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Wirtschaft

Studie zeigt Süd-Nord-Gefälle und Nord-Nord-Gefälle

Wie kann Norddeutschland wirtschaftlich zu Bayern oder Baden-Württemberg aufschließen? Eine neue Studie analysiert das Süd-Nord-Gefälle. Unternehmensverbände fordern als Konsequenz einen norddeutschen Wirtschaftsraum und ein Ende der Kleinteiligkeit.



Uli Wachholtz
UV-Nord-Präsident Uli Wachholtz.   Foto: Daniel Reinhardt

Die Vereinigung der Unternehmensverbände UV Nord hat als Konsequenz einer neuen Studie die Schaffung eines norddeutschen Wirtschaftsraumes gefordert, um zum Süden wirtschaftlich aufzuholen.

Man wolle keinen Nordstaat, «aber in Fragen von Infrastrukturentwicklung, von Gesetzen, Verordnungen und Bürokratie braucht die Wirtschaft größere Räume mit gleichen und guten Rahmebedingungen», sagte UV-Nord-Präsident Uli Wachholtz in Kiel. Notwendig seien unter anderem eine abgestimmte gemeinsame Infrastrukturplanung, eine abgestimmte gemeinsame Industriepolitik, die Weiterentwicklung von Zukunftstechnologien und insbesondere eine gemeinsam getragene Wasserstoffstrategie.

Es sei nur ein Beispiel für die politische Kleinteiligkeit im Norden, dass sich Hamburg über den Beginn der Elbvertiefung freut, während Niedersachsen lieber eine Hafenkooperation mit Wilhelmshaven gesehen hätte. Und an gemeinsame politische Initiativen von Hamburg und Schleswig-Holstein in Berlin könne er sich nicht erinnern, sagte Wachholtz. Notwendig seien auch eine Harmonisierung der Bildungssysteme und die Förderung einer attraktiven Hochschullandschaft.

Die Kurzstudie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zeigt, dass die Wirtschaftsentwicklung in Norddeutschland seit langem hinter der in Süddeutschland hinterherhinkt. Allerdings gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen den fünf norddeutschen Ländern, wie die Verfasser der Studie, Klaus Schrader und Claus-Friedrich Laaser, betonten.

Das Wirtschaftswachstum betrug seit dem Jahr 2000 im Durchschnitt in Bayern als Spitzenreiter 2,0 Prozent jährlich, in Mecklenburg-Vorpommern nur 1,0 Prozent. Niedersachsen entsprach mit 1,4 Prozent dem Bundesdurchschnitt, Bremen und Hamburg mit je 1,3 Prozent lagen knapp darunter, Schleswig-Holstein kam auf 1,2 Prozent. Laut Wachholtz haben die norddeutschen Länder etwa zehn Prozent weniger Wirtschaftswachstum in den vergangenen 40 bis 45 Jahren verzeichnet als der Süden.

Unterschiede zwischen den Bundesländern bei der Wirtschaftsentwicklung ließen sich nicht pauschal als ein Süd-Nord-Gefälle darstellen, resümierten Schrader und Laaser. Vielmehr seien die Unterschiede zwischen den norddeutschen Ländern bei einzelnen ökonomischen Indikatoren nicht weniger stark ausgeprägt als im Vergleich mit Baden-Württemberg und Bayern.

So stehen die beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen an der Spitze der Bundesländer bei den Pro-Kopf-Einkommen. Auch die süddeutschen Ländern liegen im Spitzenfeld. Dagegen stagniert das relative Pro-Kopf-Einkommen in den Flächenländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vopommern deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, den auch Niedersachsen nicht erreicht.

Wachstumstreiber ist der Studie zufolge vor allem das verarbeitende Gewerbe, das im Süden viel stärker als im Norden ist. Auch bei Innovationen liegt der Süden vorn - etwa bei Digitalisierungspatenten, der Beschäftigung von ITK-Kräften, der Innovationskraft und bei der regionalen Verteilung von Start ups. Ein weit gefasstes Innovationsranking der EU-Kommission bestätige, dass im Norden allenfalls die Stadtstaaten und Teile Niedersachsens Anschluss halten könnten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
17:43 Uhr

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