Lade Login-Box.
Topthemen: Kommunalwahl 2020Bilder vom WochenendeHof-GalerieBlitzerwarner

Wirtschaft

Metro rechnet nicht mit Wegfall von 10.000 Stellen bei Real

Der Betriebsrat sieht fast jede Dritte der noch vorhandenen 34.000 Stelle bei der zum Verkauf stehenden Supermarktkette in Gefahr. Doch Konzernchef Koch hält diese Zahl für «zu hoch».



Metro Cash & Carry Markt
In ihrer Umsatzmeldung bestätige die Metro ihre Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2019/2020.   Foto: Ina Fassbender/dpa

Metro-Chef Olaf Koch rechnet nicht mit dem Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen durch die geplante Zerschlagung der Supermarkttochter Real.

«Die jetzt ins Spiel gebrachte Zahl ist nach meiner persönlichen Einschätzung zu hoch», sagte Koch der «Wirtschaftswoche». Koch betonte, der Konzern setze sich in den Verkaufsgesprächen «für vertragliche Regelungen ein, nach denen die Real-Mitarbeiter von den übernehmenden Einzelhandelsunternehmen weiterbeschäftigt werden».

Der Metro-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Werner Klockhaus hatte am Dienstag gewarnt, dass durch dem geplanten Verkauf von Real fast jeder Dritte der noch vorhandenen 34.000 Arbeitsplätze bei der Metro-Tochter gefährdet sei.

«Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10.000 Arbeitslosen», sagte er. Allein durch die im Zuge der Neuordnung zu erwartende Schließung von rund 50 Geschäften seien rund 6000 Arbeitsplätze bedroht. Weitere 4000 Stellen könnten in den Fachabteilungen der weitergeführten Geschäfte und in der Zentralverwaltung wegfallen.

Die Metro will die 277 Real-Märkte in Deutschland möglichst bis Ende Januar an ein Konsortium um den Immobilieninvestor X-Bricks verkaufen. Die künftigen Eigentümer wollen aber nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht auch die Schließung.

Koch betonte, der Konzern habe für alle Real-Mitarbeiter, die trotz aller Bemühungen durch betriebsbedingte Kündigung ihren Arbeitsplatz verlieren, mit dem Betriebsrat bereits eine soziale Absicherung vereinbart. Damit werde das Unternehmen seiner sozialen Verantwortung auch über den Verkaufstag hinaus gerecht.

Das wichtige Weihnachtsquartal verlief für die Metro nach eigenen Angaben im Rahmen der Erwartungen. Trotz negativer Effekte des Dauerstreiks in Frankreich und der Demonstrationen in Hongkong stieg der Umsatz im fortgeführten Geschäft - also ohne die zum Verkauf stehende Supermarktkette Real und das China-Geschäft - um 2,2 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Dabei profitierte Metro allerdings auch von positiven Währungseffekten. Ohne diesen Rückenwind hätte das Umsatzplus lediglich bei 1,0 Prozent gelegen.

Größtes Sorgenkind des Konzerns blieb Russland, wo der flächenbereinigte Umsatz erneut um 5,3 Prozent sank. Dennoch sprach das Unternehmen von einer leichten Trendverbesserung auf dem wichtigen Markt. Auch im Deutschlandgeschäft ging der Umsatz leicht zurück. Gut liefen die Geschäfte für die Metro vor allem in Osteuropa mit Ausnahme von Russland. Auch Asien zeige ein kontinuierliches Wachstum.

Zur Entwicklung bei Real im Weihnachtsquartal machte das Unternehmen keine Angaben. Koch betonte lediglich, dass der Verkauf des Tochterunternehmens, ebenso wie der des Chinageschäfts «plangemäß» voranschreite.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 01. 2020
14:41 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Edeka-Gruppe Einzelhandelsunternehmen Gefahren Kaufland Konzernchefs Konzerne Soziale Verantwortung Supermarktketten Tochterunternehmen Unternehmen Verkaufsgespräche Verkäufe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Real-Beschäftigte demonstrieren

14.02.2020

Real-Beschäftigte: «Wir wollen in sichere Hände»

Zur Hauptversammlung der Metro demonstrieren Hunderte Beschäftigte der vor der Zerschlagung stehenden Supermarktkette Real. Vor den Aktionären verteidigt Metro-Chef Koch den geplanten Verkauf. » mehr

Supermarktkette Real

13.02.2020

Metro: Rund 30 Real-Märkte werden nach Verkauf geschlossen

Metro-Chef Koch rechnet noch am Donnerstag mit Zustimmung der Gremien zum ausgehandelten Real-Verkauf. Im Weihnachtsquartal sorgte die Supermarktkette noch einmal für rote Zahlen beim Mutterkonzern. » mehr

Real-Supermarkt

Aktualisiert am 11.02.2020

Real-Verkauf rückt in greifbare Nähe

Der Kaufvertrag zwischen Metro und einem Bieterkonsortium soll bereits in den kommenden Tagen unterschrieben werden. Danach droht der Supermarktkette Real die Zerschlagung. Es sollen auch Geschäfte geschlossen werden. In... » mehr

Real-Betriebsrat schlägt Alarm

14.01.2020

Real-Betriebsrat: 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr

Die SB-Warenhauskette Real steht vor der Zerschlagung. Der Betriebsrat sieht dadurch fast jeden dritten Arbeitsplatz im Unternehmen gefährdet. Doch nicht alle sehen so schwarz. » mehr

Nestle

13.02.2020

Nestlé verliert zum Jahresende an Schwung

Nestlé ist 2019 so schnell gewachsen wie seit 2015 nicht mehr. Der Gewinnzuwachs profitierte vom Verkauf der Hautpflegesparte. Damit ist auch eine leichte Tempo-Delle zum Jahresschluss ausgeglichen. » mehr

Supermarktkette Real

05.12.2019

Metro will Real an X-Bricks-Konsortium verkaufen

Lange Zeit müht sich Metro, seine Real-Supermärkte an den Immobilienkonzern Redos und Partner zu verkaufen. Nun kommt es wahrscheinlich anders. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bad Alexandersbad

Wahlpodium im EBZ Bad Alexandersbad | 16.02.2020 Bad Alexandersbad
» 40 Bilder ansehen

Prunksitzung in Veitshöchheim Veitshöchheim

Prunksitzung in Veitshöchheim | 15.02.2020 Veitshöchheim
» 210 Bilder ansehen

Starbulls Rosenheim -VER Selb n.V. 4:3 Rosenheim

Starbulls Rosenheim -VER Selb n.V. 4:3 | 16.02.2020 Rosenheim
» 48 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 01. 2020
14:41 Uhr



^