Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Wissenschaft

EU: Entschlossene Maßnahmen zur Rettung der Meere nötig

Zu stark ausgenutzt vom Menschen und vom Klimawandel bedroht: Um das Mittelmeer, die Ostsee und andere Meere Europas steht es nicht gut. Aber es gibt Hoffnung - falls eine nachhaltige Balance gefunden wird.



Müll im Meer
Müll in der Ostsee: Die Lage der europäischen Meere muss angesichts umfassender Probleme wie Überfischung, Klimawandel und Verschmutzung schleunigst verbessert werden, befindet die EU-Umweltagentur.   Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Die Lage der europäischen Meere muss angesichts umfassender Probleme wie Überfischung, Klimawandel und Verschmutzung mit entschiedenen Maßnahmen schleunigst verbessert werden.

Zu diesem Schluss kommt die in Kopenhagen ansässige EU-Umweltagentur EEA in einem Bericht zur Situation der Meere Europas. Ansonsten laufe die Zeit davon, um Jahrzehnte der Versäumnisse und übermäßigen Ausnutzung noch umzukehren.

Die EU habe weiterhin die Möglichkeit, wichtige Schlüsselelemente für die Belastbarkeit der marinen Ökosysteme wiederherzustellen, erklärte die EEA. Dazu müsse aber dringend und entschlossen gehandelt werden, um die menschliche Nutzung der Meere besser in Einklang mit den Ökosystemen zu bringen.

Bisher sei es den EU-Staaten nicht gelungen, die Nutzung der Meere von der Verschlechterung der marinen Ökosysteme zu entkoppeln, kritisierte die Agentur. «Die Art und Weise, wie wir das natürliche Kapital unserer Meere nutzen, scheint nicht nachhaltig zu sein.» Die EU könne die Widerstandsfähigkeit dieser Systeme aber Stück für Stück wiederherstellen, was sie letztlich beständiger im Kampf gegen die Klimakrise und andere Bedrohungen machen könne. Die EEA kommt aber zu dem klaren Schluss: «Es gibt dringenden Bedarf, jetzt zu handeln.»

Den Meeren in Europa gehe es derzeit generell schlecht, was auch für die Menschen eine schlechte Nachricht sei, weil dies Lebensqualität, Wirtschaft und Existenzgrundlagen beeinflusse. Die schlechten Meeresbedingungen liegen demnach zum einen an der historisch gewachsenen und anhaltenden Ausnutzung der Meere durch den Menschen. Hinzu komme zum anderen der Klimawandel, der die Folgen anderer Probleme noch verstärke. Die kombinierten Auswirkungen dieser Veränderungen befänden sich derzeit auf einem Weg, der die marinen Ökosysteme unumkehrbar schädigen könnte, heißt es in dem EEA-Bericht.

Mancherorts gebe es dank oft jahrzehntelanger Bemühungen jedoch Anzeichen für eine marine Erholung. Das anvisierte EU-Ziel, in allen europäischen Meeren bis Ende des Jahres gute Umweltbedingungen zu schaffen, werde dennoch aller Voraussicht nach nicht erreicht. Innerhalb des bestehenden politischen Rahmens der EU sei dies bis 2030 jedoch möglich - mit echten politischen Entschlüssen und einer zunehmenden Zusammenarbeit der Beteiligten.

«Unsere Meere und marinen Ökosysteme leiden aufgrund von Jahren der starken übermäßigen Ausbeutung und Vernachlässigung», erklärte EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx. «Wir könnten bald einen Punkt ohne Wiederkehr erreichen, aber wie unser Bericht bestätigt, haben wir noch eine Chance, unsere Meeresökosysteme wiederherzustellen.» Letztlich gehe es darum, ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen der Nutzung der Meere und dem menschlichen Einfluss auf die Meeresumwelt zu schaffen.

Die neue Biodiversitätsstrategie der EU und andere Elemente des «Green Deals» der EU-Kommission seien dabei Grund zur Hoffnung, so Bruyninckx. Zugleich warnte seine Behörde, dass die Meereswirtschaft ebenso wachse wie der Wettbewerb um Ressourcen wie Fisch, fossile Brennträger und Rohstoffe. Dies werde weiteren Druck auf die ohnehin schon übermäßig ausgebeuteten marinen Ökosysteme ausüben.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-560458/2

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
12:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ausbeutung Drohung und Bedrohung Europäische Kommission Europäische Union Meere Nachhaltigkeit Schäden und Verluste Umweltagenturen Umweltbedingungen Ökosysteme Überfischung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Sonnenuntergang am Kraftwerk

04.12.2019

Umwelt-Bericht: Europa vor beispiellosen Herausforderungen

Europa muss etwa tun. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Diesen deutlichen Aufruf zu mehr Klima- und Umweltschutz liefert ein neuer Bericht. Es handle sich um die «entscheidende Herausforderung dieses Jahrhunderts». Hoffnu... » mehr

Fischkonsum

08.06.2020

Fischkonsum erreicht Rekordmarke

Über 20 Kilogramm Fisch isst jeder Mensch im Durchschnitt pro Jahr - Tendenz steigend. Das Mittelmeer ist schon stark überfischt. Doch Fachleute sprechen auch von Lichtblicken etwa beim Thunfisch. » mehr

Bericht zur Lage der Natur

19.05.2020

Schlechte Noten für Deutschlands Landwirtschaft

Gesunde Ökosysteme nennt die Umweltministerin «Lebensversicherung». Aber vor allem in Deutschlands Agrarregionen ist es damit nicht weit her. Immerhin: Der Naturschutz hat auch Erfolge vorzuweisen - vom Steinbock bis zur... » mehr

Roter Thun

08.12.2019

Immer mehr Meeresregionen leiden unter Sauerstoffverlust

Der Sauerstoffverlust der Meere wird zu einer wachsenden Bedrohung für Fischbestände. Das geht aus einem neuen Bericht hervor, den die Weltnaturschutzunion (IUCN) in Madrid bei der Weltklimakonferenz vorstellte. » mehr

Baumfällungen in der EU haben stark zugenommen

01.07.2020

Baumfällungen in der EU haben stark zugenommen

In der EU werden Forschern zufolge immer mehr Waldflächen gefällt. Das könnte auch Auswirkungen auf das Klima haben. In Deutschland sieht es jedoch anders aus. » mehr

Corona-Krise

29.06.2020

500.000 Tote und ein beispielloses Forschungsrennen

Mit Macht erobert Corona die Welt, und mit Macht steuern Regierungen gegen. Ein winziges Virus stürzt die Menschheit in eine beispiellose Krise - und führt zu intensivster Forschung. Denn nur ein Impfstoff kann die Pande... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Zugunglück in Tschechien Johanngeorgenstadt

Zugunglück in Tschechien | 07.07.2020 Johanngeorgenstadt
» 4 Bilder ansehen

Mini-Stadtfest am Wochenmarkt in Rehau

Mini-Stadtfest in Rehau | 05.07.2020 Rehau
» 52 Bilder ansehen

20200516_143430

4. Bratwurstlauf 2020 |
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
12:53 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.