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Florierendes Handwerk spürt Fachkräftemangel

Es ist Jammern auf hohem Niveau, doch die schwächelnde Konjunktur trifft auch Teile des insgesamt sehr erfolgreichen deutschen Handwerks. Außerdem plagt die Branche weiterhin ein enormer Fachkräftemangel - hier gibt es aber auch Lichtblicke.



Dachdecker bei der Arbeit
Ein Dachdecker verlegt Dachziegeln) auf einem großen Hausdach.   Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

Fliesenleger sind sehr gefragt, Dachdecker und Maurer ebenso: Der Bauboom beschert vielen Betrieben seit einiger Zeit eine mehr als erfreuliche Auftragslage, aber auch andere Handwerkssektoren sind gut ausgelastet.

Trotzdem bekommt auch eine der stabilsten deutschen Branchen die schwächelnde Weltwirtschaft zu spüren: Fürs kommende Jahr rechnet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) mit einer schwächeren Handwerkskonjunktur.

Man erwarte zwar «keinen großen Einbruch» - doch die Lage sei unter anderem aufgrund des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie des bevorstehenden Brexits «relativ volatil», sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke in Frankfurt.

Daher seien Betriebe etwa vorsichtiger bei Investitionen. Außerdem bekämen schon jetzt industrienahe Zulieferer und Betriebe in der Autobranche erste Konjunkturabkühlungen zu spüren.

Eine weitere Sorge des Handwerks bleibt der Fachkräftemangel, der sich laut Schwannecke mittlerweile «als echte Wachstumsbremse» erweist. Viele Betriebe suchten erfolglos nach qualifizierten Frauen und Männern.

Vor diesem Hintergrund begrüße man die fürs kommende Jahr geplante Wiedereinführung der Meisterpflicht für einzelne Berufsfelder, von der man sich auch einen Anstieg der Ausbildungszahlen erhoffe.

Im Jahr 2004 war in mehr als 50 Berufen die Meisterpflicht weggefallen. Mit der Reform der Handwerksordnung wollte die Bundesregierung damals einfachere Tätigkeiten für Selbstständige öffnen. Der ZDH hatte diese Entscheidung immer wieder kritisiert - unter anderem, weil in den betroffenen Bereichen seitdem die Ausbildungszahlen zurückgegangen seien, sagte Schwannecke. Ausbilden dürfen nämlich nur Meisterbetriebe.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bleibt es dem ZDH zufolge darüber hinaus weiterhin wichtig, Fachkräfte aus dem Ausland zu holen oder in Deutschland auszubilden. Auch von jungen Geflüchteten profitiere das deutsche Handwerk: Ohne sie wären mittlerweile «deutlich spürbare Abgänge an Ausbildungsabschlüssen» spürbar, sagte Christof Riess, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Es sei wichtig, jungen Menschen wieder Lust auf eine handwerkliche Berufsausbildung zu machen.

Trotz der leicht eingetrübten Aussichten: Dem deutschen Handwerk geht es weiterhin verhältnismäßig gut. Die Auslastung der Betriebe liegt bei 84 Prozent - laut ZDH ein Rekordhoch. Für 2020 rechnet der Verband mit einer Umsatzsteigerung von rund drei Prozent - das ist zwar ein Prozentpunkt weniger als in der Prognose fürs laufende Jahr, im Vergleich zu anderen Branchen jedoch immer noch ein hoher Wert.

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dpa

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18. 11. 2019
16:52 Uhr

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18. 11. 2019
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