Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

Wirtschaft

Zahl der Baugenehmigungen geht abermals zurück

Der Immobilienmarkt in Deutschland boomt, doch das Angebot an Wohnungen hält nicht mit der großen Nachfrage Schritt. Im Sommer wurden erneut weniger Baugenehmigungen erteilt - schlechte Vorzeichen im Kampf gegen die Wohnungsnot.



Wohnungsbau in Berlin
Eine Wohnanlage in Berlin: Während die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser kaum sank, gab es bei Zwei- und Mehrfamilienhäusern jeweils ein hohes Minus von 4,1 Prozent.   Foto: Carsten Koall

Für die Wohnungsnot in vielen deutschen Städten ist weiter wenig Entspannung in Sicht. Trotz hoher Immobiliennachfrage sind erneut weniger Baugenehmigungen erteilt worden.

Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. Demnach wurden von Januar bis Juli 196.400 Wohnungen bewilligt, 3,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Allein im Juli habe es einen Einbruch von 8,6 Prozent gegeben. Die Genehmigungen gelten sowohl für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Häusern.

Mit dem Rückgang setzte sich der Trend aus dem ersten Halbjahr fort, in dem die Statistiker bereits ein Minus der Baugenehmigungen von 2,3 Prozent verzeichnet hatten. Besonders deutlich in den ersten sieben Monaten war das Schrumpfen bei den neuen Wohngebäuden, wo 4,1 Prozent oder 7300 Wohnungen weniger bewilligt wurden. Während die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser kaum sank, gab es bei Zwei- und Mehrfamilienhäusern jeweils ein hohes Minus von 4,1 Prozent.

«Die Baugenehmigungszahlen bedeuten wiederholt nichts Gutes für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens in Deutschland», erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs-

und Immobilienunternehmen. Wenn die Talfahrt bei den Genehmigungen so weiter gehe, werde das Wohnungsangebot gerade in den Ballungszentren absehbar nicht mit der hohen Nachfrage mithalten können.

Um die große Nachfrage nach Wohnungen zu stillen, müssen nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft in Deutschland jährlich 350.000 bis 400.000 Wohnungen entstehen.

Doch 2018 wurde der Neubau von lediglich knapp 302.800 Wohnungen genehmigt. Die Bundesregierung hat bisher ihr Ziel eines kräftigen Neubaus verfehlt - trotz mancher Fortschritte: Vergangenes Jahr wurden 285.900 Wohnungen fertig gestellt, immerhin der höchste Stand seit 2002.

Ein Jahr nach dem Wohngipfel im Kanzleramt habe sich nichts geändert, kritisierte der Deutsche Mieterbund mit Blick auf den Plan der Großen Koalition, 375.000 Wohnungen im Jahr zu schaffen. Die versprochene Offensive von Bund, Ländern und Kommunen sei «krachend gescheitert».

Gebremst wird der Neubau etwa dadurch, dass Flächen in Ballungsräumen knapp sind und Handwerker in der Flut der Aufträge kaum nachkommen. Hausbauer warten daher oft Monate auf Handwerker. Auch stauen sich am Bau Genehmigungen der Behörden, die noch nicht abgearbeitet sind.

Der Wohnungsneubau stehe und falle mit der Ausweisung von genug bezahlbarem Bauland durch die Kommunen, erklärte Andreas Ibel, Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Ausgerechnet in den Metropolen sei der Rückgang der Baugenehmigungen am größten. «Neue Wohnungen können nur geplant werden, wenn man auch weiß, wo man sie bauen soll.»

Auch rund ein Jahr nach dem Wohngipfel bastle die Politik an den Symptomen herum, statt die Probleme beim Schopf zu packen, monierte Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien-Ausschusses. Nötig seien etwa Maßnahmen für schnelleres Bauen und Planen. Dazu kämen «sinnlose Regulierungsideen» wie der Mietendeckel in Berlin.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
15:40 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Andreas Mattner Axel Gedaschko Baubranche Baumaßnahmen Bundeskanzleramt Bundesämter (Deutschland) Deutscher Mieterbund Große Koalition Häuser Immobilien Immobilienfirmen Immobilienmarkt Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Statistisches Bundesamt Wohnungsknappheit Wohnungsunternehmen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Wohnungssuche

23.11.2020

Corona ändert Wohnungssuche - Mittendrin muss nicht sein

Ein kurzer Arbeitsweg, der ist manchen nicht mehr wichtig. Ihr Büro ist jetzt zu Hause. Corona verändert die Immobiliensuche. Doch die aktuellen Beschränkungen bergen Sprengstoff. » mehr

Immobilienmarkt

25.06.2020

Preise für Wohnungen und Häuser steigen erneut kräftig

Der Boom auf dem Immobilienmarkt setzt sich Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge auch 2020 fort. Im ersten Quartal gab es einen kräftigen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch auf dem Land verteuerten... » mehr

Baustelle

17.03.2020

Genehmigungen für Wohnungen steigen kräftig

Hoffnung für mehr Neubau: Nach Jahren der Rückgänge wurden 2019 deutlich mehr Wohnungen in Deutschland bewilligt. Damit es auch am Bau vorangeht, muss aber noch viel passieren. » mehr

Eigenheime verteuern sich in Corona-Krise

25.11.2020

Wohnimmobilien in Deutschland verteuern sich weiter

Sparkonten werfen kaum Zinsen ab, aber eine Investition in Immobilien lohnt sich trotz Corona. Häuser und Wohnungen verteuern sich bundesweit weiter. » mehr

Wohnungsbau

01.07.2020

Immobilienverband: Wohnbedarf durch Neubau nicht gedeckt

Der Bau hinkt der Nachfrage nach neuem Wohnraum weiter hinterher. Das liegt aus Sicht des Immobilienverbands GdW auch an zu hohen Baupreisen. Die Corona-Krise könnte die Situation zumindest kurzfristig entspannen. » mehr

Wohnungsbau

15.08.2019

Weniger Baugenehmigungen für Wohnungen im ersten Halbjahr

Weniger Wohnungen für mehr Menschen: Es werden weniger Baugenehmigungen erteilt, obwohl Experten schätzen, dass jährlich bis zu 400.000 Einheiten gebaut werden müssten, um den Bedarf zu decken. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lebkuchenmarkt Rehau 2020 - Freitag Rehau

Lebkuchenmarkt Rehau 2020 | 27.11.2020 Rehau
» 40 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 Selb

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 | 22.11.2020 Selb
» 42 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
15:40 Uhr



^