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Wirtschaft

Erster Gewinnrückgang bei Ryanair seit Jahren

Ryanair plagen Sorgen: Streiks, der Ölpreis und andere Faktoren schmälern den Gewinn der Airline. Auch der Brexit verunsichert. Zudem sorgt das Video eines Rassismus-Vorfalls an Bord einer Maschine für Aufsehen.



Ryanair
Ryanair hatte bereits Anfang Oktober seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr gesenkt.   Foto: Marcel Kusch

Europas größter Billigflieger Ryanair muss den ersten Gewinnrückgang seit fünf Jahren verkraften. Der Gewinn sank im ersten Geschäftshalbjahr um 7 Prozent auf 1,20 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Dublin mitteilte.

Als Gründe für den Rückgang nannte Ryanair die Streiks, hohe Kerosinpreise, geringere Ticketpreise und Ersatzzahlungen wegen der EU-Fluggastrechte. Aus denselben Ursachen hatte Ryanair bereits Anfang Oktober seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr gesenkt.

Die Ryanair-Papiere legten am Morgen um über vier Prozent zu. Im Zuge der Gewinnwarnung war das Papier stark eingebrochen. Zusätzliche Sorgen dürfte dem Billigflieger das Echo auf einen rassistischen Vorfall in einer Maschine bereiten.

Die irische Airline rechnet im Geschäftsjahr 2018/19 (Ende März) mit einem Gewinn von 1,10 bis 1,20 Milliarden Euro. Zuvor war der Konzern von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro ausgegangen.

Ryanair-Chef Michael O'Leary bezeichnete den Ausblick in einem Interview mit Bloomberg als konservativ. Er sehe den Ölpreis als größtes Risiko. Wegen der Unsicherheit in den Brexit-Verhandlungen werde Ryanair weitere Aktienrückkäufe aufschieben. Ein Programm über 750 Millionen Euro hatte der Billigflieger jüngst abgeschlossen.

Nicht nur die mehr als 400 Maschinen mit dem Ryanair-Logo werfen in diesem Jahr weniger Gewinn ab. Die neue Ryanair-Tochter Laudamotion dürfte nach bisherigen Angaben rund 150 Millionen Euro Verlust einfliegen. Dies ist in der Gewinnprognose noch nicht berücksichtigt.

Ryanair hatte Ende August die Mehrheit an der österreichischen Fluglinie Laudamotion übernommen - der Nachfolge-Airline der früheren Air-Berlin-Tochter Niki. Deren Gründer Niki Lauda hatte nach der Pleite von Air Berlin den Zuschlag für Niki erhalten und sie unter dem Namen Laudamotion wieder an den Start gebracht. Wenig später holte er Ryanair als neuen Anteilseigner ins Boot.

Die Tarifverhandlungen für rund 1000 Flugbegleiter von Ryanair in Deutschland werden in dieser Woche fortgesetzt. «Wir liegen noch weit auseinander, aber die Gespräche gehen weiter», teilte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle mit. Ryanair und Verdi hatten sich am Donnerstag und Freitag getroffen, am Wochenende bewerteten dann Tarifexperten der Gewerkschaft die Zwischenergebnisse. Zu Details wollte sich eine Verdi-Sprecherin nicht äußern. Der nächste Verhandlungstermin müsse noch abgestimmt werden.

«Uns ist wichtig, dass wir einen Sozialplan für die Beschäftigten in Bremen, die von der Schließung ihrer Basis betroffen sind, aushandeln», sagte Behle. Ryanair will den Standort Bremen mit 90 Arbeitsplätzen zum 5. November schließen. Die wichtigste Forderungen für alle Flugbegleiter fasste Behle so zusammen: «Wir wollen ein anständiges Entgelt durchsetzen und wir wollen, dass Ryanair aufhört, Betriebsratsstrukturen zu blockieren und Beschäftigte zu maßregeln, die aktiv für ihre Arbeitnehmerinteressen eintreten.»

Zuletzt hatten Flugbegleiter und Piloten von Ryanair in Deutschland am 28. September gemeinsam gestreikt. Zahlreiche Flüge waren ausgefallen.

Unterdessen brachte ein rassistischer Vorfall in einem Flieger Ryanair in Erklärungsnot. Ein Mann beschimpfte in einer Maschine eine 77-jährige Frau lautstark unter anderem als «hässlichen schwarzen Bastard». Der pöbelnde Passagier wurde aber nicht aus dem Flugzeug auf dem Airport von Barcelona gewiesen. Stattdessen wurde das Opfer auf eigenen Wunsch umgesetzt.

Ein Mitreisender hatte den Vorfall am vergangenen Freitag kurz vor dem Start nach London gefilmt. Das Video löste in sozialen Netzwerken massive Kritik an Ryanair aus. Die Airline meldete den Vorfall bei der Polizei.

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dpa

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Veröffentlicht am:
22. 10. 2018
15:30 Uhr

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