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Wirtschaft

Lokführer wollen mehr Geld und klarere Regeln für Ruhezeiten

Nach der Gewerkschaft EVG steigt auch die Lokführergewerkschaft GDL in die Tarifrunde ein. Die Geldforderungen beider sind gleich, der Schwerpunkt sonst aber ein anderer. Der streitbare GDL-Chef Weselsky überrascht.



DB-Mitarbeiter
Servicemitarbeiter der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main.   Foto: Andreas Arnold

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will in der Tarifrunde 2018 mit der Deutschen Bahn möglichst ohne Streik zu einem Kompromiss kommen. Sie fordert 7,5 Prozent mehr Geld bei zwei Jahren Vertragslaufzeit und präzisere Arbeitszeitregeln.

«Beide Seiten starten mit dem festen Willen, im Verhandlungswege zu einem Ergebnis zu kommen», sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky vor dem ersten Treffen beider Seiten in Berlin. Er sage «ganz klar und deutlich: Wir definieren uns in dieser Zeit, wenn wir nicht dazu herausgefordert werden, über Verhandlungen», antwortete Weselsky auf die Frage nach Streiks noch in diesem Jahr.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler zeigte sich zuversichtlich, dass eine Einigung bald gelingen könne. «Es ist unsere Absicht, dass wir das möglichst vor Weihnachten abschließen. Das ist sehr ambitioniert, aber aus unserer Sicht machbar», sagte Seiler.

Die GDL will die Regeln für Ruhezeiten zwischen den Schichten und Pausen für die rund 36 000 Mitarbeiter des Zugpersonals konkreter festlegen, wie Weselsky verdeutlichte. Viele Manager im Bahnkonzern versuchten, die bestehenden Tarifregeln zur Arbeitszeit zu umgehen. Das Zugpersonal arbeite rund um die Uhr und brauche deshalb spezielle Arbeitszeitregelungen im Tarifvertrag.

Anders als für die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) steht für die GDL die Wahlmöglichkeit zwischen mehr Geld, mehr Urlaub oder weniger Wochenarbeitszeit nicht im Mittelpunkt. «Eine weitere Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei gleichem Entgelt ist von uns weder gefordert noch zielführend in dieser Personalsituation», sagte der GDL-Chef mit Blick auf den Fachkräftemangel, den auch die Bahn spürt.

Die EVG hatte am Donnerstag erstmals mit der Bahn verhandelt. Anschließend hieß es bei der Gewerkschaft, das angestrebte Wahlrecht zwischen Lohnerhöhung und mehr Freizeit könne zum «Knackpunkt» dieser Tarifrunde werden. Die jüngste Lohnerhöhung können die Eisenbahner seit Anfang dieses Jahres auf Wunsch in sechs Tage mehr Urlaub oder eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit umwandeln. Die EVG will dieses Wahlmodell erweitern.

Die GDL verhandelt für rund 36 000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter fallen nach Bahn-Angaben 18 800 Lokführer, 3200 Lokrangierführer, 9100 Zugbegleiter, 2600 Mitarbeiter der Bordgastronomie und 2100 Verkehrsplaner. Insgesamt geht in den Tarifverhandlungen um 160 000 Beschäftigte, darunter auch die von Tochtergesellschaften wie DB Services oder DB Sicherheit.

Nach den Worten Weselskys wird es eine Abstimmung mit der konkurrierenden EVG während der Verhandlungen voraussichtlich nicht geben. Bahnvorstand Seiler hielt fest, «dass wir an mehr oder weniger parallel verlaufenden Verhandlungen interessiert sind, um auch möglichst über diesen Weg inhaltsgleiche Ergebnisse zu erzielen».

Die nächsten Verhandlungstermine sind bereits vereinbart: Mit der EVG geht es am 29. Oktober und 15. November weiter. Die nächsten Runden mit der GDL sind für den 2. November und 19. November vereinbart.

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 10. 2018
13:24 Uhr

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12. 10. 2018
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