Topthemen: Fall Peggy KnoblochFrankenpost-ChristkindNeue B15-AmpelHilfe für NachbarnStromtrasse durch die RegionGerch

Wirtschaft

EZB bekräftigt: Anleihenkäufe sollen Ende 2018 auslaufen

Die EZB tastet sich zurück in die geldpolitische Normalität. Noch ist das Ende neuer Anleihenkäufe aber nicht formal beschlossen. Sparer müssen zudem noch eine ganze Weile auf steigende Zinsen warten.



EZB-Chef Draghi
EZB-Chef Mario Draghi bleibt vorläufig weiter beim Nullzins.   Foto: Arne Dedert

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt weiterhin zum Jahresende 2018 den Stopp neuer Anleihenkäufe an.

Ein formaler Beschluss zum Auslaufen des milliardenschweren Programms zum Erwerb von Staats- und Unternehmenspapieren wurde nach der Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt zunächst aber nicht verkündet. Das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe hatte die Notenbank von Oktober an auf 15 Milliarden Euro halbiert. Vor allem aus Deutschland gibt es viel Kritik an dem Programm.

Eine abrupte Kehrtwende nach Jahren im Anti-Krisen-Modus ist von der Notenbank nicht zu erwarten: Den Leitzins im Euroraum hält die EZB auf dem Rekordtief von null Prozent, Geschäftsbanken bekommen somit Zentralbankgeld weiterhin zum Nulltarif.

Die Wende hin zu höheren Zinsen wollen die Währungshüter frühestens im Herbst 2019 einläuten. Der EZB-Rat bekräftigte seine Einschätzung, dass die Zinsen bis «mindestens über den Sommer 2019» auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Möglicherweise läutet also erst der Nachfolger von EZB-Präsident Mario Draghi die Zinswende ein. Die achtjährige Amtszeit des Italieners läuft Ende Oktober 2019 aus.

Volkswirte rechnen damit, dass die EZB in einem ersten Schritt zunächst die Strafzinsen für Kreditinstitute verringern wird. Derzeit sind für geparktes Geld bei der EZB 0,4 Prozent Strafzinsen fällig.

Sparer müssen sich noch gedulden, ehe es wieder höhere Zinsen gibt. Weil zugleich die Inflation tendenziell wieder anzieht - im Euroraum lagen die Verbraucherpreise im September um 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau - verlieren Sparer auf mickrig verzinsten Tages- oder Festgeldkonten bares Geld. Andererseits profitieren beispielsweise Hausbauer von vergleichsweise günstigen Kreditkonditionen.

Am Anleihenmarkt wird die EZB noch lange ein großer Spieler bleiben, denn Gelder aus auslaufenden Papieren werden wieder investiert. Seit Beginn des Kaufprogramms im März 2015 bis Ende September 2018 hat die EZB Wertpapiere im Gesamtwert von mehr als 2,5 Billionen Euro gekauft.

Ziel ist, auf diesem Weg der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die zwischenzeitlich bedenklich niedrige Teuerung anzuheizen. Mittelfristig strebt die EZB Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Das ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das könnte die Konjunktur bremsen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 10. 2018
13:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Anleihemarkt Anleihenkäufe EZB-Präsidenten Europäische Zentralbank Eurozone Leitzinsen Mario Draghi Sparer Zentralbanken Zinsen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
EZB in Frankfurt

13.09.2018

Ende von EZB-Anleihenkäufen rückt näher

Nach Jahren im Krisenmodus ist die EZB auf Kurs zurück in die geldpolitische Normalität. Aufatmen können Sparer aber noch nicht: Die Zeit extrem niedriger Zinsen ist noch lange nicht vorbei. » mehr

EZB-Chef Draghi

24.09.2018

EZB-Chef sieht Preisauftrieb und löst Spekulationen aus

Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen sieht der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, weiter erheblichen Reformbedarf in Europa. » mehr

Europäische Zentralbank

vor 5 Stunden

Was darf die EZB? Gericht nickt Staatsanleihenkäufe ab

Ist die EZB in ihrem Anti-Krisen-Kurs zu weit gegangen? Dass die Notenbank in großem Stil Wertpapiere von Staaten kauft, sorgt immer wieder für Streit. Der Europäische Gerichtshof hat nun ein klares höchstrichterliches S... » mehr

Bundesverfassungsgericht

27.11.2018

Risiko für den deutschen Sparer?

Eine zentrale Bankenaufsicht und -abwicklung soll den Euroraum krisenfest machen. Kritiker meinen: Dafür zahlt Deutschland einen hohen Preis. Nun soll das Bundesverfassungsgericht einschreiten. » mehr

Dax

05.11.2018

Dax nach starker Vorwoche leicht im Minus

Angesichts der Hängepartie im internationalen Handelsstreit haben sich die Dax-Anleger zu Wochenbeginn zurückgehalten. » mehr

EZB-Präsident

16.11.2018

EZB-Präsident dämpft Wachstumssorgen

Der Aufschwung in Deutschland gerät ins Stocken. Nicht nur internationale Handelskonflikte belasten die Konjunktur der größten Wirtschaft Europas. Muss sich der Euroraum auf dunkle Wolken einstellen? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Krampus-Gruppe "Die Grölldeifl" auf dem Hofer Weihnachtsmarkt

Krampus-Gruppe "Die Grölldeifl" auf dem Hofer Weihnachtsmarkt | 08.12.2018 Hof
» 25 Bilder ansehen

2000er-Party in Schwingen

2000er-Party in Schwingen | 09.12.2018 Schwingen
» 80 Bilder ansehen

Selber Wölfe - ECDC Memmingen 3:2 n.P.

Selber Wölfe - ECDC Memmingen 3:2 n.P. | 09.12.2018 Selb
» 42 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 10. 2018
13:57 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".