Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Wirtschaft

Innogy vor Übernahme selbstbewusst

Es war erst die dritte Hauptversammlung des Energiekonzerns Innogy - und womöglich schon die letzte. Denn wenn nicht noch die EU-Kommission einschreitet, wird Innogy zerschlagen. Dessen Vorstandschef zeigt sich dennoch selbstbewusst.



Innogy - Hauptversammlung
Uwe Tigges (l), Vorstandsvorsitzender der Innogy AG, und Bernhard Günther, der durch einen Säureanschlag vor einem Jahr verletzte Finanzvorstand der Innogy AG, auf der Hauptversammlung.   Foto: Roland Weihrauch

Der Chef des Energiekonzerns Innogy, Uwe Tigges, hat angesichts der geplanten Zerschlagung seines Unternehmens durch die Mutter RWE und den Konkurrenten Eon Selbstbewusstsein demonstriert.

«Wir werden übernommen, weil wir gut sind», sagte Tigges bei der möglicherweise letzten ordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens in Essen. «Unsere Mission ist nicht beendet», fügte er hinzu. Die Projekte von Innogy lebten fort, «unter welchem Konzerndach auch immer».

Die Netz- und Ökostromtochter des Energieriesen RWE soll nur drei Jahre nach ihrem Start schon wieder verschwinden. Eon will die Strom- und Gasnetze und das Endkundengeschäft von Innogy behalten und die Ökostromproduktion zusammen mit den eigenen erneuerbaren Energien an RWE weiterreichen. Zudem soll RWE mit 16,7 Prozent an Eon beteiligt werden und eine einmalige Ausgleichszahlung von 1,5 Milliarden Euro erhalten.

Tigges verwies auf ein «wenig wahrscheinliches, aber immer noch mögliches Scheitern» des Geschäfts zwischen Eon und RWE. Während der RWE betreffende Teil bereits von der europäischen Wettbewerbsbehörde genehmigt wurde, steht dies für Eon noch aus. Die Kommission prüft derzeit, ob den Stromkunden Preiserhöhungen drohen.

Eon hat sich mittlerweile fast 90 Prozent der Innogy-Aktien gesichert. Bei den verbliebenen Aktionären rief die wahrscheinliche Abschiedsvorstellung ihres Konzerns nur mäßiges Interesse hervor. Gerade einmal 250 Aktionäre waren in die Grugahalle, die mehreren Tausend Menschen Platz bietet, gekommen.

Die verbliebenen Anteilseigner konnten sich auch durch die Zukäufe von Eon in den vergangenen Monaten über einen Kursanstieg der Innogy-Aktie freuen. 2018 habe sich die Aktie nicht nur besser als der Dax entwickelt, sondern auch besser als die Aktien von RWE und Eon, sagte Thomas Deser, Fondsmanager bei Union Investment. Das sei «erfreulich und gleichzeitig erstaunlich», denn Innogy habe das dritte enttäuschende Geschäftsjahr in Folge hinter sich. Aber wegen der bevorstehenden Zerschlagung würden auf dem Kapitalmarkt andere Spielregeln als üblich gelten.

Große Probleme bereitet Innogy weiterhin das Geschäft im Großbritannien. Das Ergebnis der Vertriebstochter Npower werde sich im laufenden Geschäftsjahr weiter verschlechtern und auch auf Innogy durchschlagen, sagte Tigges. Innogy hatte die seit Jahren schwächelnde britische Tochter eigentlich in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem schottischen Energieversorger SSE einbringen wollen, doch der Deal scheiterte.

Nach der Innogy-Übernahme würde Eon zum mit weitem Abstand größten Stromlieferanten in Deutschland mit mehr als 12 Millionen Kunden. Weitere 2,1 Millionen Kunden würde der Konzern mit Gas beliefern und vielerorts die Verteilnetze betreiben. Europaweit hätte Eon dann 50 Millionen Kunden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 04. 2019
14:01 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktien Aktionäre Alternative Energien Deutscher Aktien Index Energiewirtschaftsunternehmen Eon AG Europäische Kommission Fondsmanager Hauptversammlungen Innogy Kunden RWE AG Stromkunden Union Asset Management Holding AG
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Eon-Logo

02.06.2020

Eon schluckt Innogy - Milliardendeal abgeschlossen

Der Energieversorger Innogy mit seinen rund 8 Millionen Kunden in Deutschland ist jetzt endgültig Teil des Branchenführers Eon. Eon-Chef Johannes Teyssen frohlockt. Vergleichbares habe es in Deutschland seit langem nicht... » mehr

Innogy

04.03.2020

Zerschlagung von Innogy auf der Zielgeraden

Vor knapp dreieinhalb Jahren war die RWE-Ökostromtochter Innogy mit großen Ambitionen an die Börse gekommen. Doch jetzt zählt das Unternehmen seine letzten Tage. Aktionäre sind verärgert. » mehr

Datteln 4

26.06.2020

RWE will keinen Strom aus Datteln 4

RWE will zu einem führenden Erzeuger von Ökoenergie werden. Strom aus dem neuen Steinkohlekraftwerk Datteln 4 passt da nicht ins Bild. Deshalb will Konzernchef Schmitz einen alten Vertrag loswerden. » mehr

Innogy

23.03.2020

Stromkonzern Innogy verdient zum Abschied weniger

Erst vor knapp dreieinhalb Jahren war die RWE-Ökostromtochter Innogy mit großen Ambitionen an die Börse gekommen. Doch jetzt zählt das Unternehmen seine letzten Tage. Die Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr fiel mäßi... » mehr

RWE Quartalszahlen

14.05.2020

Stromproduzent RWE ohne Corona-Schäden 

Steigende Gewinne und gute Aussichten: Dem Energiekonzern RWE ist trotz Corona ein guter Start in das Jahr 2020 gelungen. Nur ein Investor aus Norwegen hat die Zufriedenheit in Essen etwas getrübt. » mehr

Innogy

27.05.2020

Versorger wollen Eon-RWE-Deal vor Gericht zu Fall bringen

Die früheren Rivalen Eon und RWE haben ihre Geschäfte neu aufgeteilt und kommen sich auf den Energiemärkten nicht mehr in die Quere. Die EU-Kommission hat dazu ihren Segen gegeben. Einige kleinere Versorger wollen sich n... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Vermisstensuche bei Zell Zell

Vermisstensuche bei Zell | 10.07.2020 Zell
» 18 Bilder ansehen

Mini-Stadtfest am Wochenmarkt in Rehau

Mini-Stadtfest in Rehau | 05.07.2020 Rehau
» 52 Bilder ansehen

20200516_143430

4. Bratwurstlauf 2020 |
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 04. 2019
14:01 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.