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Wirtschaft

VW ändert Manager-Boni - jetzt mit Garantie

Viele Manager bei Volkswagen verdienen üppig. Nach Kritik auch im Zusammenhang mit der Abgaskrise richtet man die Gehälter nun stärker am langfristigen Erfolg des gesamten Konzerns aus. Die Verkäufe laufen gut - aber eine Entscheidung über ein Werk in der Türkei bleibt aus.



Volkswagen
Volkswagen strukturiert im Rahmen seiner Elektro-Investitionen die Produktion in verschiedenen Werken um.   Foto: Sina Schuldt/dpa

Nach dem Umbau des Bonussystems für die Vorstände ändert VW auch für das mittlere bis obere Management die Berechnung der Bezüge - mit einer Garantie für Boni über die kommenden drei Jahre.

Dies geht aus einem Brief zu einem «neuen Vergütungssystem» von Personalvorstand Gunnar Kilian und Konzernchef Herbert Diess an die betreffenden Mitarbeiter hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die zugesicherte Mindesthöhe schmilzt aber schrittweise ab.

2020 wird das aktuelle Gehaltsniveau für die weltweit rund 18.000 Führungskräfte noch beibehalten, in den beiden Jahren darauf sind dann 90 und 80 Prozent der Gesamtsumme garantiert. Die Verkäufe der Konzernmarken legen weiter zu, es könnte auch 2019 einen Absatzrekord geben. Ob das geplante neue Werk in der Türkei kommt, bleibt unklar.

Diess und Kilian verbinden mit der Gehaltsreform in ihrem Schreiben das Ziel, den «gemeinsamen Unternehmenserfolg» und die «dauerhafte Rentabilität» stärker zu betonen. So soll es den individuellen «persönlichen Leistungsbonus» vom neuen Jahr an nicht mehr geben.

Stattdessen werden zwei neue variable Gehaltskomponenten eingeführt: Der «Jahresbonus» orientiert sich nicht mehr an der absoluten Höhe des Betriebsergebnisses, sondern an relativen Werten zu operativer Umsatz- sowie Kapitalrendite.

Der «Langzeitbonus» wird umgestellt von Rendite, Absatz, Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit auf Gewinn pro Aktie, Kursentwicklung der Vorzugspapiere und Dividende. So soll die «Wertentwicklung» des Konzerns anstelle von kurzfristigen Gewinnen maßgeblich werden. Zuvor hatte auch der «Spiegel» darüber berichtet.

VW hatte nach dem Bekanntwerden des Diesel-Skandals bereits die variablen Gehaltsbestandteile für das Top-Management umgebaut - nach Kritik an der Vergütungshöhe, die etwa im Jahr 2011 für den damaligen Konzernchef Martin Winterkorn auf bis zu 17,5 Millionen Euro gestiegen war.

Neben einem fixen Sockelgehalt gibt es auch hier einen erfolgsabhängigen Langzeitbonus («Long Term Incentive») in weitgehend derselben Struktur, die nun für tiefer angesiedelte Manager gilt. Im Fall von Fehlverhalten oder schweren Pflichtverletzungen kann das Unternehmen Abzüge oder Rückforderungen von Bonuszahlungen vornehmen.

Nach «Dieselgate» entschied man 2016, 30 Prozent der variablen Vergütung zunächst einzubehalten und - in Aktien umgewandelt - zu parken. Seit dem vergangenen Mai zahlt VW die Boni für ehemalige und aktuelle Vorstandsmitglieder wieder aus. Bei anderen Autoherstellern schließen Sparprogramme derzeit das Leitungspersonal ein. So soll bei Daimler jede zehnte Management-Stelle gestrichen werden.

Der Gesamtabsatz der zwölf VW-Konzernmarken zog auch im November an. Weltweit wurden 988.800 Fahrzeuge verkauft - 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Aufs ganze bisherige Jahr gesehen, liegt die Gruppe damit um 0,3 Prozent im Plus (9,94 Millionen Autos). Am Mittwoch hatte die Kernmarke 3,9 Prozent mehr Auslieferungen für den vergangenen Monat gemeldet. In der Summe könnte 2019 ein Höchststand erreicht werden, Analysten halten knapp 10,9 Millionen Fahrzeuge für möglich.

Volkswagen strukturiert im Rahmen seiner Elektro-Investitionen die Produktion in verschiedenen Werken um. Ob die geplante neue Fabrik nahe der türkischen Stadt Izmir kommt, ist aber weiterhin nicht entschieden. Man werde hier frühestens ab der Mitte des ersten Quartals 2020 zu einem Beschluss kommen, hieß es aus Firmenkreisen.

Die «Automobilwoche» hatte vor einer Entscheidung «nicht vor Februar» berichtet. VW hatte eigentlich im Herbst Klarheit schaffen wollen, die Vertragsunterzeichnung wegen der Militäraktionen der Türkei in Nordsyrien aber auf Eis gelegt. Es gab Kritik an dem Vorhaben, in einem Land mit heikler Menschenrechtslage einen Standort zu eröffnen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 12. 2019
16:23 Uhr

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13. 12. 2019
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