Lade Login-Box.
Topthemen: VER SelbFotos: Erstklässler in der RegionBlitzerwarnerBilder vom Wochenende

Wirtschaft

Handelskrieg verschärft Sorge vor globaler Rezession

Trump heizt den Konflikt mit China an, und Peking kündigt prompt Vergeltung an. Nicht nur die deutsche Industrie ist alarmiert. Versöhnliche Töne kommen aus Washington derweil wegen Rinderexporten in die EU.



Handelskrieg zwischen den USA und China
Chinesische Investoren beobachten die Aktienkurse in einem Brokerhaus in Peking. US-Präsident Trump kündigt neue Strafzölle an und droht Peking mit weiteren Schritten.   Foto: Mark Schiefelbein/AP » zu den Bildern

Die Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China schürt die Angst vor weiteren Rückschlägen für die schwächelnde Weltwirtschaft.

Die beiden größten Volkswirtschaften drohen, sich trotz laufender Verhandlungen mit zusätzlichen Strafzöllen in Milliardenhöhe zu überziehen.

Die exportabhängige deutsche Wirtschaft kritisierte Präsident Donald Trump am Freitag deutlich und nannte es besorgniserregend, «wie die US-Regierung die Risiken einer globalen Rezession in Kauf nimmt». Auch Japan und Südkorea liefern sich einen heftigen Schlagabtausch mit bisher unabsehbaren Folgen. Die Börsen rutschen angesichts der sich verschärfenden Handelskonflikte weltweit ins Minus.

Trump hatte für September zusätzliche Zölle von 10 Prozent auf chinesische Güter im Wert von 300 Milliarden Dollar (270 Milliarden Euro) angekündigt. Sie könnten sogar auf 25 Prozent oder «deutlich darüber hinaus» erhöht werden, warnte Trump im Weißen Haus. Alles hänge vom Abschluss eines Handelsabkommens mit China ab.

China verurteilte das Vorgehen scharf. «Wenn die Maßnahmen der USA zur Einführung von Zöllen umgesetzt werden, muss China notwendige Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Kerninteressen des Landes und die Grundinteressen der Menschen entschlossen zu verteidigen», sagte eine Sprecherin des Pekinger Außenministeriums. Die neuen US-Zöllen könnten Experten zufolge etwa für Smartphones, Laptops oder Spielzeug aus China erhoben werden, was auch US-Verbraucher treffen würde.

Unmittelbar nach Trumps Ankündigung rutschte die US-Börse ins Minus. Die Leitbörsen in Japan und Hongkong gaben ebenfalls nach, ebenso der deutsche Leitindex Dax. Auch Rohstoffpreise gerieten unter Druck. Die jüngsten Gespräche zwischen den USA und China um ein Handelsabkommen waren erst am Mittwoch ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Eine weitere Gesprächsrunde war für September in Washington vereinbart worden.

Der deutsche Industrieverband BDI warf Trump vor, mit der Ankündigung neuer Zusatzzölle den Konflikt anzuheizen. «Es ist völlig unklar, wie die USA und China angesichts der nun erreichten Stufe der Eskalation einen Ausweg aus dem Konflikt finden.» Das Weiterdrehen der Zollspirale schade nicht nur den beiden Ländern, sondern auch der deutschen Industrie und der gesamten Weltwirtschaft.

Auch der Handelsstreit zwischen Japan und Südkorea verschärft sich. Die Regierung in Tokio beschloss, das Nachbarland von der «weißen Liste» der Länder zu streichen, die Vorzugsbehandlungen bei Handelsgeschäften genießen und Produkte beziehen, die für militärische Zwecke benutzt werden können.

Zuvor hatte Japan striktere Exportkontrollen für Materialien zur Chip-Produktion verhängt. Südkorea kritisierte das Vorgehen: «Unsere Regierung wird auf Japans unfaire Maßnahme resolut reagieren», sagte Sprecherin Ko Min-jung. Präsident Moon Jae In warnte die Regierung des Nachbarlandes vor schwerwiegenden Konsequenzen.

Auch zwischen USA und EU gibt es Streitigkeiten. Von diesem Schauplatz kamen am Freitagabend allerdings versöhnliche Töne aus Washington: Trump unterzeichnete ein Handelsabkommen mit der EU, das Rindfleischproduzenten aus den Vereinigten Staaten einen besseren Zugang zum Markt der Europäischen Union ermöglicht. Dies sei ein «bedeutender Erfolg» für amerikanische Landwirte und europäische Verbraucher, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. «Amerikanisches Rindfleisch wird als das beste der Welt angesehen.»

Die EU-Kommission hatte bereits Mitte Juni angekündigt, dass künftig Teile des globalen Einfuhrkontingents von jährlich 45.000 Tonnen fest für US-Anbieter reserviert werden sollen. Innerhalb von sieben Jahren könnte der US-Lieferanteil so auf 35.000 Tonnen pro Jahr steigen. Nur noch 10 000 Tonnen würden dann aus anderen Hauptlieferländern wie Argentinien und Uruguay kommen. Das Abkommen muss auf EU-Seite noch final bestätigt werden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 08. 2019
22:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
ASEAN BDI Chinesisches Außenministerium Deutscher Aktien Index Donald Trump Europäische Kommission Europäische Union Federal Reserve Board Handelsabkommen Handelskonflikte Handelskriege Industrieverbände Internationaler Währungsfonds Moon Jae In Regierungen und Regierungseinrichtungen Strafzölle Twitter US-Regierung Weltweite Rezession Wertpapierbörse Xi Jinping
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
US-Präsident Trump

30.08.2019

USA: Handelskonflikt mit China schürt Rezessionsängste

Die Kosten des Handelskonfliktes mit China werden immer deutlicher. Das Wachstum der US-Wirtschaft verlangsamt sich. Für Präsident Donald Trump wäre eine Rezession vor der Wahl im nächsten Jahr verheerend. » mehr

Handelsstreit zwischen USA und China

23.08.2019

China kündigt neue Vergeltungszölle gegen die USA an

Schlechte Nachrichten für die Weltwirtschaft. Der Handelsstreit der USA mit China eskaliert weiter. Washington spielt die jüngsten Strafzölle herunter. Doch die Auswirkungen werden immer deutlicher. » mehr

Handelskonflikt China-USA

14.08.2019

USA sehen keine Einigung im Handelskrieg mit China

Die Atempause im Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften währte nur kurz. In Washington heißt die Verhandlungsstrategie wieder: alles oder nichts. Eine Entwarnung ist nicht in Sicht. » mehr

Qingdao

21.09.2019

Trump dämpft Hoffnungen: Keine Eile bei Abkommen mit China

Die Aussichten für eine baldige Lösung im Handelskrieg zwischen den USA und China erscheinen düster. Nach Arbeitsgesprächen in Washington gibt sich Trump unnachgiebig. Die Chinesen sorgen für Irritationen. » mehr

Flagge der USA und Chinas

01.08.2019

Trump kündigt neue Strafzölle auf chinesische Produkte an

Mehr als ein Jahr läuft der Handelskrieg zwischen den USA und China nun schon. In dieser Woche sprachen beide Seiten erstmals wieder miteinander - aber Donald Trump zieht die Daumenschrauben weiter an. » mehr

Yuan

05.08.2019

Eskalation im Handelsstreit: China wertet Yuan stark ab

Im Handelskonflikt zwischen den USA und China ist keine Entspannung in Sicht. Peking dreht an der Währungsschraube, US-Präsident Trump wettert. Die Finanzmärkte sind verunsichert. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Weltkindertag im Wittelsbacher Park Hof

Weltkindertag im Wittelsbacher Park Hof | 22.09.2019 Hof
» 21 Bilder ansehen

Bowlingbahn Kirchenlamitz Opening

Bowlingbahn Kirchenlamitz Opening | 22.09.2019 Kirchenlamitz
» 61 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - TSV Abtswind 3:2 Hof

SpVgg Bayern Hof - TSV Abtswind 3:2 | 21.09.2019 Hof
» 115 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 08. 2019
22:47 Uhr



^