Topthemen: Hof-GalerieWaldschratDie Bilder vom WochenendeFall Peggy KnoblochSelber Wölfe

Wirtschaft

Ifo und DIW senken Konjunkturprognose für Deutschland

Immer mehr Ökonomen erwarten dieses Jahr weniger Wachstum in Deutschland. Am Arbeitsmarkt rechnen sie aber mit guten Nachrichten. Historische Marken könnten fallen.



Industrieproduktion
Blick in eine Produktionshalle. Das Ifo-Institut rechnet damit, dass die deutsche «Industrie 2019 als Konjunkturmotor weitgehend ausfallen» wird.   Foto: Maurizio Gambarini

Angesichts einer schwächeren Industrie und weniger Schwung in der Weltwirtschaft erwarten weitere Ökonomen weniger Wachstum hierzulande. Mit dem Ifo senkte am Donnerstag erneut ein wichtiges Forschungsinstitut seine Prognose.

Die Münchner Ökonomen halbierten ihre Vorhersage fast und rechnen für das laufende Jahr nur noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent. Zuvor waren die Forscher noch von einem Plus von 1,1 Prozent ausgegangen. Auch das Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet weniger Wachstum, wie es in Berlin mitteilte.

«Die Industrie wird 2019 als Konjunkturmotor weitgehend ausfallen», sagt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die weltweite Nachfrage nach deutschen Produkten sei schwach, da die internationale Konjunktur an Dynamik verliere. «Aber die binnenwirtschaftlichen Antriebskräfte sind weiter intakt.»

Jüngst hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Prognose für das deutsche Wachstum 2019 von 1,6 auf 0,7 Prozent reduziert - das wäre nur halb so viel wie im vergangenen Jahr. Auch die Bundesregierung ruderte zurück.

Nach Einschätzung der Ifo-Experten ist die Flaute aber vorübergehend. Für 2020 erhöhten sie die Prognose von 1,6 Prozent auf 1,8 Prozent. «Die gegenwärtigen Produktionsschwierigkeiten der deutschen Industrie dürften allmählich überwunden werden», sagte Wollmershäuser.

Für den Arbeitsmarkt fürchtet das Ifo-Institut zudem keine Folgen - im Gegenteil: Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte weiter steigen, von 44,8 Millionen im vergangenen Jahr auf 45,2 Millionen in diesem und 45,5 Millionen im nächsten Jahr. «Entsprechend sinkt die Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent über 4,9 auf 4,7 Prozent», hieß es.

Auch das DIW zeigte sich nicht durch die Bank pessimistisch. Für 2018 setzte das Institut zwar seine Prognose deutlich um 0,6 Punkte herab und erwartet nur noch ein Prozent Wachstum. Im kommenden Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt aber wieder um 1,8 Prozent zulegen.

«Wir haben Gegenwind, machen aber Fahrt voran», sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Zwar seien Maschinen und Anlagen aus Deutschland in einigen Ländern derzeit weniger gefragt als zuletzt, dafür gäben die Deutschen weiter kräftig Geld aus. Der Bauboom halte an, die Arbeitslosenquote sinke in diesem Jahr erstmals seit der Wiedervereinigung unter fünf Prozent, sagte Michelsen.

Der Export werde wieder zulegen, etwa wenn Konjunkturpakete in China wirken. Ein möglicher ungeordneter EU-Austritt Großbritanniens werde nicht so große Verwerfungen bringen wie noch vor einem Jahr erwartet, sagte Michelsen. Er verwies auf gute Vorsorge der Unternehmen und auf britische Überlegungen, vorübergehend keine Zölle zu erheben.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 03. 2019
12:46 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitslosenquote Arbeitsmarkt Bruttoinlandsprodukt Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Wirtschaftsprognosen Wirtschaftswissenschaftler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Hamburg Hafen

18.12.2018

RWI schließt sich trüberen Konjunkturprognosen an

Im Sommer gab es eine kalte Dusche für die Konjunktur. Geht der historisch lange Aufschwung der deutschen Wirtschaft nun zu Ende? Immer mehr Ökonomen sehen dunklere Wolken aufziehen. » mehr

Wachstumsprognose gesenkt

12.12.2018

Kieler Institut und DIW senkten Wirtschaftsprognosen

Im Sommer gab es eine kalte Dusche für die Konjunktur. Geht der historisch lange Aufschwung der deutschen Wirtschaft nun zu Ende? » mehr

Konjunktur

15.01.2019

Deutsche Wirtschaft schaltet einen Gang zurück

Schwarzmaler hatten schon eine Rezession prophezeit. Doch daran ist die deutsche Wirtschaft zum Jahresende 2018 vorbeigeschrammt. Der Gegenwind nimmt allerdings zu. » mehr

Arbeitsagentur

27.01.2019

Volkswirte: Saisonbedingt mehr Arbeitslose im Januar

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt bleibt Volkswirten zufolge weiterhin gut - auch wenn die Zahl der Jobsucher im Januar wegen der üblichen Winterpause deutlich gestiegen sein dürfte. Experten warnen vor Alarmismus. » mehr

Arbeitsmarkt

25.11.2018

Volkswirte: Zahl der Arbeitslosen sinkt im November

Die deutsche Wirtschaft hat etwas an Fahrt verloren, doch am Arbeitsmarkt bleibt die Lage rosig. Die Zahl der Menschen ohne Job dürfte laut Experten weiter zurückgehen. Selbst bei internationalen Handelsrisiken gibt es H... » mehr

Container

23.11.2018

Dämpfer für die Wirtschaft - Bruttoinlandsprodukt gesunken

Der langanhaltende Aufschwung in Deutschland gerät etwas ins Stocken. Im Sommer gab es eine kalte Dusche. Steckt mehr dahinter als nur ein kleiner Ausreißer nach unten? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Selb: Auto prallt gegen Baum Selb

Unfall Selb | 22.03.2019 Selb
» 6 Bilder ansehen

Black Base mit DJ Kurbi

Black Base mit DJ Kurbi | 17.03.2019 Hof
» 54 Bilder ansehen

Playoff 4: Selber Wölfe - Hannover Indians 4:1 Selb

Wölfe im Viertelfinale | 22.03.2019 Selb
» 58 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 03. 2019
12:46 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".