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Wirtschaft

Einzelhandel: Schlechte Stimmung in den Innenstädten

Der heiße Sommer und der Online-Handel machen den Geschäften in den Einkaufsstraßen der Innenstädte zu schaffen. Die Hälfte der Händler klagt nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland über Umsatzeinbußen. Doch nicht alle sind gleich betroffen.



Zeil in Frankfurt
Die Zeil in Frankfurt bleibt die meistbesuchte Einkaufsstraße Deutschlands.   Foto: Frank Rumpenhorst » zu den Bildern

Der heiße Sommer und der Onlinehandel setzen den Einzelhandel in den Innenstädten immer mehr unter Druck.

Trotz der insgesamt guten Konjunktur verschlechterte sich nach einer Branchenumfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zwischen Januar und Juni bei jedem zweiten Händler in den Stadtzentren die Geschäftslage.

Das Hauptproblem der Innenstädte: Die Kunden bleiben weg. Nach Messungen des Handelsdienstes Shoppertrak lagen die Besucherfrequenzen im deutschen Einzelhandel im ersten Halbjahr Monat für Monat unter den Vorjahreswerten. Besonders stark war das Minus im April und Mai mit einem Rückgang der Besucherzahlen um mehr als 15 Prozent.

Verantwortlich für den Einbruch bei den Kundenzahlen ist nach Einschätzung des HDE-Hauptgeschäftsführers Stefan Genth aktuell nicht nur die wachsende Bedeutung des Onlinehandels. Im Supersommer 2018 hätten auch die hohen Temperaturen den Verbrauchern häufig die Lust auf eine Shopping-Trip verdorben. «Bei 38 Grad macht ein Einkaufsbummel keinen Spaß.»

Betroffen vom Kundenschwund seien weniger die Top-Lagen in Metropolen wie München, Frankfurt, Köln oder Hamburg, als die Stadtzentren mittelgroßer Städte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern, betonte Genth. Doch auch die Stadtteilzentren der Großstädte spürten den Umbruch. Immer seltener seien dort noch Textil- oder Schuhgeschäfte zu finden.

Ohnehin hat sich laut der Umfrage die Stimmung im deutschen Einzelhandel etwas eingetrübt. Für das laufende Jahr rechnen 45 Prozent der befragten Einzelhändler mit rückläufigen Umsätzen, nur 36 Prozent mit einem Umsatzplus.

Auffällig dabei: Die Schere zwischen großen und kleinen Unternehmen klafft weit auseinander. Während große Händler mit mehr als 100 Beschäftigten für 2018 überwiegend mit Umsatzzuwächsen rechnen, erwarten kleinere Händler mit weniger als fünf Beschäftigten ganz überwiegend Umsatzeinbußen. Dabei spielen die kleinen Händler für das Stadtbild nach wie vor eine große Rolle: Sie stehen zwar nur für 10 Prozent des Umsatzes, aber für 54 Prozent der Standorte.

Und auch das Scheitern kleiner Läden kann Auswirkungen auf die Attraktivität der Einkaufsstraßen haben. «Leerstände sind für Innenstädte und Einzelhandel eine große Herausforderung. Denn die Kunden empfinden nur durchgängige Ladenzeilen als attraktiv. Leerstände vermitteln den Eindruck fehlender Dynamik, eines unzureichenden Angebotes und städtebaulicher Depression», warnt Genth.

Ein Lichtblick ist für den HDE-Hauptgeschäftsführer, dass auch immer mehr stationäre Händler inzwischen vom Boom des Onlinehandels profitieren. Ein Viertel der «klassischen» Händler habe inzwischen einen eigenen Online-Shop. Rund 15 Prozent verkauften Ware über Online-Marktplätze. Fast jeder fünfte dieser Betriebe verkaufe mittlerweile mehr als zehn Prozent seiner Waren im Internet. Fast zwei Drittel der Unternehmen rechneten mit steigenden Onlineerlösen im laufenden Jahr.

Schließlich ist der Online-Handel nach wie vor der Wachstumstreiber auch im Einzelhandel. In diesem Jahr sollen die Umsätze laut Prognose des HDE um rund 10 Prozent steigen. Für den stationären Handel rechnet der Verband dagegen nur mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. Das heißt: Real - also nach Abzug der Preissteigerung - dürfte der Umsatz in den Läden sogar leicht schrumpfen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 09. 2018
14:27 Uhr

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dpa

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20. 09. 2018
14:27 Uhr



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