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Januar-Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

Typisch Januar: Die Zahl der Arbeitslosen ist zum Jahresauftakt wieder deutlich gestiegen. Grund dafür ist das kalte Winterwetter, bei dem die Arbeit im Freien oft ruht. Die Aussichten für das Jahr bleiben aber positiv - trotz internationaler Unsicherheiten.



Arbeitsagentur
Wegen des kalten Winterwetters ruht vor allem in den Außenberufen, wie im Bau, in Gärtnereien oder in der Landwirtschaft häufig die Arbeit.   Foto: Jens Büttner

Winterpause auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen ist zum Jahresauftakt saisonbedingt im Vergleich zum Vormonat um 196.000 auf 2,406 Millionen gestiegen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit.

Die Nürnberger Bundesbehörde verzeichnete damit die niedrigste Januar-Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Punkte auf 5,3 Prozent.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei moderat ausgefallen und am unteren Rand der vergangenen Jahre - «so dass wir aus den Zahlen keine negative Prognosen sehen», sagte BA-Chef Detlef Scheele. In den Vorjahren war teils ein Anstieg von 240.000 bis 260.000 Arbeitslosen üblich. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Jobsucher um 165.000 zurück.

«Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern bleibt auf einem sehr hohen Niveau», so Scheele. Bereinigt um saisonale Schwankungen wäre die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 2000 gesunken. «Der Arbeitsmarkt ist trotz konjunktureller Abschwächung gut in das neue Jahr gestartet.» Auch in den kommenden Monaten werde die Arbeitslosigkeit weiter sinken - wenn auch nicht mehr ganz so schwungvoll wie im vergangenen Jahr.

Wegen der niedrigen Temperaturen ruht vor allem in den Außenberufen - wie im Bau, in Gärtnereien oder in der Landwirtschaft - die Arbeit. Betriebe trennen sich deshalb über den Winter von einem Teil ihrer Belegschaft. Die Zahl der Arbeitslosen etwa im Bau ging den Zahlen nach im Januar um 37.000 nach oben. Auch im Gastgewerbe (+16 000) und im Handel (+14.000) verzeichnete die BA einen merklichen Anstieg. «Hier laufen zum Jahresende viele Arbeitsverträge aus, die für das Weihnachtsgeschäft befristet geschlossen wurden», erklärte Scheele.

Im Januar würden auch weniger Fortbildungen und andere Maßnahmen beginnen. «Damit werden auch mehr Menschen arbeitslos gezählt, die sich sonst in der Unterbeschäftigung befänden», erklärte Scheele. Rechnet man jene Jobsucher hinzu, die derzeit Aus- und Fortbildungen oder Förderkurse absolvieren, gab es im Januar mit 3,291 Millionen rund 900.000 Arbeitslose mehr. Saisonbereinigt ist aber auch diese Zahl rückläufig - sie ging um 222.000 im Vergleich zum Vorjahr zurück. Bei der Bundesagentur waren im Januar zugleich etwa 758.000 offene Stellen gemeldet - 21.000 mehr als vor einem Jahr.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zeigte sich zufrieden mit die Entwicklung: «Nach dem Rekordjahr 2018 steht der deutsche Arbeitsmarkt auch zu Beginn des neuen Jahres sehr gut da.» Trotz der abgeschwächten Konjunkturaussichten und der bestehenden weltwirtschaftlichen Risiken zeige sich der Jobmarkt mehr als robust. «Die Perspektiven bleiben positiv.»

Auch Scheele zeigte sich weiter optimistisch. «Es ist ein Abschwächen, aber kein Abschwung sichtbar», sagte er mit Blick auf das Wirtschaftswachstum. Die Beschäftigung etwa habe sich seit der globalen Rezession in Folge der Finanzkrise vor rund zehn Jahren stärker vom Auf und Ab entkoppelt. So würden Engpässe dazu führen, dass Unternehmen Fachkräfte längerfristig an sich binden.

Der anstehende Brexit macht Scheele keine Sorgen. Natürlich seien Branchen betroffen, etwa die Luftfahrtindustrie sowie Verkehr und Logistik, so der Behörden-Chef. «Aber wir sehen nicht, dass es nachhaltige Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt hat.» Die BA bereite sich mit dem Bundesarbeitsministerium zusammen auf den für Ende März geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union vor. Dabei gehe es unter anderem um die Abwicklung von Transferleistungen wie Arbeitslosengeld.

Die Zahl der Erwerbstätigen lag nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes im Dezember bei 45,08 Millionen - das ist ein Plus von 42.000 im Vergleich zum Vormonat, zum Vorjahr waren es 488.000 Erwerbstätige mehr.

Der Anstieg beruhe überwiegend auf mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Deren Zahl hat laut Hochrechnungen der Bundesagentur von Oktober auf November saisonbereinigt um 50.000 zugenommen. Damit hatten 33,50 Millionen Menschen in Deutschland zuletzt einen regulären Job - 666.000 mehr als ein Jahr zuvor. Am stärksten wächst die Beschäftigung laut BA im Verarbeitenden Gewerbe. In der Zeitarbeit sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen waren demnach weniger Menschen beschäftigt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
31. 01. 2019
15:03 Uhr

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31. 01. 2019
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