Lade Login-Box.
Topthemen: Kommunalwahl 2020Bilder vom WochenendeHof-GalerieBlitzerwarner

Wirtschaft

Krisen in Argentinien und Brasilien treffen Merck

In Südamerika stecken wichtige Schwellenländer in der Krise, ihre Währungen verloren an Wert. Das spürt auch der Pharma- und Chemiekonzern Merck bei der Umrechnung von Umsätzen vor Ort. Im Tagesgeschäft gibt es aber Lichtblicke.



Merck
Nahrungsergänzungstabletten sind um ein Merck-Logo platziert.   Foto: Arne Dedert/Illustration

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck braucht im schwierigen Jubiläumsjahr weiter einen langen Atem. Zwar lief es im dritten Quartal im kriselnden Geschäft mit Flüssigkristallen etwa für Displays wieder besser, doch dem Konzern machen negative Wechselkurseffekte zunehmend zu schaffen.

Vor allem wegen der starken Abwertung lateinamerikanischer Währungen geht Merck 2018 von einem noch stärkeren Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns aus, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch in Darmstadt mit. Hingegen traut er sich nach starken Geschäften mit Arznei und Laborbedarf mehr Umsatz zu.

Angesichts von Wirtschaftskrisen haben der argentinische Peso und der brasilianische Real stark an Wert verloren. Umsätze von Merck in diesen wichtigen Schwellenländern fallen so bei der Umrechnung in Euro niedriger aus. Argentinien steckt in einer Zahlungskrise und kämpft mit einer hohen Inflation. Jüngst gewährte der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land finanzielle Hilfen. Auch Brasilien leidet unter schwachem Wachstum. Merck verkauft Arzneien in beide Länder und hat Währungsverluste nicht an der Börse abgesichert.

Von Juli bis September rutschte der bereinigte Betriebsgewinn wegen der Währungseffekte um knapp 6 Prozent auf 963 Millionen Euro ab. Aus eigener Kraft lief es für Merck aber besser als erwartet: Die Erlöse stiegen um 6,6 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. «Im dritten Quartal haben wir über alle drei Unternehmensbereiche hinweg ein kräftiges organisches Umsatzwachstum erzielt», erklärte Chef Stefan Oschmann.

Vor allem das boomende Geschäft mit Laborausstattung stützte Merck. Die Umsätze in dem Bereich, der Produkte für die Pharmaforschung von Laborwassersystemen bis Komplettlösungen für die Arzneiproduktion verkauft, stiegen um 8,5 Prozent. Auch bei Medikamenten etwa gegen Unfruchtbarkeit und Diabetes lief es rund: In der gesamten Sparte wuchsen die Erlöse um 6,6 Prozent.

Lichtblicke gab es auch in der Spezialchemie, in der Merck bei Flüssigkristallen für Smartphone- und TV-Displays unter dem Preisdruck asiatischer Konkurrenz leidet. Das lange Zeit unangefochtene Geschäft mit Flüssigkristallen gilt als größte Baustelle bei Merck.

Für das gesamte Jahr erwartet der Konzern nun etwas mehr Umsatz. Die Erlöse sollen bei bis zu 14,8 Milliarden Euro liegen, bisher waren maximal 14,6 Milliarden angepeilt. Das um Sonderposten bereinigte Betriebsergebnis dürfte hingegen noch weiter zurückgehen. Gerade wegen des Preisdrucks bei Flüssigkristallen hatte der Konzern, der im Sommer 350 Jahre alt wurde, 2018 als Übergangsjahr bezeichnet.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
12:06 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Chemiekonzerne Erlöse Internationaler Währungsfonds Pharmabranche Schwellenländer Stefan Oschmann Südamerika Tagesgeschäfte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Merck

07.03.2019

Merck entschlossen zu Übernahme von Versum

Im Bieterwettkampf um den US-Halbleiterzulieferer Versum bleibt Merck hartnäckig. Die Skepsis der Amerikaner schreckt den Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern nicht. Auch im Tagesgeschäft soll es dieses Jahr wieder aufw... » mehr

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen

20.01.2020

Weltwirtschaft kommt sachte in Gang

Zum 50. Mal trifft sich die globale Wirtschaftselite in Davos. Die Weltkonjunktur steht wieder etwas besser da als im vergangenen Jahr. Doch es werden harte Diskussionen um Klima und soziale Gerechtigkeit erwartet. » mehr

Inflation

16.01.2020

Inflationsrate in Argentinien klettert auf 53,8 Prozent

Damit gehört Argentinien zu den Ländern mit der höchsten Inflationsrate weltweit. Befeuert wurde die Teuerung vor allem von der heftigen Abwertung der Landeswährung Peso. » mehr

Produktion bei Merck

15.09.2019

Sorge vor ungeordnetem Brexit: Merck stockt Arzneilager auf

Der Merck-Konzern stellt sich beim Brexit auf den Ernstfall ein: Er stockt vorsorglich die Arzneivorräte auf. Das No-Deal-Schreckensszenario sei wahrscheinlicher geworden, glaubt der Vorstandschef. » mehr

Bayer AG

30.10.2019

Bayer bekräftigt Jahresziele - Glyphosat-Klagewelle rollt

Der Streit um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat verhagelt Bayer die Freude über positive Quartalszahlen. Die Klagewelle gegen das Bayer-Tochterunternehmen Monsanto in den USA reißt nicht ab. » mehr

Merck

08.03.2019

Versum lehnt Übernahmeangebot von Merck weiter ab

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck beißt bei seiner geplanten Übernahme des Halbleiterzulieferers Versum trotz intensiven Werbens weiter auf Granit. Das US-Unternehmen bekräftigte am Freitag seine Ablehnung ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bad Alexandersbad

Wahlpodium im EBZ Bad Alexandersbad | 16.02.2020 Bad Alexandersbad
» 40 Bilder ansehen

Prunksitzung in Veitshöchheim Veitshöchheim

Prunksitzung in Veitshöchheim | 15.02.2020 Veitshöchheim
» 210 Bilder ansehen

Starbulls Rosenheim -VER Selb n.V. 4:3 Rosenheim

Starbulls Rosenheim -VER Selb n.V. 4:3 | 16.02.2020 Rosenheim
» 48 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
12:06 Uhr



^