Topthemen: Hof-GalerieWaldschratDie Bilder vom WochenendeFall Peggy KnoblochSelber Wölfe

Wirtschaft

«Cum-Ex»-Betrug: Dänemark verlangt Aufklärung von Berlin

Dänemarks Steuerminister Karsten Lauritzen fordert in der Cum-Ex-Affäre Antworten von der Bundesregierung: «Die dänische Bevölkerung braucht und verdient Klarheit, ob wir bei rechtzeitiger Warnung aus Deutschland den Betrug hätten stoppen können», sagte Lauritzen der dpa.



Finanzministerium
Der Schriftzug "Finanzen" am Bundesministerium für Finanzen in Berlin.   Foto: Ole Spata

Hintergrund sind Medienberichte, nachdem die Behörden in Deutschland seit 2012 gewusst haben sollen, dass auch Dänemark im Visier der Steuerbetrüger war. Eine Warnung erhielten die Dänen allerdings nicht. Bis 2015 soll so ein Schaden von rund 12,7 Milliarden Kronen (derzeit 1,7 Milliarden Euro) entstanden sein. Erst ein Hinweis der Bank of England führte 2015 zur Aufdeckung des Betrugs.

Dem Bundesfinanzministerium und dem Bundeszentralamt für Steuern sind in der Cum-Ex-Affäre bisher für Deutschland 418 Fallkomplexe mit einem Volumen von 5,7 Milliarden Euro bekannt. Auf Nachfrage will das Haus von Vizekanzler Olaf Scholz aber nicht sagen, wann genau welche Länder über das Schlupfloch informiert worden. Nach jüngsten Medieninformationen soll der Fiskus in verschiedenen Ländern insgesamt um bis zu 55 Milliarden Euro geprellt worden sein. 2012 wurde das Steuerschlupfloch in Deutschland geschlossen.

Das Ministerium betont weiterhin lediglich, man habe diverse Staaten, «auch auf deren Nachfrage hin, über die Verfahrensweise bei «Cum-Ex»-Geschäften informiert». Die Frage nach dem Zeitpunkt der Informationen, auch im Falle Dänemarks, wird mit Verweis auf die Vertraulichkeit gegenüber EU-Partnern abgeblockt.

Bei den umstrittenen Geschäften schoben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit («cum») und ohne («ex») Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin und her. Diese ließen die Papiere untereinander zirkulieren, bis dem Fiskus nicht mehr klar war, wem sie überhaupt gehörten. Die Folge der Karussellgeschäfte: Bescheinigungen über Kapitalertragsteuern und den darauf entfallenden Solidaritätszuschlag wurden mehrfach ausgestellt, obwohl sie nur einmal gezahlt wurden. Die Folge: Finanzämter erstatteten dadurch mehr Steuern, als sie zuvor eingenommen hatten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 10. 2018
07:03 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aufklärung Bank of England Behörden in Deutschland Bundesministerium der Finanzen Deutsche Presseagentur Dänische Sprache Gefahren Milliarden Euro Olaf Scholz Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Schäden und Verluste Steuerbehörden Steuerbetrüger Steuern und staatliche Abgaben
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Finanzamt

18.10.2018

Medien: Schaden durch «Cum-Ex» bei 55 Milliarden Euro

Durch das Hin- und Herschieben von Aktien wurden EU-weit Finanzämter getäuscht. Sie erstatteten Milliardensummen an Steuern zurück, die nie gezahlt wurden. Der Schaden könnte bei über 50 Milliarden liegen - durch neue Er... » mehr

Regierungsterminal in Schönefeld

17.03.2019

Bund beharrt auf Neubau eines Regierungsterminals am BER

Ein 70-Millionen-Euro Bauwerk steht am BER schon für Staatsgäste bereit. Doch eine Dauerlösung soll es nicht sein: Der Bund will eine repräsentative Visitenkarte für Deutschland. Die aber wird nicht ganz billig. » mehr

Bilanz-Pk Deutsche Bundesbank

27.02.2019

Bundesbank überweist dem Bund 2,4 Milliarden Euro

Gute Nachrichten für das Finanzministerium: Die Bundesbank überweist mehr Geld als 2018 nach Berlin. Ein baldiges Ende des Zinsflaute im Euroraum scheint hingegen nicht in Sicht. » mehr

Commerzbank und Deutsche Bank

18.03.2019

Aussicht auf Großbanken-Fusion beflügelt Aktionärs-Fantasien

Gespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank beflügeln die Fantasie der Börsianer. Kritiker weisen dagegen auf die Schattenseiten eines möglichen Zusammengehens hin. » mehr

Deutsche Bank und Commerzbank in Frankfurt

16.03.2019

Verdi fürchtet bei Großbankenfusion um Zehntausende Jobs

Wie sinnvoll wäre eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank? Kritiker sehen vor allem die Gefahr, dass das Personal kräftig zusammengestrichen wird. » mehr

Geldkoffer

22.11.2018

Phantomaktien-Betrug: «Fahren mit Fahrrad Ferrari hinterher»

Investmentbanker denken sich immer wieder neue Tricks aus, mit denen Steuergelder ergaunert werden können. Nach Cum-Ex geht es nun um eine Cum-Fake-Affäre. Die Steuergewerkschaft vergleicht die «Weiße-Kragen-Kriminalität... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Vivi Vassilevas Universe of Percussion

Vivi Vassilevas Universe of Percussion | 20.03.2019 Hof
» 66 Bilder ansehen

Black Base mit DJ Kurbi

Black Base mit DJ Kurbi | 17.03.2019 Hof
» 54 Bilder ansehen

Playoff 3: Hannover Indians - Selber Wölfe 4:1 Hannover

Playoff 3: Hannover Indians - Selber Wölfe 4:1 | 19.03.2019 Hannover
» 50 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 10. 2018
07:03 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".