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Wirtschaft

Landwirte kämpfen noch immer mit Folgen der Dürre

Das vergangene Dürrejahr haben die Landwirte immer noch nicht verkraftet. Die Prognosen für die diesjährige Ernte sind sehr vorsichtig. Die Lage der Betriebe bleibt weiter angespannt.



Getreideernte bei Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern
Getreideernte bei Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern.   Foto: Stefan Sauer

Zu trocken und zu wenig Regen: Landwirte und ihre Äcker mussten vielerorts seit Jahresbeginn wieder einiges verkraften.

«Im Juli und August ist jetzt Regen wichtig», sagte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, im brandenburgischen Dallgow-Döberitz zum Auftakt der diesjährigen Erntesaison. Dann könne das Korn richtig ausreifen. Auch Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Futtergetreide benötigten Wasser fürs Wachstum.

In diesem Jahr rechnen die Landwirte bei der Getreideernte noch mit negativen Auswirkungen der letzten Dürre. Gegenüber 2018 werde die Ernte zwar rund neun Millionen Tonnen höher liegen, sagte Rukwied.

Insgesamt werden nach der Prognose rund 47 Millionen Tonnen Getreide erwartet. Das seien aber rund eine Million Tonnen weniger als zwischen 2013 und 2017 durchschnittlich eingeholt wurden. Das vergangene schlechte Erntejahr wurde nicht einberechnet.

In vielen Betrieben werde es angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage keine Entspannung geben. «Die Wettersituation ist für uns wieder eine große Herausforderung», sagte der Verbandspräsident.

«In der Uni hat man uns gesagt, dass Brandenburg mal zur Wüste wird», sagte Willi Groß, Betriebsleiter des Agrarbetriebes in Dallgow-Döberitz. «Ich habe das nicht geglaubt. Das muss ich nun überdenken», sagte der Landwirt, der im dritten Jahr in Folge Einbußen wegen des Wetters zu beklagen hat.

Gerade läuft auf seinen Feldern der Drusch der Gerste. Das Getreide steht zwar trocken, aber zufrieden ist er nicht. Statt mit einem Ertrag von vier bis fünf Tonnen je Hektar rechnet er mit zwei bis drei.

Sein Kollege Rukwied sieht beim Anblick der Ähren, dass in den vergangenen Wochen Wasser beim Wachstum fehlte. Viele Landwirte überlegten angesichts der zunehmenden Wetterunbilden, wie sie sich auf die Situation einstellen können: welche Kulturen, welche Anbaupläne oder Fruchtfolgen. Widerstandsfähigere Sorten - ohne Gentechnik gezüchtet - sind das Ziel.

Die Fläche für den Winterrapsanbau ist beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent bundesweit auf 337.000 Hektar zurückgegangen. Zum einen musste die Aussaat im Vorjahr wegen der Dürre ausfallen. Zudem kritisieren Landwirte, dass aus ihrer Sicht erfolgreiche Pflanzenschutzmittel nicht mehr verwendet werden dürfen. 3,3 Millionen Tonnen Winterraps werden erwartet, nach etwa 5,2 Millionen Tonnen durchschnittlich jährlich zwischen 2013 und 2017. Raps sei eine wichtige Kultur, sagte Rukwied. Sie lockere den Boden auf und sei eine gute Vorfrucht vor Wintergetreide.

Rukwied appellierte an den Bund, mehr Möglichkeiten zur Selbsthilfe für Agrarbetriebe zu schaffen. «Wir wollen keine dauerhafte staatliche Hilfe», stellte er mit Blick auf die jüngsten Hilfen nach dem vergangenen Dürrejahr von Bund und Ländern klar. Gefordert werde dagegen eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage. Betriebe könnten dann in guten Jahren Geld in die Bilanz oder zur Seite legen, ohne es versteuern zu müssen. «Das würde für mehr Liquidität sorgen», betonte er. Auch Versicherungen gegen Dürreschäden mit einer reduzierten Versicherungssteuer würden helfen.

Der Brandenburger Präsident des Landesbauernverbandes Henrik Wendorff sagte über die diesjährige Situation: «Es ist besser als im letzten Jahr. Aber das ist auch keine Kunst.» Die Betriebe würden zwar nicht von einer Dürre bedroht. Doch die gute Ernte, die man brauche, werde ausbleiben. Aber: «Wir kommen über das Jahr.»

In Deutschland wird auf 6,4 Millionen Hektar Getreide angebaut. Der Verband vertritt bundesweit 300.000 Landwirte und ihre Familien.

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
15:19 Uhr

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