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Wirtschaft

Metro will sich von Supermarktkette Real trennen

Die Geschäfte bei Real liefen schon länger nicht mehr rund. Dennoch zeigte sich Metro-Chef Olaf Koch zuletzt überzeugt, man werde die Kurve kriegen. Nun kommt überraschend die Trennung.



Handelskonzern Metro
Nur noch Großhandel: Metro will die Supermarktkette Real verkaufen.   Foto: Ina Fassbender

Der Handelskonzern Metro will sich von seiner Supermarktkette Real mit 34.000 Beschäftigten trennen. Metro soll sich künftig ganz auf sein Großhandelsgeschäft konzentrieren, wie der MDax-Konzern mitteilte.

Der Vorstand habe daher beschlossen, einen Verkaufsprozess für Real einzuleiten. Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an. Im nachbörslichen Handel gewann die Metro-Aktie am Abend rund drei Prozent an Wert.

Vor gut einem Jahr hatte sich der Metro-Konzern aufgespalten - auf der einen Seite die Beteiligungsgesellschaft Ceconomy für die Elektronikmärkte Saturn und Media Markt, auf der einen Seite der Lebensmittelhändler Metro mit den gleichnamigen Großmärkten und der Supermarktkette Real. Bereits 2015 hatte sich Metro von der damaligen Tochter Kaufhof getrennt. Diese soll nun mit ihrer Rivalin Karstadt zusammengehen.

Wann der Verkauf von Real abgeschlossen sein soll, dazu machte Metro keine Angaben. Das Unternehmen werde nun einen Verkaufsprozess starten, der für eine gründliche Prüfung der verschiedenen Optionen durch entsprechende Berater unterstützt werde. Zu einzelnen Standorten von Real könne keine Auskunft gegeben werden, zu möglichen Interessenten wollte sich das Unternehmen ebenfalls nicht äußern. Grundsätzlich stehe man erst am Beginn des Prozesses.

Probleme bei Real und die anhaltende Schwäche im Russland-Geschäft hatten zuletzt deutliche Spuren in der Metro-Bilanz hinterlassen. Im dritten Quartal sank der Umsatz des Handelsriesen um 3,7 Prozent auf knapp 9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn schmolz um 23,3 Prozent auf 57 Millionen Euro zusammen.

Metro steuerte unter anderem mit Kostensenkungen bei der Supermarktkette Real mit ihren rund 34.000 Beschäftigten gegen. Die Gewerkschaft Verdi antwortete im Sommer mit Warnstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen. Auslöser war die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen, der für das Unternehmen deutlich günstiger ist.

Metro-Chef Olaf Koch warf hingegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu bewältigen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen.

Zuletzt sah Koch Real jedoch auf dem Weg der Besserung. «Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche, unabhängige Zukunft sind geschaffen», sagte der Manager laut Mitteilung vom Donnerstagabend. Mit der Umsetzung des neuen Tarifmodells habe Real auch die Grundlage für wettbewerbsfähige Kostenstrukturen geschaffen. Koch hatte bereits zuvor auch auf eine größere Online-Präsenz verwiesen.

«Wir haben in den letzten Jahren die unternehmerische Initiative ergriffen und unser Geschäft für unsere Kunden vollkommen neu aufgestellt», sagte Real-Co-Chef Henning Gieseke. Insgesamt seien seit 2017 bereits 30 Märkte modernisiert worden. «Real verfügt zudem über ein wertvolles Immobilienportfolio», warb er. Real betreibt derzeit 282 Läden in Deutschland und hat 65 Immobilienstandorte.

Die Großhandelsgeschäfte, in denen vor allem Gewerbetreibende von Gaststätten und Restaurants einkaufen können, sind der größere Geschäftsteil der heutigen Metro. Bei den Großhandelsmärkten zählte das Unternehmen zur Jahresmitte rund 760 Läden in 25 Ländern. «Wir werden die Ausrichtung auf professionelle Kunden weiter intensivieren, um das enorme Potenzial zu erschließen», sagte Koch zum künftigen Fokus der Metro.

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13. 09. 2018
20:42 Uhr

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