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Klima-Aktivisten blockieren Haupteingang der IAA

Vor den Toren der Internationalen Automobilausstellung fordern Tausende Menschen eine klimafreundliche Verkehrspolitik. Die Proteste in Frankfurt richten sich aber nicht nur gegen die Autoindustrie.



Protest vor der IAA
Aktivisten von "Sand im Getriebe" blockieren den Haupteingang der IAA.   Foto: Lennart Stock » zu den Bildern

Mehrere Tausend Menschen haben am ersten Publikumswochenende der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt mehr Klimaschutz und eine rasche Verkehrswende gefordert.

Rund 15.000 Demonstranten kamen nach Polizeiangaben am Vortag zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu einer Kundgebung direkt vor dem Messegelände, die Veranstalter gaben die Zahl mit 25.000 an. Redner kritisierten neben der Auto-Industrie auch die Bundesregierung. Am Sonntag sorgten mehrere hundert Aktivisten mit Blockadeaktionen für Aufsehen.

Zur Blockade aufgerufen hatte das Bündnis «Sand im Getriebe» aus Umwelt- und Klimaaktivisten. Die Demonstranten setzten sich auf die Stufen vor dem Haupteingang und machten ihn bis zum Nachmittag unpassierbar. Zeitweise waren zudem ein weiterer Eingang sowie einzelne Zufahrtswege dicht. «Wir setzen damit ein deutliches Zeichen gegen das zerstörerische Verkehrssystem, für das die weltgrößte Automesse nach wie vor steht», teilten die Organisatoren mit. Die Zahl der Demonstranten gaben sie mit insgesamt 1000 an. Die Polizei sprach von einem weitgehend friedlichen Verlauf.

Die IAA rief ihre Besucher über Twitter auf, auf freie Eingänge auszuweichen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zog ungeachtet der Proteste als Veranstalter eine positive Bilanz des Wochenendes und sprach von gut gefüllten Messehallen. Die IAA 2019 hatte am Vortag ihre Tore für die breite Öffentlichkeit geöffnet, rund 60.000 Besucher seien an dem Tag gekommen, Zehntausende seien es auch am Sonntag gewesen. «Dieser Sonntag ist eine Abstimmung mit den Füßen für das Automobil», erklärte der scheidende VDA-Präsident Bernhard Mattes. Die Messe dauert noch bis 22. September.

Das Bündnis «#aussteigen», das die Proteste am Samstag organisierte, warf der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und aus Profitgier unter anderem weiter auf klimaschädliche Stadtgeländewagen (SUVs) zu setzen. Gefordert wurde Vorrang für Fuß- und Radverkehr, ein starker Ausbau von Bus und Bahn sowie ein klimaneutraler Verkehr bis 2035. Die Bundesregierung müsse «liefern und den Rahmen setzen für eine Wende weg von der autofixierten Verkehrspolitik und hin zu klimafreundlichen, sauberen und lebenswerten Städten». Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung sein Maßnahmenpaket vorlegen.

VDA-Präsident Mattes sagte, Proteste gehörten zur lebendigen Debattenkultur. Klimaschutz und individuelle nachhaltige Mobilität dürften aber nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Lösung seien nicht Verbote, sondern Innovationen. Die Automobilindustrie investiere in den nächsten drei Jahren 40 Milliarden Euro in Elektromobilität und alternative Antriebe.

Industriepräsident Dieter Kempf kritisierte die Debatte über mögliche Verbote für Stadtgeländewagen. Die Diskussion über den Einsatz von SUVs war nach einem Unfall mit vier Toten in Berlin-Mitte ausgelöst worden. «In Berlin ist ein besonders schlimmer Unfall mit einem SUV passiert - der uns alle schockiert hat», sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) dem «Spiegel». «Dass mancher das Ereignis sofort instrumentalisiert, um sein eigenes politisches Süppchen zu kochen, finde ich total daneben.» Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner fordert eine höhere Besteuerung von SUVs.

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dpa

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Veröffentlicht am:
15. 09. 2019
18:16 Uhr

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15. 09. 2019
18:16 Uhr



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