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Wirtschaft

Ölpreisschock stoppt Aufwärtstrend der US-Börsen

Der Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen vom Wochenende hat den Aufwärtstrend an der Wall Street erst einmal gestoppt. Am Montag schloss der US-Leitindex Dow Jones Industrial mit einem Minus von 0,52 Prozent bei 27.076,82 Punkten.



Börse in New York
Ein Aktienhändler am Montag an der Börse in New York.   Foto: Mark Lennihan/AP

Am vergangenen Donnerstag hatte der Index ein neues Rekordhoch nur knapp verpasst und am Freitag bereits merklich an Schwung verloren.

Die zuletzt schon schwächelnden anderen großen Indizes gerieten am Montag auch etwas unter Druck: Der marktbreite S&P 500 verlor 0,31 Prozent auf 2997,96 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,51 Prozent auf 7852,41 Zähler nach unten.

Seit Samstag ist der Ölmarkt im Ausnahmezustand. Mehrere Explosionen hatten Anlagen des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco erschüttert. Nach Angaben des Konzerns ist der Komplex in Abkaik die größte Raffinerie des Landes. Die Ölproduktion sei um 5,7 Millionen Barrel auf etwa die Hälfte des üblichen Tages-Volumens zurückgegangen, hatte die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA berichtet. Die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannten sich zu der Attacke in ihrem Nachbarland und kündigten weitere Angriffe an.

Die Ölpreise schnellten daraufhin zunächst um fast 20 Prozent nach oben. Mittlerweile hat sich dieser Anstieg aber etwas abgeschwächt. Der Preissprung hatte sogar kurzzeitig zu einer Aussetzung des Handels mit US-Öl an der Rohstoffbörse in New York geführt. Anleger gingen auf Nummer sicher und kauften US-Staatsanleihen.

Analyst Neil Wilson vom Broker Markets.com sprach von einer starken Zunahme der Risiken für das globale Ölangebot. Im weltweiten Ölhandel dürfte nun die Sorge umgehen, dass die Produktion des größten Exporteurs der Welt «schnell und einfach ausgeschaltet werden kann». Das aber widerspreche diametral der bislang herrschenden Ansicht, dass Saudi-Arabien der stets verlässliche Versorger sei, der die Produktion jederzeit nach Belieben hochfahren könne.

Profiteur des starken Ölpreisanstiegs war die Öl- und Gasbranche in den USA. So stiegen die Papiere großer Förderkonzerne wie Exxon Mobil und Chevron um anderthalb beziehungsweise über zwei Prozent, womit sie zu den Favoriten der Anleger im Dow gehörten. Noch weiter ging es für Papiere der Ausrüster und Zulieferer nach oben: Aktien von Schlumberger rückten um fast fünfeinhalb Prozent vor und die von Halliburton sogar um knapp elf Prozent - trotz einer Abstufung durch die Barclays Bank.

Aktien von US-Fluggesellschaften gerieten derweil ähnlich wie die europäische Konkurrenz unter Druck. Mit dem Ölpreisanstieg könnten höhere Treibstoffrechnungen auf die Branche zukommen. United Airlines verloren nahezu drei Prozent und American Airlines über sieben Prozent. Jetblue Airways verbilligten sich um gut drei Prozent.

Beim Autobauer General Motors (GM) sorgte ein von der US-Automobil-Arbeitergewerkschaft UAW ausgerufener Streik für einen Kursrückgang um mehr als vier Prozent. Der erste Arbeitskampf seit zwölf Jahren könnte laut Experten jeden Tag millionenschwere Sonderkosten verursachen.

Die gut gelaufenen Aktien des Spezialchemiekonzerns DuPont verloren knapp zwei Prozent, obwohl der Konzern Royal DSM laut Kreisen an DuPonts Sparte für Nahrungszusatzstoffe (Nutrition & Biosciences) interessiert ist.

Gegen das schwache Börsenumfeld legten Aktien der Fahrdienst-Vermittlers Lyft und Uber um jeweils über dreieinhalb Prozent zu. Die Großbank HSBC hat beide Titel von «Halten» auf «Kaufen» hochgestuft. Eine Abstufung auf «Neutral» durch die Bank UBS drückte dagegen den Kurs des PC- und Druckerherstellers HP Inc um rund ein Prozent nach unten.

Der Euro litt nach den jüngsten Gewinnen am Montag unter neuen Hinweise auf eine weiter extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Im New Yorker Handel notierte die Gemeinschaftswährung zuletzt bei 1,1001 US-Dollar und damit nur knapp über ihrem Tagestief. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,1031 (Freitag: 1,1096) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9065 (0,9012) Euro gekostet.

Derweil profitierten US-Staatsanleihen von ihrem Status als «sicherer Hafen»: Richtungsweisende Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren gewannen 14/32 Punkte auf 98 Punkte und rentierten mit 1,85 Prozent.

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
23:04 Uhr

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
23:04 Uhr



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