Lade Login-Box.
Topthemen: Live-Ticker "Rock im Park"Mit Video: HöllentalbrückenSchlappentag

Wirtschaft

SAP schreibt trotz zweistelligen Wachstums Verluste

Der angekündigte Umbau bei dem Softwarekonzern sorgt für Unruhe in der Belegschaft - und hinterlässt tiefe Spuren in der Quartalsbilanz. Dennoch sprüht SAP-Chef Bill McDermott vor Optimismus. Die Aktie steigt auf ein Rekordhoch.



SAP-Chef Bill McDermott
Bill McDermott ist seit 2010 Vorstandsvorsitzender der SAP SE.   Foto: Uwe Anspach

Das Geschäft von SAP brummt - dennoch haben hohe Kosten für den laufenden Personalumbau den Softwarekonzern zum ersten Mal seit langer Zeit in einem Quartal ins Minus gedrückt.

Auf das Gesamtjahr gesehen werde SAP aber schwarze Zahlen schreiben, versicherte Finanzchef Luka Mucic am Mittwoch in Walldorf. Zudem kündigte SAP eine deutliche Steigerung der Profitabilität in den kommenden fünf Jahren an und hob den Ausblick für das Tagesgeschäft an. An der Börse kam das gut an: Die Aktie des wertvollsten deutschen Dax-Konzerns stieg um 8,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 110,60 Euro.

Zunächst kostet der angekündigte Personalumbau hin zu Zukunftsfeldern aber wie erwartet Geld. Der Softwarekonzern hatte im Januar angekündigt, in diesem Jahr rund 4400 Mitarbeiter umzuschulen, auf andere Positionen zu versetzen und auch mit Abfindungen in den Vorruhestand zu schicken, damit die Firma mit den Veränderungen in der Technologiebranche mithalten könne. Bis Anfang Mai können sich Beschäftigte noch für das Abfindungsprogramm anmelden. Bei dem letzten Programm dieser Art im Jahr 2015 hatten sich deutlich mehr Mitarbeiter gemeldet, als zunächst erwartet.

Trotzdem soll die Mitarbeiterzahl in diesem Jahr weiter steigen. Zuletzt hatte SAP dank der jüngsten Übernahmen rund 98.700 Beschäftigte, kommendes Jahr könnten es nach den Worten von Vorstandschef Bill McDermott 105.000 sein. Dennoch brachte das Programm offenbar Unruhe in den Konzern. Um den Mitarbeitern ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, hatten Betriebsrat und Geschäftsführung jüngst eine Beschäftigungssicherung ausgehandelt.

In der Bilanz hinterließ der Umbau wie erwartet Spuren: Unterm Strich belief sich das Minus im ersten Quartal auf 108 Millionen Euro nach 708 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum. Finanzchef Mucic veranschlagte für den Umbau im ersten Quartal 886 Millionen Euro. Das dürfte der Großteil der Kosten sein. Er rechne in den Folgequartalen nicht mehr mit signifikanten Anpassungen, sagte er.

Die Umbaukosten herausgerechnet lief das Quartal für den Konzern sogar so gut, dass Vorstandschef Bill McDermott seine Gewinnprognosen erhöhte. Die Umsätze legten - getrieben durch das stark wachsende Geschäft mit Mietsoftware aus dem Internet - um 16 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu. Seine Prognosen für den um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn hob der Softwarekonzern für dieses Jahr an. Die Kennzahl wird an der Börse viel beachtet. Bis 2023 versprach McDermott den Aktionären, die Profitabilität von SAP kontinuierlich zu steigern. Auch dazu dürfte der Stellenabbau beitragen, der von 2020 an jährlich 750 bis 850 Millionen Euro einsparen soll.

Unterstützung erhielt das Management von einem bekannten US-Investor, dem aktivistischen Hedgefonds Elliott, der nach eigenen Angaben vom Mittwoch mit 1,2 Milliarden Euro an SAP beteiligt ist. SAP setze sich die richtigen Ziele, so der Investor. Elliott unterstütze die Initiativen «vollumfänglich». Gemessen am Börsenwert entspricht das Investment einem Anteil von rund einem Prozent an SAP.

Elliott-Gründer Paul Singer gehört in den Chefetagen von Konzernen nicht immer zu den gern gesehenen Investoren, da er sich oft in strategische Fragen einmischt. Jüngst hatte Elliott beim Versorger Uniper und der geplanten Aufspaltung des Stahlkonzerns Thyssenkrupp öffentlich Stimmung für seine Ziele gemacht.

Zuletzt war SAP an der Börse 123 Milliarden Euro wert - gut ein Drittel mehr als Allianz oder Siemens. McDermott ist das nicht genug. Kürzlich wiederholte er seine Ambitionen, den Marktwert bis 2023 auf 250 bis 300 Milliarden Euro hochschrauben zu wollen.

Der Amerikaner macht Tempo beim Schwenk zu Cloud-Software aus dem Internet und zu Programmen für Kundenbindung, künstliche Intelligenz und Vernetzung von Geräten. So will SAP 2023 mehr als 35 Milliarden Euro Umsatz machen. Nach den jüngsten Milliardenübernahmen wolle sich SAP aber nun auf organisches Wachstum konzentrieren, sagte McDermott. Größere Übernahmen stünden derzeit nicht zur Debatte.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 04. 2019
13:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktien Aktionäre Arbeitnehmer Börsenwert Dax-Konzerne Gewinnprognose Mitarbeiter und Personal Mitarbeiterzahl Paul Singer SAP AG Siemens AG Vorstandsvorsitzende Wertpapierbörse
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
VW

14.06.2019

Traton-Börsengang soll knapp 2 Milliarden Euro einspielen

Im März hatte Volkswagen die Pläne für einen Börsengang der Tochter Traton noch auf Eis gelegt. Nun aber soll es schon bald los gehen. Der Konzern weiß bereits, wie er die Einnahmen nutzen will. » mehr

Warren Buffet

24.02.2019

Buffetts Investmentfirma rutscht tief ins Minus

Berkshire Hathaway, die Investmentgesellschaft des Starinvestors Warren Buffett hat einen hohen Quartalsverlust verbucht. Doch Buffett hat ein ganz anderes Problem: Er weiß nicht, wohin er mit seinem vielen Geld soll. » mehr

Uber

14.05.2019

Uber-Aktie fällt auch am zweiten Börsentag

Jahrelang haben Investoren auf den Börsengang von Uber gewartet - doch die Aktie macht ihnen bisher wenig Freude. Nach zwei Tagen an der Börse notiert sie rund 17 Prozent unter dem Ausgabepreis. » mehr

Commerzbank-Logo

06.09.2018

Dax-Umbau: Wirecard-Aktien steigen, Commerzbank gibt nach

Der Aufstieg des Münchner Zahlungsabwicklers Wirecard in den Dax ist perfekt, die Commerzbank muss weichen. Für das Gründungsmitglied im Leitindex ging es an der Börse erneut bergab. » mehr

Dax

22.05.2019

Dax arbeitet sich etwas weiter nach oben

Der Dax hat nach einem durchwachsenen Kursverlauf seine Vortagesgewinne ausgebaut. Nachdem sich der deutsche Leitindex bereits am Dienstag dank einer Entspannung im Handelskonflikt ein wenig erholt hatte, schloss das Bör... » mehr

Chemiekonzern BASF

03.05.2019

BASF will trotz schwächerem Start 2019 mehr verdienen

Auch der Dax-Konzern bekommt die schwächelnde Konjunktur zu spüren - und verbucht zum Start ins neue Jahr einen Gewinneinbruch. Vor dem Aktionärstreffen bekräftigt der Chemieriese aber seine Prognose. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

IMG_8722.jpg Hof

Umzug beim Schlappentag 2019 | 17.06.2019 Hof
» 302 Bilder ansehen

IndieMusik Festival 2019 Hof

In.Die.Musik-Festival | 15.06.2019 Hof
» 233 Bilder ansehen

14. Thonberglauf in Schauenstein

14. Thonberglauf in Schauenstein | 01.06.2019 Schauenstein
» 67 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 04. 2019
13:28 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".