Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

Wirtschaft

Gemeinsame Bank-Filialen als Antwort auf den Spardruck

Not macht erfinderisch: Erstmals legen eine Volksbank und eine Sparkasse in großem Stil Filialen zusammen. Die regionale Kooperation könnte in Zeiten des Spardrucks in der Branche Schule machen.



Sparkasse in Frankfurt
Angesichts des Spardrucks legen die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse in Hessen in größerem Umfang Filialen zusammen.   Foto: Andreas Arnold

Aus Rivalen werden Partner: Angesichts des Spardrucks legen die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse in Hessen in größerem Umfang Filialen zusammen. Das soll die Kosten senken und zugleich eine Präsenz in der Fläche gewährleisten.

Deutschlands zweitgrößte Volksbank bestätigte entsprechende Berichte des Magazins «Spiegel» und der «Welt am Sonntag». Details wollen die beiden Geldhäuser in einer gemeinsamen Pressekonferenz am nächsten Dienstag (3.9.) bekanntgeben.

Die Kooperation ist eine Antwort auf den Spardruck und könnte daher bundesweit Schule machen. Denn die gesamte Branche müht sich, den Spagat zwischen digitalen Angeboten und Präsenz in der Fläche zu schaffen.

Viele Kunden erledigen Bankgeschäfte fast nur noch am heimischen Computer oder per App auf dem Smartphone. Seit Jahren schrumpft die Zahl der Filialen, denn das dichte Netz kostet die Institute eine Menge Geld - und das in einer Zeit, in der sich Geldhäuser wegen des Zinstiefs ohnehin schwertun mit dem Geldverdienen und zugleich viel Geld für Regulierung und neue digitale Angebote aufwenden müssen.

Den Berichten zufolge werden Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse an 50 Standorten ihre Präsenz zusammenlegen. Die gemeinsamen Filialen sollen an vier Wochentagen geöffnet haben: An zwei Tagen werden Sparkassen-Kunden betreut, an den anderen zwei Tagen Volksbank-Kunden.

Kunden werden anhand unterschiedlicher Beleuchtung - mal rot für die Sparkasse, mal blau für die Volksbank - erkennen, welches Institut gerade vertreten ist. Basisdienstleistungen wie etwa Geldabheben sollen durchgehend für alle Kunden über Automaten angeboten werden.

In die Umgestaltung der Filialen investieren die beiden Institute gemeinsam bis zu fünf Millionen Euro - und sparen im Gegenzug jeweils jährlich Kosten in einstelliger Millionenhöhe.

Im vergangenen Jahr setzten sich Filialsterben und Fusionsdruck auf dem deutschen Bankenmarkt unter dem Druck der Zinsflaute und der Digitalisierung fort. Die Zahl der Geldhäuser verringerte sich Zahlen der Bundesbank zufolge zum Vorjahr um 40 auf 1783 Institute. Die Zahl der Zweigstellen schrumpfte über den gesamten deutschen Markt hinweg um 2239 auf 27.887 Filialen. Im Jahr 2007 waren es noch rund 40.000.

Die Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank, Eva Wunsch-Weber, hatte sich bereits bei der Bilanzvorlage ihres Hauses offen für Kooperationen gezeigt. Das genossenschaftliche Institut setze auch auf Zusammenarbeit mit Sparkassen, «um gemeinsam an weniger frequentierten Standorten für unsere Kunden erreichbar zu sein», führte Wunsch-Weber Mitte Februar aus.

Die Frankfurter Volksbank betreut mit rund 1600 Mitarbeitern mehr als 600.000 Privatkunden. Mit einer Bilanzssumme von rund 12,1 Milliarden Euro ist das Institut Deutschlands zweitgrößte Volksbank nach der Berliner Volksbank.

Die Taunus Sparkasse liegt nach einer Übersicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) mit einer Bilanzsumme von mehr als 5,5 Milliarden Euro auf Rang 49 der zuletzt 385 Sparkassen in Deutschland. Das Institut beschäftigt gut 800 Mitarbeiter.

Nicht nur bei Volksbanken und Sparkassen, auch bei großen Privatbanken wie Deutscher Bank und Commerzbank steht das Filialnetz permanent auf dem Prüfstand. Einem Bericht der «Wirtschaftswoche» zufolge gibt es bei der Deutschen Bank Überlegungen, im Rahmen des angekündigten radikalen Konzernumbaus eine größere Zahl von Filialen der Deutschen Bank und der Postbank zu schließen. Die Rede ist von 200 Zweigstellen.

Ein Deutsche-Bank-Sprecher erklärte dazu am Freitag auf Anfrage, die Bank prüfe aktuell eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen, «um die bis 2022 gesteckten Ziele in der Privatkundenbank schneller zu erreichen und für ihre Kunden neue Impulse zu setzen.» Die Deutsche Bank hatte die Zahl eigener Filialen in den vergangenen Jahren um 188 auf 535 verringert, die Postbank betreibt derzeit noch 850 eigene Filialen.

Auch die Commerzbank wird ihr vergleichsweise dichtes Filialnetz möglicherweise ausdünnen. In der Debatte über die künftige Ausrichtung des Instituts sind dem Vernehmen nach auch Filialschließungen kein Tabu. Im Gespräch ist eine Verringerung der Zahl der Zweigstellen von rund 1000 auf 800 bis 900.

Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
16:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Banken Bankgeschäfte Commerzbank Deutsche Bank Deutsche Bundesbank Deutscher Sparkassen- und Giroverband Filialen Frankfurter Volksbank Genossenschaftsbanken Kunden Postbank Privatbanken Sparkassen Sparkassen in Deutschland Standorte Taunus Sparkasse
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Filialen der Volksbank und der Sparkasse

03.09.2019

Volksbank und Sparkasse: Noch 2019 erste gemeinsame Filialen

In Hessen entsteht Deutschlands erste «Volks-Sparkasse» in großem Stil: Mit gemeinsamen Filialen reagieren Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse auf den Kostendruck. Ein Modell für die gesamte Branche? » mehr

Online-Banking

17.09.2019

Kaum größere Probleme bei neuen Regeln für Online-Zahlungen

Großes Chaos oder kleinere Startschwierigkeiten? Seit wenigen Tagen gelten neue Regeln fürs Online-Banking und das Bezahlen im Internet. Nicht in jedem Fall lief die Umstellung reibungslos. » mehr

Sparschwein

23.09.2019

Zinstief setzt Banken weiter zu

Die niedrigen Zinsen werden Banken und Sparkassen in Deutschland noch auf Jahre hinaus belasten. Die Gewinne schrumpfen weiter. Das könnte auch für die Kunden der Institute teuer werden. » mehr

Commerzbank-Turm in Frankfurt-Skyline

27.09.2019

Commerzbank baut radikal um - Kunden drohen höhere Gebühren

Die Commerzbank rüstet sich mit tiefen Einschnitten und Investitionen in die Digitalisierung für die Zukunft. Tabus gibt es keine - weder bei Jobs, noch bei Filialen. Kunden stellt das Geldhaus auf höhere Gebühren ein. » mehr

Überweisung

20.08.2019

Anruf beim Kundenberater könnte bald teuer werden

Die Zinsflaute nagt an den Erträgen der Kreditinstitute. Parken sie Geld bei der EZB, müssen sie zudem Strafzinsen zahlen. Für Bankkunden heißt das: Kostenlos war gestern. Es gibt aber noch Ausnahmen. » mehr

Girokarte

20.08.2019

Onlinekonten am günstigsten - 22 Modelle gratis

Die Zinsflaute nagt an den Erträgen der Kreditinstitute. Parken sie Geld bei der EZB, müssen sie zudem Strafzinsen zahlen. Für Bankkunden heißt das: Kostenlos war gestern. Es gibt aber noch Ausnahmen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Apfel- und Gartenmarkt Thiersheim Thiersheim

Apfel- und Gartenmarkt Thiersheim | 13.10.2019 Thiersheim
» 75 Bilder ansehen

Meinel-Bockbierfest 2019 Hof

Meinel-Bockbierfest 2019 | 12.10.2019 Hof
» 139 Bilder ansehen

ECDC Memmingen Indians - Selber Wölfe

ECDC Memmingen Indians - Selber Wölfe | 13.10.2019 Memmingen
» 33 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
16:53 Uhr



^