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Wirtschaft

Flugsicherung erwartet weiter Engpässe am Himmel

Fehlende Lotsen sind ein wichtiger Grund für die Engpässe im europäischen Luftverkehr. Die Deutsche Flugsicherung sieht sich eingeklemmt zwischen Anforderungen der Airlines und Vorgaben der EU.



Kondensstreifen
Wegen fehlender Lotsen und überlasteter Lufträume waren die von der Flugsicherung verursachten Verspätungen deutlich angewachsen von 0,5 Minuten 2017 auf 1,23 Minuten pro Flug im vergangenen Jahr.   Foto: Federico Gambarini

Die Flugsicherung (DFS) erwartet auch für das laufende Jahr wieder Engpässe am deutschen Himmel. Trotz einiger Gegenmaßnahmen gibt es nach wie vor zu wenig Lotsen und überlastete Verkehrsräume bei einem gleichzeitig wachsenden Flugverkehr, wie die bundeseigene GmbH mitteilte.

Im laufenden Jahr werde das Rekordaufkommen aus dem Jahr 2018 voraussichtlich um 3,4 Prozent auf dann 3,5 Millionen zu kontrollierende Flugbewegungen ansteigen.

Insbesondere der obere Luftraum, der aus dem Center Karlsruhe gesteuert wird, ist über Deutschland so überlastet, dass täglich Hunderte Flüge in den darunter liegenden Luftraum verlagert werden, obwohl die Flugzeuge dort wegen des höheren Luftwiderstands mehr Sprit verbrauchen. DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle wehrte sich allerdings gegen den Begriff «Chaos». «Es gibt kein Chaos. Wir schaffen als Flugsicherung Ordnung am Himmel. Aber genau diese Ordnung generiert manchmal Verspätungen.»

Die von der deutschen Flugsicherung verursachten Verspätungen sind deutlich gestiegen, von 0,5 Minuten 2017 auf 1,23 Minuten pro Flug im vergangenen Jahr. Angestrebt wird ein Wert von höchstens einer Viertel-Minute. Europaweit waren die deutschen Lotsen 2018 damit für ein gutes Fünftel der Flugsicherungsverspätungen verantwortlich.

Die DFS hat nach Scheurles Angaben mehrere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen, etwa die intensivierte Ausbildung neuer Lotsen und die Freistellung der Bestandslotsen von fachfremden Tätigkeiten. Eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) zu zusätzlichen Überstunden gibt es hingegen noch nicht. Die am Montag begonnenen Gespräche seien aber sehr konstruktiv verlaufen, sagte Scheurle.

Obwohl sie deutlich mehr Flüge durch den deutschen Luftraum gelotst hat, hat die DFS weniger Umsätze verbucht. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. Die Zahl der DFS-kontrollierten Flüge war in der gleichen Zeit um 4,2 Prozent gestiegen.

Unter dem Strich gab es einen Verlust von 30,1 Millionen Euro, nachdem 2017 noch ein Gewinn von 30,8 Millionen Euro angefallen war. Als wichtigsten Grund nannte DFS-Chef Scheuerle die durch EU-Regulierung abgesenkten Flugsicherheitsgebühren. Diese Entwicklung gehe auch im laufenden Jahr weiter.

Positiv habe sich das kommerzielle Drittgeschäft entwickelt, in dem die DFS unter anderem Flughafen-Tower in Großbritannien betreibt. Bei einem Umsatz von 67 Millionen Euro wurde ein operativer Gewinn von 1,5 Millionen Euro erzielt. Auch unter dem Strich seien die Nebengeschäfte trotz erheblicher Investitionen gewinnbringend gewesen.

Linken-Verkehrspolitiker Jörg Cezanne verlangte von der Bundesregierung mehr Reformeifer in der Europäischen Union. «Da seit langem bekannt ist, dass die rigiden Leistungsziele der EU für die Flugsicherungen kontraproduktiv sind, muss die Bundesregierung endlich in die Spur kommen und in Brüssel für grundlegende Änderungen eintreten. Es kann nicht sein, dass der von der Luftverkehrslobby durchgesetzte Sparzwang zu einem Sicherheitsproblem wird», sagte Cezanne einer Mitteilung zufolge in Berlin.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 04. 2019
13:54 Uhr

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10. 04. 2019
13:54 Uhr



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