Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

Wirtschaft

Verdi: Flugbegleiter bei Ryanair erhalten Tarifvertrag

Nach einem harten Arbeitskampf haben sich Verdi und Ryanair auf einen Tarifvertrag für das Kabinenpersonal geeinigt. Es sind aber nicht alle Konflikte gelöst.



Streik bei Ryanair
Ryanair-Streikende am Flughafen Schönefeld 2018.   Foto: Bernd Settnik

Beim Billigflieger Ryanair ist der erste Tarifvertrag für deutsche Beschäftigte unter Dach und Fach.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi berichtete vom Tarifabschluss mit der irischen Gesellschaft für die rund 1100 Flugbegleiter an den deutschen Basen der Fluggesellschaft.

Vereinbart wurden unter anderem ein 600 Euro höheres Monatsgrundgehalt, weitere monatliche Entgeltsteigerungen um bis zu 250 Euro und Sozialplanregeln.

Im Falle von Stationsschließungen oder der Verlegung einzelner Flugzeuge seien erstmals in Europa Abfindungsregeln vereinbart worden. Auch werde den Beschäftigten eine Mindeststundenzahl im Flugzeug garantiert. Ryanair äußerte sich zunächst nicht zu dem nun abgeschlossenen Tarifvertrag.

Erstmals werde für die Beschäftigten deutsches Arbeits- und Sozialrecht angewendet, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle und sprach von einem «großen Etappensieg». Die Beschäftigten fielen nun unter den deutschen Kündigungsschutz und erhielten unter anderem Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

«Mit diesem Gesamtpaket konnten wir die extrem prekären Arbeitsbedingungen stoppen», sagte Behle einer Mitteilung zufolge. Die erreichten Regelungen gelten Verdi zufolge auch für die rund 700 Leiharbeitnehmer in der Ryanair-Kabine.

Dem Vertrag war nach einigen Streiks eine Einigung über Eckpunkte vorausgegangen, der die Verdi-Mitglieder mit großer Mehrheit zugestimmt hatten. Auch die Piloten von der Vereinigung Cockpit haben sich mit Ryanair bereits auf Eckpunkte geeinigt, unter anderem mit höheren Fixgehältern. Von einem Abschluss hat die Gewerkschaft bislang aber noch nicht berichtet.

Verdi kritisierte die weiterhin ablehnende Haltung der Airline gegen einen Betriebsrat, dessen Gründung die Bundesregierung gerade erleichtert hatte. Ryanair versuche erneut, sich der Verantwortung zu entziehen, meinte Behle. Das Unternehmen habe argumentiert, in Deutschland gar keinen eigenständigen Betrieb zu haben. Das sei für Verdi nicht akzeptabel.

Die irische Ryanair fliegt mehr als 200 Flughäfen in 37 Ländern in Europa und Nordafrika an. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 14.000 Menschen - und steckt in einem tiefgreifenden Wandel, seit sich Piloten und Flugbegleiter zunehmend in Gewerkschaften organisiert und europaweit vernetzt haben. In mehreren Ländern hat sich das Unternehmen inzwischen mit Gewerkschaften geeinigt.

Im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende März 2019) rechnet Ryanair allerdings mit dem ersten Gewinnrückgang seit fünf Jahren. Erst im Januar strich Airline-Chef Michael O'Leary wegen eines Verfalls der Ticketpreise im Winter seine Gewinnprognose von 1,1 bis 1,2 Milliarden auf 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro zusammen. Von der Summe gehen allerdings noch die Verluste der österreichischen Ryanair-Tochter Laudamotion ab, die sich nach der jüngsten Prognose auf etwa 140 Millionen Euro belaufen dürften.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 03. 2019
14:39 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Flugbegleiter Ryanair Streiks Tarifverträge Vereinigung Cockpit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ryanair

08.11.2018

Ryanair und Verdi nähern sich Tarif-Einigung

Noch können Ryanair-Kunden nicht aufatmen. Aber es sieht danach aus, als sei eine Lösung im Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern in Sicht. Doch es gibt auch noch die Piloten. » mehr

Ufo

12.07.2019

Ufo startet Urabstimmung bei Eurowings

Die Tarifverträge sind fertig, dennoch könnte es bei der Lufthansa-Tochter Eurowings im Sommer noch zu Streiks kommen. Das Unternehmen und die Gewerkschaft der Flugbegleiter stehen sich unversöhnlich gegenüber. » mehr

Vorerst keine Streiks bei Lufthansa

10.07.2019

Nervenkrieg bei der Lufthansa - Ufo kämpft ums Überleben

Die Gewerkschaft Ufo hat Flugbegleiter-Streiks bei Lufthansa und Eurowings angekündigt, kommt bei der Umsetzung aber nicht voran. Es geht um viel mehr als um Lohnprozente oder neue Überstundenregeln. » mehr

Ufo

03.07.2019

Ufo bietet Lufthansa Friedenspflicht an

Seit Monaten schwelt ein Konflikt zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. Trotz eines Angebots der Gewerkschaft sind Streiks in der Ferienzeit nicht vom Tisch. » mehr

Ryanair-Maschinen

26.09.2018

Ryanair reduziert streikbedingte Flugabsagen auf 150

Bei Ryanair wird am Freitag wieder gestreikt. Mehrere Gewerkschaften in Europa haben zu dem Ausstand aufgerufen. Wie stark Flüge von und nach Deutschland betroffen sein werden, ist noch offen. » mehr

Ryanair

10.09.2018

Deutsche Ryanair-Piloten wollen erneut streiken

Ryanair hat mit seinen Piloten in Irland und Italien Tarifverträge abgeschlossen. Der deutschen Vereinigung Cockpit sind die dort erzielten Ergebnisse aber nicht genug. Neue Streiks drohen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

900-Jahrfeier Zedtwitz

900-Jahrfeier Zedtwitz | 21.07.2019 Zedtwitz
» 35 Bilder ansehen

Wiesla Rock Club Sommerfest - Freitag

Wiesla Rock Club Sommerfest - Freitag | 19.07.2019 Hof
» 18 Bilder ansehen

FC Eintracht Bamberg - SpVgg Bayern Hof 6:4

FC Eintracht Bamberg - SpVgg Bayern Hof 6:4 | 20.07.2019 Bamberg
» 34 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 03. 2019
14:39 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".