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Wirtschaft

Vorzeigezug ICE4 muss nachgebessert werden

Sechs Milliarden Euro investiert die Bahn in den neuen ICE4, es ist der größte Auftrag ihrer Geschichte. Doch es zeigen sich Mängel, die noch erhebliche Probleme bereiten könnten.



ICE 4
Die ersten ICE4 sind seit Dezember 2017 auf den Gleisen. 25 wurden bislang ausgeliefert.   Foto: Maurizio Gambarini

Die Deutsche Bahn nimmt wegen Fertigungsfehlern vorerst keine neuen ICE4-Züge von Bombardier und Siemens mehr an. An dem Zug, der zum Rückgrat des Fernverkehrs werden soll, fanden sich Fehler an Schweißnähten.

Der Konzern forderte die Hersteller Siemens und Bombardier auf, die Wagen im Rahmen der Gewährleistung auszubessern. Die bislang ausgelieferten 25 Züge werden demnach nicht aus dem Verkehr gezogen. «Alle ICE-4-Fahrzeuge waren und sind jederzeit sicher», betonte die Bahn am Donnerstag.

«Bombardier Transportation, Unterlieferant im ICE-4-Projekt, hat im Rahmen des Qualitätsmanagements festgestellt, dass vereinzelt Schweißnähte an ICE-4-Wagenkästen nicht wie vorgeschrieben ausgeführt wurden», teilten Siemens und Bombardier gemeinsam mit. Mit der Bahn und dem Eisenbahnbundesamt arbeite man an einer Lösung. In jedem Fall dürften die Reparaturen nicht schnell gehen, weil sie den Rohbau fertig ausgestatteter Züge betreffen.

Für die Bahn ist das Problem schwerwiegend. Es ist der größte Auftrag ihrer Geschichte. Der Fertigungsfehler könnte langfristig zu einem höheren Wartungsaufwand führen, wie der Konzern mitteilte. Das kann bedeuten, dass die Züge häufiger in die Werkstatt müssen. Die Wagenreserve der Bahn ist jedoch knapp.

Der Konzern hält ohnehin nur mühsam Schritt mit den wachsenden Fahrgastzahlen. Verspätungen und Zugausfälle häuften sich im vergangenen Jahr im Fernverkehr. Das neue Flaggschiff ICE4 soll das ändern. Mehr Sitzplätze, mehr Komfort und mehr Zuverlässigkeit, lautete das Versprechen. Die ersten ICE4 sind seit Dezember 2017 auf den Gleisen. Vereinbart ist, dass bis zum Jahr 2023 insgesamt 119 Züge geliefert werden. Der Gesamtauftrag umfasst sechs Milliarden Euro.

Aus Industriekreisen verlautete am Donnerstag, die fehlerhaften Schweißnähte gingen auf einen einzelnen Schweißer in einem polnischen Werk zurück. Von diesem Mitarbeiter habe man sich getrennt. Schon vor dem Regelbetrieb hatte es mit dem ICE4 Probleme bei Testfahrten gegeben. Einzelne Waggons vibrierten bei hohem Tempo auf einigen Streckenabschnitten. Der Hochgeschwindigkeitszug fährt bis zu 250 Stundenkilometer.

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dpa

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04. 04. 2019
17:45 Uhr

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