Lade Login-Box.
Topthemen: Kommunalwahl 2020Bilder vom WochenendeHof-GalerieBlitzerwarner

Wirtschaft

Klare Preisangaben an Ladesäulen gefordert

An der Zapfsäule steht der Preis für den Liter Benzin oder Diesel. Dagegen sei das an öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos häufig nicht der Fall, kritisieren Verbraucherschützer - und nehmen eine Tochter des Mineralölkonzerns Shell ins Visier.



Ladesäule für E-Auto
Laut einer Studie könnten im Jahr 2030 weltweit erstmals mehr E-Autos als Verbrenner verkauft werden.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Verbraucherschützer kritisieren fehlende Preisangaben an öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat deshalb die Shell-Tochter The New Motion Deutschland abgemahnt.

New Motion verpflichte die Kunden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, «den Preis für das Laden seines E-Autos selbst zu recherchieren», sagte Michelle Jahn, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW. Damit wälze die Shell-Tochter ihre Pflicht zur klaren Preisinformation unzulässig auf die Autofahrer ab.

New Motion bietet nach eigenen Angaben den Nutzern seiner Ladekarten Zugang zu einem Netzwerk aus über 125.000 öffentlichen Ladepunkten in 35 Ländern in ganz Europa.

Die seit 2010 in Deutschland aktive Shell-Tochter hat europaweit mehr als 52.000 eigene Ladepunkte installiert. Das Unternehmen betonte, seine Dienstleistungen seien «selbstverständlich gesetzeskonform». Sollte die Geschäftsbedingungen «nicht dem aktuellen deutschen Recht entsprechen, werden wir sie entsprechend aktualisieren».

Kunden von New Motion können ihre Fahrzeuge an Ladesäulen verschiedener Betreiber aufladen. Innerhalb dieses Netzwerkes gebe es sehr unterschiedliche Preise und Abrechnungsmodelle, sagte Jahn. Etwa nach Strommenge, nach Zeit oder pro Ladevorgang.

Zur Ermittlung des Preises verweise New Motion auf Apps, ein Portal und eine Website. «Vorgeschrieben ist aber, dass ein Unternehmen aktiv über den Endpreis informieren muss, bevor ein Vertrag zustande kommt.»

Das Fehlen transparenter Preisangaben für E-Autos sei «derzeit leider weit verbreitet», kritisierte Jahn. Auch der ADAC hatte bemängelt, dass an den Ladesäulen oft unklar sei, wie viel die einzelne Kilowattstunde am Ende koste.

Ein Betreiber kassiere neben der monatlichen Grundgebühr pauschal Geld pro Ladevorgang. Ein anderer berechne den Strompreis je angefangene Stunde oder auf fünf Minuten genau. Außerdem hätten viele Anbieter unterschiedliche Tarifmodelle. Die Folge: Verbraucher verlören den Überblick.

Auch aus Sicht der Monopolkommission ist für Autofahrer ein verlässliche Preisvergleich beim Laden von Elektroautos schwierig. Dieser müsse auf einer einheitlichen Abrechnungseinheit basieren, wie es zum Beispiel bei Tankstellen mit dem Preis je Liter Kraftstoff der Fall sei, hatte die Kommission in einem Gutachten zum Energiemarkt festgestellt. Beim Laden von Elektrofahrzeugen erschwere jedoch die Vielzahl der Tarifsysteme den Vergleich.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 01. 2020
16:20 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
ADAC Benzin Boston Consulting Group Diesel Elektroautos Energiemarkt Kraftstoffe Monopolkommission Royal Dutch Shell Stromkosten Strompreise Tankstellen Verbraucherschützer Verbraucherzentralen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Zukunft im Tank

20.01.2020

So sollen Kraftstoffe klimaneutral werden

Alle reden über die E-Mobilität. Doch so wichtig ihr Durchbruch für eine bessere CO2-Bilanz ist: Herkömmlicher Sprit hat noch große Öko-Reserven. Forscher entwickeln klimaschonendere Lösungen für Autos, Schiffe, Flugzeug... » mehr

MAN

11.02.2020

MAN bringt neue Lkw-Generation

Fahrermangel und knappe Gewinnmargen sind große Herausforderungen für Transportunternehmen. Der Münchner Lkw-Bauer verspricht ihnen, ihr Leben in beiden Punkten einfacher zu machen. » mehr

Tankstelle

04.07.2019

Mehrheit der Bürger hat Interesse an klimaschonendem Sprit

Klimaschonende Kraftstoffe stoßen bei den Deutschen einer Umfrage zufolge auf reges Interesse. Doch in der Politik ist man sich uneins, ob der Einsatz im Autoverkehr sinnvoll wäre. » mehr

Shell-Tankstelle

04.02.2020

«Klimaneutrales» Autofahren? Neues Angebot von Shell

Wirksamer Klimaschutz oder nur ein Obolus zur Beruhigung des eigenen Gewissens? Shell-Kunden können künftig ihren CO2-Ausstoß mit einem Aufpreis auf den Spritpreis ausgleichen. Der Verbrennungsmotor bleibt noch für Jahrz... » mehr

Unternehmer Hans Peter Stihl

20.12.2019

Stihl: E-Autos setzen sich im Überlandverkehr nicht durch

Hans Peter Stihl hat den eigenen Familienbetrieb zu einer Weltmarke bei Motorsägen gemacht und war lange einer der mächtigsten deutschen Wirtschaftsbosse. Doch den großen Autofirmen vertraut er inzwischen kaum mehr. » mehr

Preise an Tankstellen

02.05.2019

Spritpreise Ende April auf Jahreshöchststand

Die US-Sanktionen gegen den Iran und der schwächere Euro haben die Öl- und Benzinpreise weiter steigen lassen. An der Tankstelle sei der 28. April der bisher teuerste Tag des Jahres gewesen mit durchschnittlich 1,49 Euro... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Friedliche Kundgebung gegen AfD

Friedliche Kundgebung gegen AfD | 21.02.2020 Hof
» 72 Bilder ansehen

Weiberfasching Stadtsteinach

Weiberfasching Stadtsteinach | 20.02.2020 Stadtsteinach
» 9 Bilder ansehen

EC Peiting vs. Selber Wölfe

EC Peiting vs. Selber Wölfe | 21.02.2020 Peiting
» 44 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 01. 2020
16:20 Uhr



^