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Wirtschaft

Studie: Konjunktur am Bau verliert an Schwung

Seit Jahren boomt das Geschäft mit Immobilien - zum Leidwesen von Mietern und Wohnungskäufern. Nun könnte sich die Konjunktur am Bau abschwächen. Davon dürften Verbraucher aber vorerst wenig spüren. Im Gegenteil.



Wohnungsbau
Arbeiter auf einer Baustelle. 2018 hatte vor allem der starke Wohnungsbau und das milde Wetter dem Hochbau ein preisbereinigtes Wachstum von 2,9 Prozent beschert.   Foto: Daniel Reinhardt

Auftragsstau, zu wenige Fachkräfte, Mangel an Flächen: Nach Jahren brummender Geschäfte dürfte die Konjunktur am Bau an Schwung verlieren.

Da sich der Wohnungsbau abschwäche und die Branche an ihre Kapazitätsgrenzen stoße, werde der Hochbau nicht mehr so stark wachsen wie zuletzt, heißt es in einer aktuellen Studie der Beratungsfirma EY Parthenon. Für Mieter und Bauherren hat das Unternehmen aber schlechte Nachrichten: Die Baupreise dürften weiter schneller steigen als die Inflation. Das treibt üblicherweise die Immobilienpreise und Mieten bei Neubauten in die Höhe.

2018 hatte vor allem der starke Wohnungsbau und das milde Wetter dem Hochbau ein preisbereinigtes Wachstum von 2,9 Prozent beschert, so die Studie, die der dpa vorliegt. Gerade gewerbliche Bauherren steckten viel Geld in Geschosswohnungen, aber auch Kommunen und Firmen investierten mehr in Gebäude wie Büros, Schulen und Fabriken.

Künftig erwarten die Berater weniger Wachstum am Hochbau. 2019 dürfte das Volumen der erbrachten Leistungen wie Neu- und Umbauten sowie Renovierungen noch um 2,3 Prozent steigen. Niedrige Zinsen und die große Nachfrage nach Immobilien stützten die Branche. 2020 sei dann mit einem Plus von 1,6 Prozent zu rechnen und 2021 mit einer Rate von nur 0,9 Prozent. Nicht inbegriffen in der Prognose ist der Bau von Straßen, Leitungen und Bahnstrecken (Tiefbau).

«Der Hochbau kann den aktuellen Auftragsüberhang auch aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht schneller abarbeiten», sagte Axel Schäfer, Partner bei EY Parthenon. Die Unternehmen seien höher ausgelastet als im Boom nach der Wiedervereinigung. Auch bleibe Bauland gerade in Ballungszentren knapp.

Zugleich finden die Unternehmen nur schwer Fachkräfte. Um Stellen in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu besetzen, vergehe im Durchschnitt ein halbes Jahr. Das alles treibe die Baupreise. 2018 seien die Baupreise für Neubauten um bis zu 4,5 Prozent gestiegen, Renovierungen verteuerten sich im Schnitt um vier Prozent. «Angesichts des wachsenden Auftragsbestands ist auch in den kommenden

Jahren mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen», sagte Björn Reineke, Partner bei EY Parthenon. Dazu trage auch das Baukindergeld der Bundesregierung bei, das die Nachfrage weiter stimuliere.

Die Bauwirtschaft hat immens vom Immobilienboom profitiert. 2018 stieg ihr Umsatz um gut 11 Prozent auf den Rekord von 127 Milliarden Euro. 2019 erwartet der Branchenverband HDB ein Plus von 6 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung jährlich 375 000 neue Wohnungen zu errichten, wurde aber bisher verfehlt.

Zeit und Geld könnte eine modulare Bauweise bringen, meint EY Parthenon. Dabei werden Teile zentral geplant und vorgefertigt, auf Baustellen müssen sie dann nur zusammengesetzt werden. Damit könnten sich typische Bauprojekte um 2 bis 5 Monate verkürzen und die Kosten um 5 bis 10 Prozent sinken. Auch die Digitalisierung berge Spielraum für mehr Effizienz. «Das Baugewerbe hat hier im Vergleich zu anderen Branchen viel Aufholpotenzial», kritisieren die Berater.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 04. 2019
09:21 Uhr

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10. 04. 2019
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