Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

Wirtschaft

Vermögenslage bei insolventer Airline Germania noch unklar

Die Germania-Flugzeuge sind am Boden. Die Lage der insolventen Fluggesellschaft ist aber noch sehr unübersichtlich - vor allem die Vermögenswerte rücken ins Licht.



Germania stellt Flüge ein
Germania ist eine deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30-jährigen Geschichte.   Foto: Christoph Schmidt

Nach der Pleite der Fluggesellschaft Germania prüft der vorläufige Insolvenzverwalter die vorhandenen Vermögenswerte - die Lage stellt sich nach außen hin noch unübersichtlich dar.

In der Branche gibt es nur an einigen wenigen Start- und Landerechten der Gesellschaft Interesse. Fluggesellschaften sprangen zudem für den eingestellten Germania-Flugbetrieb ein, um die Passagiere an ihre Ziele zu bringen.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings will sich um die frei werdenden Start- und Landerechte am Flughafen Düsseldorf bewerben. Germania verfügte in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt über attraktive Slots, die nun an den Flughafenkoordinator der Bundesrepublik zur Neuverteilung zurückgingen, sagte Eurowings-Chef Thorsten Dirks am Mittwoch in Frankfurt.

Diese Zeiten seien für die Eurowings attraktiv. Einen Erwerb von Teilen der Germania zur Übernahme der Rechte wie im vorherigen Pleitefall von Air Berlin schloss Dirks hingegen aus.

In der Nacht zu Dienstag hatte die Berliner Fluggesellschaft Germania die Insolvenz öffentlich gemacht und ihren Flugbetrieb eingestellt. Der Geschäftsbetrieb ihrer Tochtergesellschaften Germania Flug AG in der Schweiz und der Bulgarian Eagle ging dagegen weiter.

Zur aktuellen Lage bei Germania gab es am Mittwoch sowohl vom Unternehmen als auch vom vorläufigen Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg zunächst keinen neuen Stand. Die knapp 1700 Beschäftigten sollen bis einschließlich März von der Arbeitsagentur Insolvenzgeld erhalten, das zunächst über einen Bankkredit finanziert werden müsste. Dies hat Wienberg nach eigenen Angaben angestoßen. Über die Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens entscheidet das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg.

Nach Einschätzung eines Fachjuristen sind bei Germania wahrscheinlich nur geringe Vermögenswerte vorhanden. Es sei daher fraglich, ob die Masse für ein reguläres Insolvenzverfahren ausreiche, sagte der Anwalt Werner Meier von der Wirtschaftskanzlei Simmons&Simmons der Deutschen Presse-Agentur. «In der letzten vorliegenden Bilanz aus dem Jahr 2016 sind sehr hohe Leasingraten genannt. Wahrscheinlich verfügte Germania über keine eigenen Flugzeuge mehr.» Der Branchendienst «airliners.de» berichtete, dass der Airline zuletzt noch drei von insgesamt 30 Maschinen gehört haben sollen. Vom vorläufigen Insolvenzverwalter gab es dazu zunächst keine Angaben.

Dass Germania anders als Air Berlin nicht mit einem Überbrückungskredit in der Luft gehalten wurde, deutet nach Auffassung Meiers darauf hin, dass die Bundesregierung keine Sanierungsperspektive gesehen habe. Entsprechende Gespräche mit einer privaten Investorengruppe über 15 Millionen Euro waren am Montag gescheitert. Eine staatliche Hilfe wäre schon wegen der extrem unsicheren Rückzahlungsperspektive nach EU-Beihilferecht nicht zulässig gewesen, sagte Meier. Er vertritt nach eigenen Angaben eine Gruppe von Finanzgläubigern im Insolvenzverfahren um Air Berlin.

Die Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze (IDRF) betonte, dass die Insolvenz von Germania vor allem dem ländlichen Raum schade. Einige kleinere Flughafenstandorte mit Erfurt und Rostock an der Spitze sind stark betroffen, weil Germania dort einen vergleichsweise hohen Flugverkehr-Anteil hatte. Nach IDRF-Einschätzung ist aber keiner der Flughäfen in seiner Existenz bedroht. Das bayerische Wirtschaftsministerium lehnte eine Finanzspritze für den Nürnberger Flughafen ab, an dem Germania der drittgrößte Anbieter war.

Fluggesellschaften sprangen unterdessen für den Germania-Flugbetrieb ein. Von Lufthansa hieß es am Mittwoch, dass am selben Abend ein Flugzeug mit 180 Germania-Passagieren aus Ägypten in Düsseldorf landen sollte. Auch Condor schuf nach eigenen Angaben zusätzliche Kapazitäten, indem größere Flugzeuge eingesetzt wurden. Der Flugzeugbauer Airbus fand ebenfalls eine Übergangslösung für den Werksverkehr zwischen Toulouse und Hamburg, den bislang Germania gewährleistet hatte.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
16:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Air-Berlin Airbus GmbH Anton Hofreiter Bankkredite Bundesministerium der Finanzen CDU Deutsche Lufthansa AG Deutsche Presseagentur Eurowings Fluggesellschaften Flughäfen Flugzeugbauer Insolvenzverfahren Insolvenzverwalter Joachim Hunold Konkurse Luftfahrt-Bundesamt Peter Altmaier Vermögenswerte Webseiten Wirtschaftskanzleien
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Startender Condor-Airbus

25.09.2019

Condor kann weiterfliegen - Management sucht neue Eigentümer

Der Ferienflieger will seine Zukunft ohne die insolvente Mutter gestalten. Gespräche mit potenziellen Investoren laufen bereits an. Luft verschafft staatliche Unterstützung. » mehr

Thomas Cook

23.09.2019

Condor fliegt weiter - Staat soll Turbulenzen vermeiden

Thomas Cook ist pleite - aber Condor fliegt weiter. Damit das so bleibt, könnte Staatshilfe notwendig sein. Doch das ist womöglich nicht der einzige Ausweg für die Airline. » mehr

Thomas Cook

26.09.2019

Deutsche Thomas Cook sagt alle Reisen bis Ende Oktober ab

Bei Thomas Cook in Deutschland haben jetzt die Insolvenzverwalter das Sagen. Und die haben entschieden: Das Insolvenzrecht lässt vorerst keinen weiteren Betrieb zu. Auch schon bezahlte Reisen können bis Ende Oktober nich... » mehr

Abschied von Germania

08.02.2019

Germania-Pleite: Kein Ersatz für rund 260 000 Flugbuchungen

Die Germania-Pleite trifft Mitarbeiter und kleinere Flughäfen hart. Jetzt gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Aber nicht für viele Tausende Reisende. » mehr

Lufthansa und Condor

24.06.2019

Lufthansa zerstreut Traum vom Condor-Deal

Der Preiskampf im europäischen Luftverkehr durchkreuzt Gewinnpläne der Lufthansa. Während das Geschäft auf der Langstrecke weiter gut läuft, bereitet die Billigtochter Eurowings Kopfschmerzen. Um das zu ändern, wird die ... » mehr

Anzeigetafel

12.08.2019

Flugsicherung: Luftverkehr im ersten Halbjahr pünktlicher

Der Flugverkehr wächst auch in Zeiten der Klima-Angst. Doch das Verspätungschaos aus dem vergangenen Jahr bleibt in diesem Sommer zunächst aus. Die Flugsicherung nennt erste Gründe. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Hofer Theaternacht

Hofer Theaternacht | 14.10.2019 Hof
» 22 Bilder ansehen

10. Hofer Steinparty

10. Hofer Steinparty | 12.10.2019 Hof
» 61 Bilder ansehen

"Trails 4 Germany" in Kulmbach

"Trails 4 Germany" in Kulmbach | 14.10.2019 Kulmbach
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
16:15 Uhr



^