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Wirtschaft

Metallbranche erwartet Abkühlung und hofft auf Einwanderer

Das Wachstum schwächt sich ab, doch die Nachfrage nach Fachkräften ist noch immer enorm: Die Metall- und Elektroindustrie geht gedämpft optimistisch ins neue Jahr.



Metallarbeiter
Bei ausgebildeten Metallfacharbeitern gibt es nach Angaben des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall fast drei freie Stellen pro arbeitsuchendem Facharbeiter.   Foto: Patrick Pleul/Symbolbild

Die Metall- und Elektroindustrie stellt sich für 2019 auf Zuwächse bei Produktion und Arbeitsplätzen ein - allerdings mit gebremsten Tempo.

«Wir rechnen mit einem leichten Rückgang des Wachstums auf 1,5 Prozent im nächsten Jahr», sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Das ist eine Abkühlung, aber mehr noch nicht.» Für dieses Jahr erwartet Gesamtmetall einen Produktionsanstieg von real 2,0 bis 2,5 Prozent.

«Die Beschäftigung wächst nach wie vor. Es sind noch viele offene Stellen da», sagte Dulger. Bei ausgebildeten Metallfacharbeitern gebe es fast drei freie Stellen pro arbeitsuchendem Facharbeiter. Seit dem Ende der Finanzkrise 2010 bis Oktober 2018 habe die Branche 600.000 neue Stammarbeitsplätze geschaffen. Im Oktober waren es 4,038 Millionen, rund 120.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Der Mangel an Fachkräften hat sich nach den Worten Dulgers verschärft. «Es gibt immer mehr mittelständische Unternehmen, die sagen, sie könnten mehr machen, wenn sie die richtigen Leute hätten», sagte der Verbandschef. Nach der jüngsten Befragung gebe es bereits in jedem vierten Unternehmen der Metallbranche Produktionsbehinderungen wegen fehlender Arbeitskräfte.

Deshalb sei das Fachkräfteeinwanderungsgesetz «genau der Schritt in die richtige Richtung, den wir uns gewünscht haben». Es sei damit zu rechnen, dass Ingenieure, Physiker, Chemiker, Programmierer und andere aus dem Ausland viele freie Stellen in den Betrieben besetzen könnten. Bewerber müssten «unsere Sprache sprechen und sich integrieren wollen», machte Dulger aber deutlich.

Anders als manche Innenpolitiker erwarte er keinen massenhaften Missbrauch der Neuregelung. «Missbrauch muss beobachtet und bekämpft werden, und vielleicht muss man später nachsteuern. Wichtig ist erst mal, dass das Gesetz kommt.» Zugleich müsse man die Zuwanderung klar vom Asylrecht trennen, fügte der Gesamtmetall-Präsident hinzu.

Generell erwarte er von der Bundesregierung «ein Signal, dass wieder mehr auf die Wirtschaft gesehen wird und auch Impulse gegeben werden, die die Wirtschaft fördern». Im Moment werde fast nur noch über Sozialleistungen des Staates gesprochen: «Es wird nicht übers Erwirtschaften dieser Spielräume gesprochen. Mehr Wirtschaft wagen, bleibt das Gebot der Stunde.»

Dulger kritisierte, dass die Zeitarbeit und die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen vom Gesetzgeber «immer weiter eingeschränkt» worden seien. Wenn ein Unternehmen einen Arbeitnehmer für ein Jahr freistelle, müsse es auch die Möglichkeit haben, einen anderen für diesen begrenzten Zeitraum einzustellen. «Der Hauptgrund für Teilzeit, Zeitarbeit und Befristungen sind entweder Kinder oder Pflege von Angehörigen. Und genau an diesen beiden Stellen versagt der Staat und wälzt es ab auf die Betriebe. Das stört mich als Unternehmer.»

Ein schwer einzuschätzendes Risiko für seine Branche sei der Handelskonflikt mit den USA. «Das kann schwerwiegendere Folgen haben, die sind im Moment aber noch nicht absehbar. Zum Beispiel, wenn sich das Verhältnis zwischen den USA und China verschlechtern sollte. Wenn sich US-Präsident Trump zu härteren und weiteren Schutzzöllen durchringt.»

Dulger wies darauf hin, dass die größten Automobilexporteure in den USA deutsche Unternehmen seien - BMW und Mercedes. Sie müssten sich gegebenenfalls fragen, ob sie mit ihren Werken in den USA blieben «oder ob sie sagen, die Zufuhr mit Teilen und der Export in Länder, mit denen Amerika Zollkonflikte hat, ist uns zu kompliziert und wir gehen woanders hin.»

Große Sorgen bereitet Dulger der mögliche ungeregelte Austritt Großbritanniens aus der EU im Frühjahr. Ein harter Brexit wäre «ein unvorstellbarer volkswirtschaftlicher Schaden, auch für die EU, nicht nur für die Briten». Deshalb müsse es «irgendwelche Übergangslösungen geben».

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dpa

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25. 12. 2018
15:18 Uhr

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