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Wirtschaft

Zweigleisige Bahn-Tarifrunde geht in die Verlängerung

Schnell geht in dieser Bahn-Tarifrunde nichts. Der Konzern versuchte am Dienstag das Kunststück, die Verhandlungen an zwei Orten mit zwei Gewerkschaften zeitgleich zum Erfolg zu führen.



Warnstreik bei der Deutschen Bahn
Leer ist die Fahrplantafel auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt/Main bis auf «Streik - kein Zugverkehr bis voraussichtlich 9 Uhr».   Foto: Boris Roessler

Bei den Tarifverhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn lässt der erhoffte Durchbruch weiter auf sich warten. In Berlin nahm die Bahn am Dienstag die unterbrochenen Gespräche mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wieder auf.

In Eisenach verhandelte das Unternehmen parallel mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) über neue Tarifverträge. Sprecher aller drei Tarifparteien schlossen Verhandlungen «bis in die Nacht hinein» nicht aus.

Die EVG hatte die vierte Verhandlungsrunde am Samstag in Hannover abgebrochen. Als Grund gab sie ein zu niedriges Lohnangebot an. Mit einem vierstündiger Warnstreik am Montag erhöhte die Gewerkschaft den Druck auf den Arbeitgeber. Der Ausstand in Stellwerken, Werkstätten und an Bahnhöfen legte den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahm.

Am Tag danach kam es im Zugverkehr noch vereinzelt zu Problemen. Die Fernzüge seien aber mittlerweile wieder nach Plan unterwegs, sagte eine Bahnsprecherin am Mittag. «Nach den kleineren Verspätungen und wenigen Ausfällen ist der Verkehr jetzt stabil.»

Beide Gewerkschaften waren mit einer Forderung nach 7,5 Prozent mehr Einkommen in die Tarifrunde eingestiegen. Die Bahn hatte eine Einkommenserhöhung in zwei Stufen angeboten: 2,5 Prozent zum 1. März 2019, weitere 2,6 Prozent zum 1. Januar 2020, bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten. Für die Monate Oktober 2018 bis Februar 2019 sollte eine Einmalzahlung von 500 Euro hinzukommen.

Die EVG verlangte zuletzt für die erste Erhöhungsstufe 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Zumindest sollte eine 3 vor dem Komma stehen, hieß es bei der EVG. Je länger die Laufzeit eines Vertrages ist, desto geringer fällt die effektive Lohnerhöhung aus.

«Wir werden die Tarifverhandlungen jetzt fortsetzen mit dem festen Willen, am Verhandlungstisch ein Ergebnis zu erzielen», sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba zum Auftakt.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler bezeichnete es als gutes Signal, dass man wieder am Verhandlungstisch sitze. Beide Seiten hätten «weitestgehend die Lösungen für die 37 Forderungen der EVG gefunden. Wir haben noch ein kleines Stück vor uns.» Beide Parteien müssten sich aufeinander zubewegen. «Wir werden versuchen, das so rasch wie möglich zu schaffen», fügte er hinzu.

Bei den parallel in Eisenach laufenden Tarifgesprächen mit der GDL äußerte sich ein Gewerkschaftssprecher am Nachmittag «optimistisch». Es gebe jedoch noch eine Reihe von Details zu klären. Auch Seiler meinte, man sei mit der GDL «auf einem ganz guten Weg». Er sei «durchaus zuversichtlich, dass wir dort zu einem Ergebnis kommen». Zwischen Eisenach und Berlin gebe es «quasi eine Standleitung».

Die Bahn strebt an, bei den übergreifenden Tariffragen wie dem Entgelt mit EVG und GDL gleiche Abschlüsse zu erzielen. Seiler hatte gleich zu Beginn der Verhandlungen vor zwei Monaten klargemacht, er wolle möglichst mit beiden Gewerkschaften «für gleiche Berufsgruppen auch zu vergleichbaren Ergebnissen kommen».

Während die EVG etwa 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn im Inland vertritt, verhandelt die kleinere GDL für einen Teil davon - rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen.

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Veröffentlicht am:
11. 12. 2018
17:29 Uhr

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