Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Wirtschaft

Weniger Nachfrage nach Make-up in Corona-Krise

Viele Leute sparen gerade beim Make-up. Im Homeoffice und unter der Schutzmaske sieht es keiner. Und schöne Dinge zu kaufen, macht zurzeit auch keinen Spaß. Die Branche bekommt das deutlich zu spüren.



Weniger Nachfrage nach Make-up
Viele Verbraucher sparen gerade beim Make-up.   Foto: Bernd Thissen/dpa

Die letzten Wochen haben die meisten Menschen vor allem zu Hause verbracht: Zum Arbeiten ging's ins Homeoffice, Treffen mit Freunden, Kinoabende und Barbesuche waren gestrichen. Wozu sich also schminken?

Das haben sich offensichtlich viele Leute gedacht, denn die Nachfrage nach Make-up ist in der Corona-Krise spürbar zurückgegangen. Zwar kehrt die Normalität langsam zurück. Doch die Mundschutzpflicht bremst Branchenexperten zufolge nach wie vor die Kauflaune bei Lippenstift & Co.

Vor allem den April, wo viele Geschäfte, Friseure und Kosmetikstudios geschlossen hatten, konnten sich die Hersteller nach Angaben des Kosmetikverbands VKE abschminken. Die Umsätze seien in diesem Monat um 60 Prozent zurückgegangen, sagte Geschäftsführer Martin Ruppmann. Das Ostergeschäft sei wegen der geschlossenen Läden völlig verloren gegangen. «Der Online-Handel konnte nicht alles auffangen.»

Auch das fränkische Traditionsunternehmen Schwan Stabilo bekommt das zu spüren. Um ein Drittel sei der Umsatz in der Kosmetiksparte im April eingebrochen, sagte Firmenchef Sebastian Schwanhäußer. Das Unternehmen in Heroldsberg plant deshalb jetzt Kurzarbeit. Es ist eigenen Angaben zufolge Weltmarkführer darin, Schminkstifte für Kosmetikmarken zu entwickeln und zu produzieren.

Schwanhäußer hat daher den internationalen Markt im Blick. «Weltweit sehen wir in China schon erste Anzeichen der Entspannung, während Europa in den ersten Wochen nach dem Ende des Lockdowns noch sehr verhalten ist.» In den USA und Südamerika werde die Lage dagegen jeden Tag schwieriger.

Im Außenhandel mussten die Hersteller von Schönheitspflege im ersten Quartal 2020 nach Angaben des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) ein Minus von 12 Prozent hinnehmen. Im Inland konnten sie ein Plus von 5,6 Prozent verzeichnen - weil die Menschen unter anderem mehr Seife und Handpflege kauften. Die Einbußen der auf Parfüm, dekorative Kosmetik oder Haarpflege spezialisierten Unternehmen beliefen sich dagegen nach IKW-Schätzungen auf 100 Millionen Euro pro Monat. «Die Einschnitte waren und sind so groß, dass Normalität wohl erst nach einigen Monaten erreicht werden kann», sagte Geschäftsführer Thomas Keiser.

Der VKE geht deshalb davon aus, dass die Unternehmen in diesem Jahr durchschnittlich 20 Prozent weniger Umsatz haben werden. Selbst ein gutes Weihnachtsgeschäft könne die Verluste nicht mehr ausgleichen, sagte Ruppmann. So kommt die Friseurmarke Alcina nach eigenen Angaben zurzeit nicht auf ihren Vorjahresumsatz. «Uns fehlt durch die Schließungen der Salons sicher das Aprilgeschäft», sagte eine Sprecherin der Bielefelder Dr. Wolff Group. Es sei aber noch zu früh, um die Folgen abzuschätzen. Kosmetik-Behandlungen seien bei Friseuren erst seit kurzer Zeit wieder möglich.

«Die Lockerungen helfen natürlich», sagte Ruppmann. Doch richtige Kauflaune komme nicht auf. «Unter einem Mund-Nasen-Schutz hat man keine Lust, sich zu schminken.» Und auch das Einkaufen selbst macht vielen dadurch keinen Spaß. «Den Faktor Bummeln haben wir zurzeit nicht», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Parfümerien, Elmar Keldenich. «Die Leute kaufen bedarfsorientiert.» Ein schöner Lippenstift oder ein edles Parfüm - das gönnt man sich zurzeit eher nicht, zumal die Läden aus hygienischen Gründen keine Tester aufstellen dürfen. Die Folge: «Wenn man die Sachen nicht ausprobieren kann, kauft die auch keiner», sagte Keldenich.

Veröffentlicht am:
01. 06. 2020
09:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Friseure Kosmetik Kosmetikbehandlungen Kosmetikbranche Kosmetikstudios Lippenstifte Make-up Parfüm Parfümerien Produktionsunternehmen und Zulieferer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Gefälschte Waren

10.06.2020

EU-Studie: Fälschungsmafia reißt Milliardenlöcher

Das Treiben der Fälschungsmafia nimmt nach Experten-Warnungen «alarmierende Ausmaße» an. Es reißt in der EU empfindliche Löcher in die Kassen von Ländern und Firmen. Hunderttausende Jobs werden vernichtet. Aber die Gefah... » mehr

Führungswechsel bei Henkel

25.10.2019

Börse skeptisch: Neuer Henkel-Chef von Anfang an unter Druck

Carsten Knobel sieht sich bei Henkel mit vielen Baustellen konfrontiert. Die wichtige Klebstoffsparte und das Kosmetikgeschäft schwächeln. Schon bald könnte für den neuen Konzernchef eine wichtige Entscheidung anstehen. » mehr

Douglas-Filiale

29.08.2019

E-Commerce wird für Douglas immer wichtiger

Die Douglas-Parfümerien kennt jeder. Doch die Wachstumstreiber des Konzerns sind sie schon lange nicht mehr. Für die Zukunft setzt Konzernchefin Tina Müller deshalb auf einen Mix aus Onlinehandel und stationärem Geschäft... » mehr

Gastronomie in Stuttgart

06.05.2020

Länder öffnen unter Auflagen Kneipen und Restaurants

Das Gastgewerbe gehört zu den Branchen, die in der Corona-Krise am schwersten betroffen ist. Immer mehr Länder kündigen nun an, wann Kneipen und Restaurants wieder öffnen dürfen - unter Auflagen. » mehr

Henkel

11.05.2020

Henkel kommt bislang mit blauem Auge durch die Corona-Krise

Zwar leidet das Klebstoffgeschäft unter den Produktionsunterbrechungen in der Autoindustrie. Doch dafür brummt in der Pandemie das Geschäft mit Reinigungsmitteln. Hier hat Henkel noch einiges vor. » mehr

Produktfälschung

06.06.2019

Fälschungen kosten EU-Branchen 60 Milliarden Euro pro Jahr

Die Uhr oder die Tasche einer Luxusmarke kann man auch für relativ wenig Geld kaufen - wenn es sich um gefälschte Waren handelt. Die Piraterie-Mafia produziert immer mehr und geht immer gewiefter vor. Der Schaden für Deu... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Aktion von "Fridays for Future" am Kugelbrunnen in Hof Hof

Aktion von "Fridays for Future" in Hof | 03.07.2020 Hof
» 16 Bilder ansehen

Mini-Stadtfest am Wochenmarkt in Rehau

Mini-Stadtfest in Rehau | 05.07.2020 Rehau
» 52 Bilder ansehen

20200516_143430

4. Bratwurstlauf 2020 |
» 17 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
01. 06. 2020
09:29 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.