Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

Wirtschaft

Ryanair trifft Vorkehrung für harten Brexit

Welche Folgen würde ein ungeordneter Brexit nach sich ziehen? Dass sich Firmen darüber Gedanken machen, zeigt das Beispiel Ryanair. Der Billigflieger stellt sich auf den Ernstfall ein.



Ryanair
Durch die Verteilung von Ersatzteilen auf verschiedene Standorte in der EU bereitet sich Ryanair auf einen etwaigen harten Brexit vor.   Foto: Marcel Kusch

Europas größter Billigflieger Ryanair verteilt wegen eines möglichen ungeordneten Brexits Ersatzteile aus dem englischen Zentrallager auf andere EU-Standorte. Das sagte der Chef der Wartungssparte Ryanair Engineering, Karsten Mühlenfeld, der dpa.

Das Ein- und Ausführen von Ersatzteilen könnte demnach bei einem ungeordneten Brexit erschwert werden - etwa durch Zollbeschränkungen. Mühlenfeld betonte: «Wir haben Sorge, dass es länger dauert, die Ersatzteile vom Zentrallager in Stansted an den Flughafen zu bekommen, wo wir sie kurzfristig benötigen.»

Seit Anfang des Jahres werden laut Mühlenfeld, der zeitweise Flughafenchef in Berlin war, Technikteile der irischen Airline auf andere Standorte der EU verlagert. Zu Standardteilen, die bei der Flugzeug-Wartung genutzt werden, gehören demnach Räder, Bremsscheiben und Beleuchtungselemente.

Größere Lager - neben dem Zentrallager in England - gebe es an den Standorten Bergamo, Madrid und Dublin. Daneben existierten kleinere Lager, in Deutschland etwa in Schönefeld und Frankfurt am Main.

In Deutschland ist eine hundertprozentige Tochterfirma für die Wartung der Flugzeuge zuständig - die Ryanair Engineering Germany GmbH. Der Sitz ist in Schönefeld bei Berlin, das Unternehmen wurde nach eigenen Angaben im Herbst gegründet. Es sollen demnach 100 neue Jobs geschaffen und damit die Belegschaft verdoppelt werden. Ryanair will laut Mühlenfeld in Deutschland langfristig komplett selbst warten. Zuvor hatte die Airline mit externen Anbietern gearbeitet.

Ryanair ist nicht der erste Konzern, der mit dem Brexit Folgen für die komplexen Prozesse in der Luftfahrt fürchtet. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus drohte im Januar mit der Schließung von Fabriken. «Wenn es einen Brexit ohne Abkommen gibt, müssen wir bei Airbus möglicherweise sehr schädliche Entscheidungen für Großbritannien treffen», sagte Konzern-Chef Tom Enders. Es gebe auf der Welt Länder, die gerne Tragflächen für Airbus bauen würden.

Im Vereinigten Königreich bündelt Airbus fast den gesamten Tragflächen-Bau - was beim Brexit heikel werden könnte. Zulieferer müssen Teile auf die Insel bringen, danach müssen die fertigen Tragflächen zu Werken in Frankreich, Deutschland, China und den USA.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 03. 2019
08:21 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Airbus GmbH Billigflieger Brexit Deutsche Presseagentur Konzernchefs Luftfahrt Ryanair Zentrallager
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Easyjet-Maschinen

08.10.2019

Easyjet verdient deutlich weniger als im Vorjahr

Ryanair-Rivale Easyjet hat Zahlen vorgelegt - und die sind mäßig. Allerdings ging es zuletzt wieder aufwärts. Im Schlussquartal profitierten die Briten sogar von einer guten Ticketnachfrage. » mehr

Ryanair

04.11.2019

Brexit und Boeing-Debakel dämpfen Euphorie bei Ryanair

Das Sommerquartal verlief für Ryanair gut: Umsatz und Gewinn stiegen, die Aktie legte nach Vorlage der Zahlen zu. Der Winter hingegen dürfte es für den Billiganbieter in sich haben - und zwar noch mehr als sonst. » mehr

Ryanair

29.07.2019

Brexit und Preiskampf zehren an Ryanair-Gewinn

Der Brexit-Wirrwarr und ein harter Preiskampf in Deutschland haben Europas größtem Billigflieger Ryanair im ersten Geschäftsquartal einen Gewinneinbruch eingebrockt. » mehr

Lufthansa und Condor

24.06.2019

Lufthansa zerstreut Traum vom Condor-Deal

Der Preiskampf im europäischen Luftverkehr durchkreuzt Gewinnpläne der Lufthansa. Während das Geschäft auf der Langstrecke weiter gut läuft, bereitet die Billigtochter Eurowings Kopfschmerzen. Um das zu ändern, wird die ... » mehr

Thomas Cook

26.09.2019

Deutsche Thomas Cook sagt alle Reisen bis Ende Oktober ab

Bei Thomas Cook in Deutschland haben jetzt die Insolvenzverwalter das Sagen. Und die haben entschieden: Das Insolvenzrecht lässt vorerst keinen weiteren Betrieb zu. Auch schon bezahlte Reisen können bis Ende Oktober nich... » mehr

Easyjet

17.05.2019

Brexit-Wirrwarr bremst Easyjet

Die Hängepartie beim Brexit und fallende Ticketpreise bremsen den britischen Billigflieger Easyjet. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

A 9: Lkw-Anhänger geht in Flammen auf Rudolphstein/Bad Lobenstein

A 9: Lkw-Anhänger geht in Flammen auf | 11.11.2019 Rudolphstein/Bad Lobenstein
» 20 Bilder ansehen

Wunsiedel

20. Wunsiedler Kneipennacht | 09.11.2019 Wunsiedel
» 98 Bilder ansehen

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau | 09.11.2019 Selb
» 5 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 03. 2019
08:21 Uhr



^