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Wirtschaft

VW will stärker vom SUV-Boom profitieren

Am Trend kann man nicht vorbeigehen, meint VW: die Menschen wollen demnach die schweren, SUV genannten Stadtgeländewagen. Die Volkswagen-Kernmarke will deren Zahl fast verdreifachen. Darauf reagiert nicht jeder euphorisch.



Volkswagen
Bereits im November vergangenen Jahres hatte VW angekündigt, in den nächsten Jahren 34 Milliarden Euro in die Zukunftsthemen stecken zu wollen.   Foto: Hauke-Christian Dittrich

Volkswagen setzt immer stärker auf den anhaltenden SUV-Boom. Bis 2025 will die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw weltweit über 30 SUV-Modelle im Angebot haben - derzeit sind es elf.

Zugleich soll jeder zweite verkaufte Personenwagen von VW ein SUV sein. Bisher sei es jeder fünfte, sagte Marken-Vertriebschef Jürgen Stackmann.

Darunter seien dann auch elektrisch angetriebene Fahrzeuge Auto-Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sprach von einem «Marktzwang», die Pläne riefen aber auch deutliche Kritik hervor. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, sprach von einer «absoluten Katastrophe».

Für den Branchenexperten Stefan Bratzel ist das Thema «zwiespältig». Die schweren Fahrzeuge passten «nicht so richtig» zu Umweltschutz und dem Bestreben, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) zu senken.

Es könne nicht sein, dass große Fahrzeuge steuerlich kaum herangezogen würden. Gleichwohl gelte, dass der SUV-Trend in den vergangenen Jahren enorme Bedeutung gehabt habe. Bei den Neuzulassungen sei deren Anteil von 7 Prozent im Jahr 2007 auf 24 Prozent im vergangenen Jahr hochgeschnellt. Dudenhöffer erklärte: «Die Käufer wollen SUVs.»

Gleichzeitig steckt die gesamte Autobranche in einem massiven Umbruch hin zu E-Mobilität, Vernetzung und automatisiertem Fahren. Das erfordert immense Investitionen. Allein VW hatte im vergangenen November angekündigt, in den nächsten Jahren 34 Milliarden Euro in die Zukunftsthemen stecken zu wollen. Gleichzeitig muss der Konzern hohe Kosten für die Folgen des im September 2015 bekanntgewordenen Abgas-Skandals schultern. Insgesamt beläuft sich die Abgas-Rechnung bislang auf mehr als 27 Milliarden Euro.

Bei der Bewältigung dieser Kosten hilft nach Stackmanns Worten der Zuspruch der Kunden zu den Geländewagen: «SUVs sind ein Wachstumssegment - in allen Regionen gleich stark», betonte er. «Deshalb treiben wir unsere aktuelle SUV-Offensive konsequent voran. Sie trägt entscheidend dazu bei, unser Kerngeschäft zu stärken, so dass wir die notwendigen Milliardeninvestitionen in Elektromobilität und autonomes Fahren tätigen können.»

Die «große Lücke» im Angebot seien kompakte Fahrzeuge, erklärte er. VW ergänze daher die SUV-Palette - und stellt gleichzeitig in Europa, China und Südamerika den T-Cross im Polo-Format vor. Ab 2020 mit dem Anrollen der vollelektrischen ID-Modellfamilie folge der nächste Schritt in dem Segment, nämlich der elektrisch angetriebene ID Crozz.

Resch dagegen mahnte, VW solle einen völlig anderen Weg gehen und sich bei emissionsfreien Antrieben an die Spitze stellen. Er habe schon mehrfach kritisiert, dass «VW anstrebt, als SUV-Marke wahrgenommen zu werden». Er kritisierte den schlechten Luftwiderstandswert der «fahrenden Schränke»: «Das sind Fahrzeuge, die man nicht braucht.» Er rief den Gesetzgeber auf, Höchstverbräuche zu definieren, nach denen die Hersteller sich richten müssten.

Stackmann erklärte dagegen, SUVs seien eine «Wachstumsmaschine». 2010 seien weltweit von allen Herstellern 9,8 Millionen Geländewagen verkauft worden - vor einem Jahr seien es bereits 28,3 Millionen Stück gewesen und damit knapp ein Drittel des gesamten Automarktes.

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2018
12:15 Uhr

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25. 10. 2018
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