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Kuka-Chef verhandelt mit chinesischem Eigner über Ablösung

Der Einstieg der Chinesen bei dem deutschen Hightech-Unternehmen hatte auch in der Politik für Unruhe gesorgt. Firmenchef Reuter unterstützte den umstrittenen Deal und trug auch dazu bei, dass sich die Wogen glätteten. Jetzt scheint seine Mission erfüllt zu sein.



Till Reuter
Till Reuter ist seit 2009 Vorstandschef der Kuka AG.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Knapp zwei Jahre nach der mehrheitlichen Übernahme des Roboterherstellers Kuka durch chinesische Investoren wird die Firmenspitze möglicherweise neu besetzt.

Kuka-Vorstandschef Till Reuter und Aufsichtsratschef Andy Gu führen «Gespräche über die vorzeitige Beendigung der Vorstandstätigkeit», wie das börsennotierte Unternehmen in der Nacht zum Samstag überraschend mitteilte.

Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Der Aufsichtsrat habe darüber noch nicht beraten und beschlossen, hieß es in einer Pflichtmitteilung über «mögliche Veränderungen im Vorstand» lediglich. Reuter ist seit 2009 Vorstandschef der Kuka AG. Sein Vertrag wurde im Frühjahr 2017 bis Ende März 2022 verlängert.

Kuka ist einer der technologisch führenden Hersteller von Robotern für die Industrie und war Anfang 2017 nach langem Ringen mehrheitlich vom chinesischen Hausgeräte-Hersteller Midea übernommen worden. Der Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt, da chinesische Unternehmen verstärkt in deutsche Hightech-Unternehmen investieren. Politiker in Brüssel und Berlin hatten sich dagegen ausgesprochen, dass Spitzentechnologien in chinesische Hände fallen. Midea hält nach Unternehmensangaben fast 95 Prozent der Kuka-Anteile.

Aus Unternehmenskreisen verlaute am Samstag, die Chinesen wollten die Integration der Unternehmen vorantreiben und die Kontrolle auch auf das operative Geschäft von Kuka ausweiten. Die Eigentümer wollten ihre Vorstellungen durchsetzen und stärker die Führung übernehmen.

Zuletzt hatte das Augsburger Unternehmen mit 13 710 Beschäftigten nach einer langen Wachstumsphase seine Jahresprognose wegen eingetrübter Aussichten gesenkt. Zu einer schlechteren Entwicklung im Geschäft mit Autos kämen Unwägbarkeiten im chinesischen Automatisierungsmarkt hinzu, hatte Kuka bei Vorlage der Quartalszahlen Ende Oktober mitgeteilt.

Für 2018 werde ein Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro erwartet statt der zuvor angepeilten Erlöse von mehr als 3,5 Milliarden Euro. Vorstandschef Reuter hatte angekündigt, «auf die verschärften konjunkturellen Rahmenbedingungen» zu reagieren und einen «stärkeren Fokus» auf das Effizienzprogramm zu legen.

Vor der endgültigen Übernahme hatten Kuka und die Chinesen Ende Juni 2016 eine Vereinbarung unterzeichnet, die Midea bis Ende 2023 vertraglich an weitreichende Zusagen bindet. Dazu gehören nach der damaligen Mitteilung Standort- und Beschäftigungsgarantien, das Bekenntnis zur Strategie von Kuka sowie zur Unabhängigkeit des Vorstands. Ferner ging es um Vereinbarungen zum Schutz von Geschäftspartner-Daten sowie die Zusage, keinen Beherrschungsvertrag anzustreben und die Börsennotierung bestehen zu lassen.

Kuka-Chef Reuter sagte seinerzeit zu der Abschirmungs- und Investorenvereinbarung, die vereinbarte Laufzeit von 7,5 Jahren gehe weit über das übliche Maß hinaus. «Sie schützt die Interessen unseres Unternehmens, unserer Geschäftspartner, unserer Mitarbeiter und unserer Aktionäre bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein.»

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Veröffentlicht am:
24. 11. 2018
14:31 Uhr

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