Lade Login-Box.
Topthemen: Live-Ticker "Rock im Park"Mit Video: HöllentalbrückenSchlappentag

Wirtschaft

Die ganze Reise zählt - Bahn ergänzt Verspätungsstatistik

Die Laune vieler Bahnreisenden hängt vor allem davon ab, ob ihr Zug pünktlich ist. Im Februar sind die Zahlen so gut wie lange nicht. Nun soll die Statistik erweitert werden.



Ausfälle in Köln
Nach Sturmtief «Eberhard» mussten Bahnreisende in Nordrhein-Westfalen am Montag weiter mit Einschränkungen, Ausfällen und verspäteten Zügen rechnen.   Foto: Oliver Berg » zu den Bildern

Wie häufig endet die Bahnreise mit Verspätung? Das will der bundeseigene Konzern deutlicher machen und seine bisherige Pünktlichkeitsstatistik erweitern, wie das Unternehmen am Montag in Berlin mitteilte.

Einen Starttermin für die zusätzlichen Berechnungen gebe es aber noch nicht, sagte ein Sprecher. Die Pläne sollen zunächst mit Verbänden, Politikern und Kunden besprochen werden.

Bisher wird die Pünktlichkeit der Bahn anhand des einzelnen Zuges erfasst - also ob dieser auf der Fahrt von A nach B wie geplant ankam. Künftig soll außerdem klar werden, wie oft die gesamte Reise - in mitunter mehreren Zügen mit Umsteigen - nach Fahrplan lief.

Schon jetzt veröffentlicht die Bahn jeden Monat ihre Pünktlichkeitsstatistik. Ein Zug gilt als pünktlich, wenn er unter sechs Minuten verspätet eintrifft. Angegeben wird außerdem, wie viele Züge mit unter 16 Minuten Verspätung ankommen. Im Fokus steht aber die Sechs-Minuten-Pünktlichkeit.

Im Februar hat die Bahn demnach Reisende seltener warten lassen. Zwar kam noch jeder fünfte Fernzug zu spät, das war aber der beste Monatswert seit Februar 2018. «Im Februar waren wir im Fernverkehr mit 80 Prozent Pünktlichkeit schon deutlich besser unterwegs», sagte Vorstandschef Richard Lutz der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag). «Im Januar waren es nur 76,3 Prozent, da haben wir noch mit Fahrzeugproblemen gekämpft.»

Lutz betonte zugleich: «Wir müssen besser werden.» Sein Ziel sei, dass 2019 im Jahresdurchschnitt in diesem Jahr 76,5 Prozent der Fernzüge weniger als sechs Minuten zu spät fahren - nach 74,9 Prozent im Vorjahr.

Die Pläne für die ergänzenden Berechnungen sehen nach Bahnangaben so aus: Es soll nachvollziehbar sein, ob Reisende im Fernverkehr am Ende ihrer gesamten Reise pünktlich angekommen sind, ein mögliches Umsteigen berücksichtigt. Ein Beispiel: Ein Reisender fährt von Frankfurt am Main mit einem ICE nach Berlin und dann mit einem IC oder EC weiter in eine andere Stadt als Zielpunkt. Der Nahverkehr soll nicht in die ergänzenden Berechnungen einfließen.

Die Bahn schlägt dem Sprecher zufolge vor, bei dieser Statistik erst 15 Minuten nach der fahrplanmäßigen Ankunftszeit am Zielbahnhof von einer Verspätung zu sprechen. Die Statistik soll monatlich verfügbar sein.

Berücksichtigt werden sollen anders als bislang auch Zugausfälle, wie es weiter hieß. Die Bahn will mithilfe von vorhandenen Buchungsdaten von rund 270.000 Reisenden die Fahrzeiten für die täglich rund 400.000 Fahrgäste simulieren und die Pünktlichkeit hochrechnen. Unter diesen Reisenden sind Inhaber einer Bahncard 100 und Reisende mit pauschalen Tickets. Die Daten sollen mit den Pünktlichkeitsdaten der etwa 7000 Fernverkehr-Halte verknüpft werden.

Auch Ersatzzüge und Fahrplanänderungen sollen in die Berechnungen einfließen und im Falle, dass der Anschlusszug nicht erreicht wird, sollen Alternativverbindungen eine Rolle spielen. Züge, in denen besonders viele Reisende sitzen, sollen höher gewichtet werden.

In der Schweiz gibt es schon länger die Berechnung zur Gesamtreise eines Bahnkunden. «Pünktlich sind bei uns Reisende, wenn sie am Umsteigeort ihren Anschlusszug erreichen und am Zielort mit weniger als drei Minuten Verspätung ankommen», erläutern die Schweizerischen Bundesbahnen ihre vergleichsweise strengen Messkriterien - die sie in jedem neunten Fall verfehlen.

Die bisherige Pünktlichkeitsstatistik bei der Deutschen Bahn berücksichtigt monatlich gut 800 000 Fahrten von Personenzügen der Deutschen Bahn, davon 20 000 im Fernverkehr. Die FDP im Bundestag forderte am Montag, solche Zahlen auch für Güterzüge zu veröffentlichen. Der Abgeordnete Christian Jung warf dem Konzern Rechentricks vor. Bahnchef Lutz versuche, die Statistik schön zu rechnen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 03. 2019
17:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bahnkunden Bahnreisen Deutsche Bahn AG Deutscher Bundestag FDP Fernverkehr Frankfurter Allgemeine Zeitung Konzerne Personenzüge Reisende
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Bahnhof

16.03.2019

Zug zu spät: Bahn plant digitale Anträge für Entschädigungen

Die Bahn verkauft immer mehr Tickets online - wenn aber der Zug deutlich zu spät kommt und Fahrgäste einen Antrag auf Entschädigungen stellen wollen, wird es umständlich. Das soll sich ändern. » mehr

ICE

07.06.2019

Neues Ziel der Bahn: 260 Millionen Fahrgäste pro Jahr

Ein gewaltiges Programm hat sich die Bahn vorgenommen, um das veraltete Schienennetz und die lästigen Zugverspätungen hinter sich zu lassen. Es gibt eine neue Strategie, die auch bereits Bekanntes enthält. Allerdings gib... » mehr

Deutsche Bahn

28.03.2019

Trotz Fahrgastrekords im Fernverkehr: Bahn-Gewinn bricht ein

Für Reisende sind Zugverspätungen und Ausfälle nervig. Das haben sie 2018 häufig erlebt. Sie scheinen dem Staatskonzern dennoch nicht den Rücken zu kehren. Dessen Finanzlage aber wird immer angespannter. » mehr

Stromabnehmer

06.11.2018

Für pünktlichere Züge: Ausbau von Bahn-Knotenpunkten geplant

Mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene bringen - das ist das Ziel der Bundesregierung. Dafür muss die Infrastruktur vielerorts stark erneuert werden. Auch für den geplanten «Deutschlandtakt». » mehr

Öffentlicher Nahverkehr

04.04.2019

Rekordzahl an Fahrten in Bussen und Bahnen

In Deutschland wird immer mehr mit Bus und Bahn gefahren. Die Zahl der Fahrten im Linienverkehr stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent auf die Rekordmarke von rund 11,6 Milliarden. » mehr

FlixTrain

23.02.2019

Bahnkonkurrent Flixtrain will mehr Züge fahren lassen

Sie sind grün, oft nicht mehr die jüngsten, aber günstig: Züge von Flixtrain werden Reisende bald etwas häufiger sehen, nicht nur in Deutschland. Eine Strecke aber hat sich der Bahnrivale abgeschminkt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

IMG_8722.jpg Hof

Umzug beim Schlappentag 2019 | 17.06.2019 Hof
» 302 Bilder ansehen

IndieMusik Festival 2019 Hof

In.Die.Musik-Festival | 15.06.2019 Hof
» 233 Bilder ansehen

14. Thonberglauf in Schauenstein

14. Thonberglauf in Schauenstein | 01.06.2019 Schauenstein
» 67 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 03. 2019
17:35 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".