoblochSelber Wölfe

Wirtschaft

Commerzbank will Reform neuer Regeln für Wertpapiergeschäfte

Die Regeln mit dem sperrigen Namen «Mifid II» sollen Anleger bei Wertpapiergeschäften besser schützen. Doch die Commerzbank zieht nach einem Jahr eine verheerende Bilanz.



Commerzbank
Die Commerzbank hadert mit den neuen Regeln für Wertpapiergeschäfte.   Foto: Frank Rumpenhorst

Commerzbank-Privatkundenchef Michael Mandel fordert eine Überarbeitung der seit einem Jahr geltenden Regeln für Wertpapiergeschäfte («Mifid II»).

«Die Kunden lehnen die Mifid ab - und die Beratung ist durch das Regelwerk nicht besser geworden», stellte Mandel im Gespräch mit den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX in Frankfurt fest. «Wir müssen zusehen, dass wir die Prozesse deutlich verbraucher- und kundenfreundlicher machen. Da besteht dringender Handlungsbedarf. Wir als Banken müssen dazu eine Diskussion mit den Regulatoren und Aufsehern führen.»

Die Regeln gelten in Deutschland seit dem 3. Januar 2018. «Mifid II» ist die Kurzbezeichnung für eine EU-Richtlinie («Markets in Financial Instruments Directive»). Hauptziele sind Anlegerschutz und mehr Transparenz in den Märkten. Als Lehre aus der Finanzkrise 2007/2008 soll etwa der Turbohandel an der Börse stärker überwacht werden. Auch soll verhindert werden, dass Anlegern riskante Produkte verkauft werden, ohne sie ausreichend über mögliche Risiken aufzuklären.

Die neuen Vorgaben regeln unter anderem, dass jedes Telefonat eines Kunden mit einem Wertpapierberater einer Bank aufgezeichnet und für mindestens fünf Jahre archiviert wird. Im Falle möglicher Rechtsstreitigkeiten soll sich so leichter nachvollziehen lassen, ob der Berater ausreichend über Risiken aufgeklärt hat. Zudem erhalten Kunden seither vor der Entscheidung für ein Finanzprodukt eine genaue Aufstellung, wie viel sie das Produkt kostet.

«Die Menschen in Deutschland haben Mifid abgewählt. Die Kunden verstehen nicht, was wir da beim Thema Anlageberatung regulatorisch machen müssen», sagte Mandel. «Kunden versuchen alles, um die Mifid-Regulatorik zu umgehen.» Die Commerzbank verzeichne fast 40 Prozent weniger Beratungsorders und etwa 60 Prozent weniger Telefonorders - bei insgesamt gleichbleibender Anzahl von Wertpapieraufträgen. «Viele Kunden suchen sich andere Wege, um Aufträge aufzugeben - zum Beispiel online. Oder sie gehen in die Vermögensverwaltung», schilderte Mandel.

«Es braucht Regulatorik, es braucht Verbraucherschutz. Aber auch Verbraucherschutz muss differenzieren», betonte Mandel. «Es ist falsch, per se von Kunden auszugehen, die sich noch nie mit Wertpapieren beschäftigt haben.»

Viele Anleger schreckten die neuen Regeln eher ab - und das in einer Zeit, in der es auf dem Sparbuch keine Zinsen mehr gibt und die Wertpapierkultur gefördert werden müsste. Ziel müsse sein, Kunden besser über das Thema Wertpapiere aufzuklären, mahnte Mandel. «Angenommen, die Niedrigzinsphase würde noch Jahre anhalten, dann würden Kunden ansonsten durch ihr heutiges Anlageverhalten Milliarden an Kaufkraft verlieren.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 12. 2018
10:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Anlegerschutz Commerzbank Deutsche Börse AG Deutsche Presseagentur EU-Richtlinie Finanzinstrumente Gesetzentwürfe Reformen Verbraucherschutz Wertpapiergeschäfte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Commerzbank-Logo

06.09.2018

Dax-Umbau: Wirecard-Aktien steigen, Commerzbank gibt nach

Der Aufstieg des Münchner Zahlungsabwicklers Wirecard in den Dax ist perfekt, die Commerzbank muss weichen. Für das Gründungsmitglied im Leitindex ging es an der Börse erneut bergab. » mehr

Dax

20.12.2018

US-Geldpolitik drückt Dax tief ins Minus

Die geldpolitischen Aussagen der US-Notenbank Fed haben den nächsten Kursrutsch im Dax gebracht. » mehr

Dax

05.11.2018

Dax nach starker Vorwoche leicht im Minus

Angesichts der Hängepartie im internationalen Handelsstreit haben sich die Dax-Anleger zu Wochenbeginn zurückgehalten. » mehr

Börse Frankfurt

10.09.2018

Dax kämpft mit Marke von 12.000 Punkten

Der Dax hat am Montag einen Erholungsversuch gestartet. Der Leitindex pendelte zum Wochenstart um die viel beachtete Marke von 12.000 Punkten, unter die er in der Vorwoche erstmals seit April gefallen war. » mehr

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am Main

04.09.2018

Dax-Dino Commerzbank vor Abstieg

Fintechs mischen die Finanzbranche auf. Nun verliert die Commerzbank ihren Platz im Dax aller Voraussicht nach an ein junges Unternehmen. Ein Weckruf für die etablierten Banken. » mehr

Geldscheine

31.12.2018

Börsenflaute bremst Anstieg des privaten Geldvermögens

Die Bundesbürger legen mehr Geld auf die Seite. Kursverluste an den Börsen und die Zinsflaute hinterlassen allerdings Spuren. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Vivi Vassilevas Universe of Percussion

Vivi Vassilevas Universe of Percussion | 20.03.2019 Hof
» 66 Bilder ansehen

Black Base mit DJ Kurbi

Black Base mit DJ Kurbi | 17.03.2019 Hof
» 54 Bilder ansehen

Playoff 3: Hannover Indians - Selber Wölfe 4:1 Hannover

Playoff 3: Hannover Indians - Selber Wölfe 4:1 | 19.03.2019 Hannover
» 50 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 12. 2018
10:33 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".