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Wirtschaft

Inflation und Handelskonflikte dämpfen Verbraucherstimmung

Teures Benzin, Angst vor dem Handelsstreit mit den USA: Der zunehmende Pessimismus über die weltwirtschaftliche Lage kommt langsam auch bei den deutschen Verbrauchern an. Was bedeutet das für das anstehende Weihnachtsgeschäft?



Shopping-Tour
Eine Passantin trägt Einkaufstüten in einer Einkaufsstraße in der Innenstadt.   Foto: Bodo Marks

Die hohe Inflation und weltwirtschaftliche Unsicherheiten dämpfen die Verbraucherstimmung in Deutschland.

Internationale Risiken wie der Handelskonflikt der USA mit China und der EU, der näher rückende EU-Austritt Großbritanniens und auch die Diskussionen um den italienischen Staatshaushalt verunsicherten zunehmend die deutschen Verbraucher. Das teilte die Nürnberger GfK mit. Sie sehen «erste dunkle Wolken am Konjunkturhimmel».

Zudem hätten die Menschen wegen der höheren Energie- und Nahrungsmittelpreise zuletzt weniger im Geldbeutel gehabt, sagte der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Benzin und Heizöl waren wochenlang spürbar teurer und haben die Inflation in Deutschland in die Höhe getrieben. So betrug die Preissteigerung im Oktober im Vergleich zum Vorjahr 2,5 Prozent - der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren. So lag die Teuerungsrate im September 2008 bei 2,8 Prozent, dem Jahr der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die steigenden Verbraucherpreise bleiben nun nicht ohne Folgen: «Dies knabbert an der Kaufkraft der Konsumenten. Wenn mehr Geld an den Zapfsäulen zu bezahlen ist, fehlt dieses für andere Anschaffungen.»

In ihrer monatlichen Konsumklimastudie sagt die GfK daher für Dezember einen Rückgang um 0,2 Zähler auf 10,4 Punkte voraus. Im Oktober und November hatte der Index jeweils noch bei 10,6 Punkten gelegen. Vor allem bei ihren Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung sind die Deutschen pessimistischer geworden - der entsprechende Wert sank zum zweiten Mal in Folge. Auch die Erwartungen an das eigene Einkommen gingen zurück, während die Sparneigung stieg. Die Deutschen legen also lieber wieder mehr Geld für schlechte Zeiten zurück.

Dabei ist die Lage am deutschen Arbeitsmarkt weiter sehr gut - und damit auch die Einkommensentwicklung. «Auch die Renten sollen im nächsten Jahr nochmals erhöht werden», sagte Bürkl. Das führe dazu, dass sich die Verbraucher im Moment noch relativ unbeeindruckt zeigten, was ihre Konsumneigung angehe. Sprich: Die Konsumenten sind immer noch bereit, Geld für größere Anschaffungen auszugeben. «Das lässt für das Weihnachtsgeschäft hoffen», sagte Bürkl. «Die Voraussetzungen sind gut.»

Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht ebenfalls davon aus, dass sich die Deutschen in diesem Jahr bei Geschenken nicht lumpen lassen. Erstmals würden voraussichtlich mehr als 100 Milliarden Euro für Spielzeug, Bücher, Schmuck, Parfüm, Gutscheine und andere Präsente ausgegeben, teilte der Verband kürzlich mit. Jeder Kunde wolle laut einer HDE-Umfrage im Schnitt 472 Euro für Festtagsgeschenke ausgeben - knapp sieben Euro mehr als im vergangenen Jahr. Andere Umfragen kommen teilweise auf deutlich geringere Summen.

Für den Handel ist es das neunte Wachstumsjahr in Folge. Viele Deutsche lassen es sich gut gehen - besonders in Segmenten wie Sport, Camping, Fahrräder, Lebensmittel, Kosmetik und Körperpflege stiegen die Umsätze. Die GfK rückt daher bisher auch nicht von ihrer Prognose für die privaten Konsumausgaben für das gesamte Jahr ab: Die Forscher gehen weiter davon aus, dass diese 2018 um etwa 1,5 Prozent steigen.

Das gute Bild werde sich erst ändern, wenn erste Unternehmen beginnen, ihre Planungen zu ändern - etwa im Hinblick auf die Zahl der Beschäftigten. Bürkl nannte hier allen voran die Automobilindustrie, der Diesel-Skandale, Elektromobilität sowie der Handelskonflikt mit den USA zu schaffen machen. Nach fast zehn Jahren Aufschwung hätten manche den Eindruck, es werde nie wieder einen Abschwung geben. Das dürfe man aber nicht glauben, sagte Bürkl: «Wenn man sich die ganzen Rahmenbedingungen auch weltwirtschaftlicher Art anschaut, ist fast die Saat schon gelegt für einen Abschwung.»

Die GfK-Konsumklimastudie basiert auf monatlich rund 2000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Union. Das Konsumklima bezieht sich nicht nur auf die Ausgaben im Einzelhandel, sondern umfasst auch Mieten, Reisen und Gesundheit.

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dpa

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28. 11. 2018
09:19 Uhr

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28. 11. 2018
09:19 Uhr



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