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Macron startet mit Deutschland «Airbus der Batterien»

Mit Milliardenaufwand wird in Europa eine Batteriezellen-Produktion aufgebaut. Der alte Kontinent will damit unabhängiger von Asien werden. Deutschland und Frankreich ziehen dieses Mal an einem Strang.



Batteriezellenpilotanlage in Nersac
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (l) und Bundesforschungsminiserin Anja Karliczek läuten in der Fabrik des Batterieherstellers Saft in Nersac den Bau einer Pilotanlage für Battereizellen für den Automobilbau ein.   Foto: Christian Böhmer/dpa

Deutschland und Frankreich haben gemeinsam eine Pilotfertigung für Batteriezellen auf den Weg gebracht und milliardenschwere Investitionen für diesen Industriezweig zugesagt.

Es gehe bei dem europäischen Vorhaben um einen «Airbus der Batterien», sagte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron am Donnerstag in einer Fabrik des Herstellers Saft im südwestfranzösischen Nersac an der Seite von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

EU-Länder wollen rechtzeitig zu dem erwarteten Boom von Elektroautos Batteriefabriken aufbauen. Europa müsse unabhängiger von Batterieherstellern in Asien werden, die die Preise anheben könnten «wie sie wollten», warnte Macron.

«Es ist seit der Schaffung von Airbus das erste Mal, dass wir eine industrielle Produktion dieser Größenordnung aufbauen», ergänzte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire mit Blick auf den europäischen Flugzeugbauer, der bedeutende Standorte in Deutschland und Frankreich hat.

Die Pilot- und Versuchsanlage in Nersac bei Angoulême soll ab Mitte 2021 anlaufen und bis spätestens 2023 ihre volle Kapazität erreichen, sagte eine Sprecherin des Mutterkonzerns Total. Geplant sind Investitionen von rund 200 Millionen Euro. Ein erster Unternehmensverbund umfasst Saft, den Peugeot-Hersteller PSA und dessen deutsche Tochtergesellschaft Opel.

«Die Pilotfertigung, die wir jetzt hier haben, ist im Grunde der Vorläufer für die Serienzellfertigung», sagte Karliczek. Die Serienproduktion sei dann im nordfranzösischen Douvrin und in Kaiserslautern bei Opel geplant. In Kaiserslautern solle 2024 begonnen werden. Macron sagte, dass bei der Serienfertigung in beiden Ländern auf längere Sicht jeweils 2000 bis 2500 Jobs geschaffen werden könnten.

Opel-Chef Michael Lohscheller erklärte in Rüsselsheim: «In Kaiserslautern bauen wir Deutschlands größtes Werk für Batteriezellen. Wir investieren gemeinsam mit unserem Partner Saft einen Milliardenbetrag und schaffen 2 000 Arbeitsplätze.»

Karliczek erklärte, die Batterietechnologie werde an Bedeutung gewinnen. «Deshalb ist es wichtig, dass Deutschland und Frankreich als starke Wirtschaftsnationen innerhalb der Europäischen Union hier eng zusammenarbeiten.» Europa müsse dabei die gesamte Wertschöpfungskette für Batterien abdecken: «Bei dieser Schlüsseltechnologie wollen wir nicht abhängig von anderen Staaten sein.» Le Maire lobte ausdrücklich die Rolle seines deutschen Amtskollegen Peter Altmaier, der die Allianz mit Frankreich auf den Weg gebracht habe.

Die Bundesregierung hatte Fördermittel von mehr als einer Milliarde Euro zugesagt. Beim geplanten zweiten europäischen Großprojekt ist beispielsweise BMW dabei. Erst vor kurzem trafen sich Vertreter von 14 europäischen Staaten und mehr als 55 Unternehmen in Berlin, um weitere Schritte zu vereinbaren.

Für Schlagzeilen hatte gesorgt, dass laut Branchenkreisen und Medienberichten auch der US-Elektroauto-Pionier Tesla Subventionen des Bundes für die Batteriezellenfertigung und -forschung in Deutschland beantragt hatte. Tesla will ein Werk in Brandenburg bauen. Unklar ist aber, ob sich Tesla an einem Großprojekt beteiligen will.

Für die deutsche Autoindustrie ist der Aufbau einer Batteriezellenfertigung strategisch wichtig. Derzeit kaufen Hersteller Zellen in Asien und bauen diese dann selbst zu großen Akkus für ihre Elektroautos zusammen.

Die Autobranche befindet sich in einem schwierigen Umbruch hin zu alternativen Antrieben. Dabei sind Jobs in Gefahr. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte vor kurzem gesagt, bei der Batteriezellenfertigung geschehe inzwischen deutlich mehr als vor zwei Jahren, auch wegen der Förderung der Bundesregierung.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 01. 2020
17:41 Uhr

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30. 01. 2020
17:41 Uhr



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