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Wirtschaft

Corona trifft Arbeitsmarkt im Süden am härtesten

Kurzarbeit reicht offenbar nicht: Viele Betriebe reagieren inzwischen mit dem Abbau von Jobs auf die Corona-Krise. Besonders hart trifft es dabei die sonst vom Arbeitsmarkt verwöhnten Länder im Süden Deutschlands.



"Geschlossen"
In Sachen Arbeitslosigkeit könnten Baden-Württemberg und Bayern von der Corona-Krise am härtesten getroffen werden.   Foto: Carsten Rehder/Illustration/dpa

Ausgerechnet die beiden Musterschüler in Sachen Arbeitslosigkeit könnten von der Corona-Krise am härtesten getroffen werden. In Baden-Württemberg und Bayern hat laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Ifo-Instituts rund ein Fünftel der Unternehmen beschlossen, Jobs abzubauen.

«Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch», sagt Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut. Zwischen den Branchen gibt es dabei riesige Unterschiede beim Jobabbau: von gar nicht bis großflächig.

Konkret gaben 22 Prozent der befragten Betriebe in Baden-Württemberg und 20 Prozent in Bayern an, einen Beschäftigungsabbau bereits beschlossen zu haben. Dahinter folgten die Region «Nordwest-Deutschland» aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen mit jeweils 18 Prozent. Hessen kommt auf 16 Prozent.

In den in der Umfrage zu «Nordost-Deutschland» zusammengefassten Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sprachen 14 Prozent von einem beschlossenen Beschäftigungsabbau. Ebenso in den als «Mitteldeutschland» zusammengefassten Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am glimpflichsten könnten Rheinland-Pfalz und Saarland davonkommen: In den zusammengefassten Antworten nannten 11 Prozent der Befragten einen Beschäftigungsabbau als Reaktion auf die Krise.

Nach Branchen betrachtet unterscheiden sich die Antworten sogar noch stärker. So gibt es viele Bereiche, in denen nur ein kleiner Teil der Betriebe mit dem Abbau von Jobs reagiert. Bei den Herstellern pharmazeutischer Erzeugnisse ist Beschäftigungsabbau kein Thema, ebenso bei Spielhallen, Wettbüros und in der Lotterie.

Auch die Immobilienbranche mit zwei Prozent der Betriebe und das Baugewerbe mit drei Prozent sind kaum betroffen, ebenso die chemische Industrie sowie Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit je fünf Prozent der Befragten. Ebenfalls eher glimpflich kommen die Finanz- und die IT-Branche davon.

In der Gastronomie dagegen steht bei 58 Prozent der befragten Betriebe Beschäftigungsabbau auf der Tagesordnung. Auch bei Leiharbeitsfirmen sind es mit 57 Prozent mehr als die Hälfte, im Bereich Beherbergung 50 und in der Herstellung von Lederwaren und Schuhen 48 Prozent. Ebenfalls hart getroffen ist die Reisebranche mit 43 Prozent sowie die Autoindustrie mit 39 Prozent.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
11. 05. 2020
11:31 Uhr

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11. 05. 2020
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