Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER SelbGerch

Wirtschaft

Sicherheitskatalog für 5G-Netzausbau ohne Anti-Huawei-Regeln

Die Kombination von Huawei und 5G lässt mancherorts die Alarmglocken schrillen - die Bedenken wegen Nähe zum chinesischen Staatsapparat sind groß, etwa im Weißen Haus. In Deutschland wird es wohl aber kein generelles Huawei-Verbot beim Ausbau der 5G-Netze geben.



Huawei
In der Telekommunikationsbranche ist Huawei sehr wichtig, das Unternehmen ist der weltweit führende Netzwerkausstatter.   Foto: Andy Wong/AP/dpa

Trotz Bedenken aus der Politik kann der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei künftig beim Ausbau des deutschen 5G-Mobilfunknetzes kräftig mitmischen.

Wie aus einem von der Bundesnetzagentur erstellten Entwurf für die Sicherheitsanforderungen beim Netzausbau hervorgeht, sind keine harten Vorschriften vorgesehen, die besonders gegen die chinesische Firma gerichtet sind. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Im Vergleich zu einer Eckpunkte-Fassung des Dokuments, die im März vorgelegt wurde, ist ein entscheidender Punkt sogar abgeschwächt worden: So heißt es nicht mehr, dass Lieferanten vertrauenswürdig sein müssen. Vielmehr müssen sie ihre Vertrauenswürdigkeit nur zusichern und eine Erklärung abgeben.

Zuvor hatte das «Handelsblatt» über das Papier berichtet, das noch in dieser Woche veröffentlicht werden soll. Es wurde von der Bonner Regulierungsbehörde erarbeitet, übergeordnete Bundesministerien waren aber mit von der Partie.

Eine zentrale Rolle nimmt zudem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein, das die Technik überprüfen und zertifizieren soll. Die Maßnahmen zielen nach den jetzigen Regeln nicht auf eine Firma insgesamt, sondern die eingesetzten Komponenten werden unter die Lupe genommen.

Sollten die Sicherheitsanforderungen in der jetzigen Form am Jahresende beschlossen werden, würde Deutschland Warnungen der USA weitgehend in den Wind schlagen. Washington pocht auf einen Ausschluss der Firma aus Shenzhen aus Sorge vor Spionage, die USA sehen den Konzern als verlängerten Arm der chinesischen Regierung.

Huawei betont stets, unabhängig zu sein und sich an das geltende Recht zu halten. Tatsächlich gibt es bisher keine handfesten Beweise für eine Manipulation der eingesetzten Huawei-Hardware.

Der chinesische Konzern wird in den deutschen Vorschriftsentwürfen nicht namentlich erwähnt - weder in der Frühjahrsfassung noch in der jetzigen Version. Huawei-Kritiker hatten aber gefordert, die Regeln so zu formulieren, dass sie der Firma den deutschen Markt versperrt hätten.

In der Telekommunikationsbranche ist Huawei sehr wichtig, das Unternehmen ist der weltweit führende Netzwerkausstatter. Von deutschen Telekommunikationsunternehmen waren Bedenken laut geworden, Huawei auszuschließen. Dies könnte den Ausbau des Mobilfunknetzes verlangsamen, warnten sie. Huawei steht bei der 5G-Infrastruktur vor allem mit den europäischen Anbietern Ericsson und Nokia im Wettbewerb.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte am Montag in Berlin, beim Ausbau des Mobilfunknetzes sei die Sicherheit ein sehr hohes Gut. Grundsätzlich sei der Ansatz unverändert so, dass kein Unternehmen von vornherein ausgeschlossen werde. «Aber wir stellen einen Katalog erweiterter strenger Sicherheitsanforderungen auf. Dem muss jeder, der beteiligt werden will, Folge leisten - bei ständiger Überprüfung der Sicherheit der Systeme.»

Erst in der vergangenen Woche hatte die EU-Kommission mit Blick auf den Aufbau von 5G-Netzen vor Gefahren durch Anbieter außerhalb der EU gewarnt. Damit war vor allem Huawei gemeint.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
14:46 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Bundesbehörden und Bundesämter (Deutschland) Bundesnetzagentur Chinesische Konzerne Chinesische Regierungen Deutsche Presseagentur Ericsson Europäische Kommission Europäische Union Handelsblatt Huawei Nokia Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungssprecher Regulierungsbehörden Steffen Seibert Telekommunikationskonzerne Unternehmen im Bereich Telekommunikation Wirtschaftsbranche Telekommunikation
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Huawei

06.11.2019

Huawei weist Sicherheitsbedenken zu 5G-Netz zurück

China ist dank Huawei beim Aufbau des neuen Datennetzes führend. Unternehmensgründer Ren Zhengfei würde auch gerne mit Deutschland ins Geschäft kommen. Doch sind die Chinesen vertrauenswürdig? » mehr

Mobilfunkmast

16.10.2019

Huawei begrüßt Zulassung zum 5G-Netzausbau in Deutschland

Trotz Sicherheitsbedenken insbesondere der USA will Deutschland das chinesische Unternehmen Huawei beim neuen 5G-Mobilfunknetz nicht ausschließen. Der unter Druck geratene Netzwerkausrüster hofft auf eine Signalwirkung. » mehr

Huawei

16.07.2019

Nach Entspannung im Handelskrieg: Huawei wieder auf Kurs

Spionage-Vorwürfe und Anti-China-Rhetorik der US-Administration hat am guten Ruf des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei so einige Kratzer hinterlassen. Ein hochrangiger Huawei-Manager zeigt sich nun demonstrativ gut ... » mehr

Huawei

05.08.2019

Europäische Herausforderung für Huawei

Die USA werfen Huawei Spionage für Peking vor und üben Druck auf europäische Länder aus, keine Geschäfte mehr mit dem chinesischen Telekom-Unternehmen zu machen. Bisher haben sie damit wenig Erfolg. » mehr

Huawei

20.05.2019

US-Sanktionen kappen Huawei Zugang zu Google-Diensten

Die USA treiben Huawei mit dem Entzug des Zugangs zu wichtiger Technologie in die Enge. Bleiben die Sanktionen länger bestehen, könnte der chinesische Konzern den europäischen Smartphone-Markt aufgeben müssen. Auch Mobil... » mehr

Opal-Gasleitung

13.09.2019

Netzagentur drosselt Gazprom-Lieferungen

Der russische Energiekonzern Gazprom darf auf einer Leitung quer durch Ostdeutschland nicht mehr so viel Gas transportieren wie bisher. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sternschnuppenmarkt in Münchberg Münchberg

Sternschnuppenmarkt in Münchberg | 17.11.2019 Münchberg
» 36 Bilder ansehen

Susis Blaulichtparty Weißenstadt

Susis Blaulichtparty | 16.11.2019 Weißenstadt
» 47 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim

Selber Wölfe - Starbulls Rosenheim | 15.11.2019 Selb
» 34 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
14:46 Uhr



^