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Wirtschaft

Dax beschleunigt Talfahrt

Zunehmende Sorgen um die Konjunkturentwicklung und den US-chinesischen Handelsstreit haben den Dax weiter auf Talfahrt geschickt.



Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.   Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Mit 10.160 Punkten näherte sich der deutsche Leitindex am Nachmittag erstmals seit Anfang April wieder den 10.000 Punkten, schüttelte dann aber einen kleineren Teil seiner Verluste wieder ab. Letztlich blieb ein Kursrutsch um 1,95 Prozent auf 10.337,02 Punkte auf der Kurstafel stehen.

Für die Mollstimmung verantwortlich gemacht wurde zunächst US-Notenbankchef Jerome Powell mit Aussagen, wonach in der Corona-Krise weitere Konjunkturhilfen nötig sein würden. Hinzu kamen dann neue Sticheleien von Donald Trump in Richtung China. Der US-Präsident sagte in einem TV-Interview, im Moment nicht mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sprechen zu wollen.

«Die Anleger verlieren so langsam den Mut, womit auch das Risiko einer erneut stärkeren Korrektur an den Börsen steigt», urteilte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Entsprechend ging es am Donnerstag auch für den MDax deutlich bergab. Der Index mittelgroßer Werte fiel um 2,34 Prozent auf 22 994,51 Punkte.

Die Konjunktursorgen hinterließen unter anderem im Autosektor ihre Spuren. Im Dax versammelten sich die Papiere von BMW, Volkswagen und Daimler mit Abschlägen zwischen 2,8 und 3,5 Prozent unter den größten Verlierern. Sie gelten bei Anlegern in unruhigen Börsenzeiten als besonders konjunkturanfällig.

Ansonsten lief die Berichtssaison nochmals auf Hochtouren. Dabei erwiesen sich die Aktien von Wirecard einmal mehr als schwankungsanfällig. Am Ende mussten die Aktionäre ein Minus von 2,7 Prozent einstecken, obwohl es Stimmen gab, dass das erste Quartal solide gewesen sei. Nach Ansicht des JPMorgan-Experten Sandeep Deshpande brauchen Investoren eine Lösung der anhaltenden Probleme, bevor sie sich wieder mit laufenden Ergebnissen beschäftigen können.

Von einem als gut beurteilten Jahresstart konnten auch die Aktien von RWE nicht profitieren, sie fielen um 1,1 Prozent, was immerhin weniger war als beim Dax. Die Papiere der Deutschen Telekom dagegen waren mit einem Anstieg um 1,3 Prozent eine klar positive Ausnahme im deutschen Leitindex, verdiente der Telekomkonzern doch zum Jahresauftakt trotz der Viruskrise wieder mehr Geld.

Im Nebenwertebereich waren einige prozentual zweistellige Kursrutsche auffällig. Der Elektronikhändler Ceconomy etwa vergraulte seine Anleger mit einem pandemiebedingten Verlust im zweiten Geschäftsquartal, während Bilfinger einen Gewinneinbruch in Aussicht stellte und die Dividende kappte. Beide Aktien brachen im Kleinwerte-Index SDax um mehr als zehn Prozent ein.

Auch im MDax sackte mit der Deutschen Pfandbriefbank ein Papier um mehr als zehn Prozent ab. Nahe fünf Euro erreichten sie ein Rekordtief, nachdem Analyst Jochen Schmitt vom Bankhaus Metzler sein Kursziel auf dieses Niveau gesenkt hatte. Erst im Februar hatten die Papiere des Immobilienfinanzierers mit über 15 Euro ihre Bestmarke erreicht.

Positive Ausnahmen im MDax und SDax waren die Aktien zweier Online-Unternehmen. Papiere des Portalbetreibers Scout24 rückten infolge eines guten operativen Quartalsergebnisses um 2,7 Prozent vor und jene der Shop Apotheke zogen um 6,4 Prozent an. Durch die Corona-Krise begünstigt legte die Internet-Apotheke einen starken Jahresauftakt hin.

Auf internationaler Bühne ging es für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 1,8 Prozent auf 2760,23 Punkte bergab. Der Pariser Cac 40 schlug sich mit Einbußen von 1,7 Prozent kaum besser, während der Londoner FTSE 100 besonders stark um 2,8 Prozent abrutschte. In New York geriet der Dow Jones Industrial am Donnerstag zeitweise auch mit zwei Prozent unter Druck, er schaffte es aber zum hiesigen Handelsschluss, seine Verluste auf 0,3 Prozent zu reduzieren.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,52 Prozent am Vortag auf minus 0,53 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 145,43 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,20 Prozent auf 173,88 Punkte zu.

Der Euro wurde zuletzt zu 1,0797 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatten den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,0792 (Mittwoch: 1,0875) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9266 (0,9195) Euro.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 05. 2020
18:28 Uhr

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