Lade Login-Box.
Topthemen: Kommunalwahl 2020Bilder vom WochenendeHof-GalerieBlitzerwarner

Wissenschaft

Experten: Vogelgrippe war nie weg aus Europa

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in einer Geflügelhaltung bei Wismar wurde der gesamte Bestand getötet. Jetzt haben Forscher auch den Subtyp identifiziert. Es handelt sich um H5N6, der bereits im Sommer bei dänischen Wildvögeln nachgewiesen wurde.



Vogelgrippe in Mecklenburg-Vorpommern
Noch ist unklar, wie der Vogelgrippe-Erreger der für Geflügel tödlichen Krankheit in den Bestand in Wismar gelangt ist.   Foto: Stefan Sauer

Nach dem Vogelgrippe-Ausbruch in einer Geflügelhaltung bei Wismar sind dort alle 130 Tiere getötet worden. Mit weiteren Maßnahmen halten sich die Behörden bislang zurück.

Das Veterinäramt hält die Hobbyhaltung und die Umgebung lediglich unter Beobachtung, wie der Landkreis Nordwestmecklenburg mitteilte. Die Behörden gehen von einem Einzelfall aus, wie eine Sprecherin sagte. Bei dem Erreger handelt es sich nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts um den Subtyp H5N6. Ein solcher Erreger wurde auch Anfang Juli bei toten Wildvögeln in Dänemark entdeckt.

Dem Landkreis lägen keine weiteren Verdachtsfälle oder Hinweise für das Auftreten der Geflügelpest vor - weder aus den Hausgeflügelbeständen noch aus dem Wildvogelbereich. Auch werde das Geflügelpestvirus bei hohen Temperaturen in der Regel schnell inaktiv. Eine Überwachungszone sei in Abstimmung mit dem Agrarministerium nicht eingerichtet worden. Es werde derzeit auch nicht für erforderlich gehalten, eine Stallpflicht für andere Geflügelhaltungen anzuordnen. Hintergrund sei, dass in den vergangenen Monaten kein lebendes Geflügel in den betroffenen Bestand hinein- oder aus ihm hinausgebracht worden sei. Im Umkreis von einem Kilometer gebe es keine gemeldeten Geflügelhalter.

Noch ist unklar, wie der Erreger der für Geflügel tödlichen Krankheit in den Bestand gelangt ist. Blut- und Tupferproben aus dem Stall sollen nun untersucht werden. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie lange die Infektion der Tiere zurückliegt. Die Ergebnisse könnten möglicherweise Hinweise zum Weg des Virus geben. Derzeit werden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei 25 Proben, die bei den getöteten Tieren entnommen wurden, untersucht, wie eine Sprecherin des Schweriner Agrarministeriums sagte.

In dem Geflügelbestand waren in der vergangenen Woche mehrere Enten verendet. Ein am Freitag gestorbenes Tier wurde zur Untersuchung ins Labor geschickt und am Samstag war der Befall mit dem hochpathogenen aviären Influenza-A-Virus des Typs H5 dann offiziell.

Der Nachweis eines H5-Vogelgrippe-Erregers in Deutschland ist für die Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) nicht überraschend. Die Situation habe sich zum Frühlingsende und Sommeranfang in Europa zwar deutlich entspannt, dennoch habe es immer wieder einzelne Nachweise gegeben, sagte eine Sprecherin des Forschungsinstituts am Montag. So wurden Anfang Juli tote Wildvögel auf der dänischen Insel Vejrø positiv auf H5N6 getestet, davor auch in Großbritannien und Schweden. In Bulgarien hatte es im Sommer mehrere Ausbrüche von H5N8 in Legehennenbetrieben gegeben. In Deutschland wurde die Vogelgrippe das letzte Mal im März 2018 nachgewiesen. Dieser Ausbruch in einer Geflügelhaltung auf der Hallig Süderoog blieb damals ein lokaler Einzelfall.

Die Gefahr, dass die Tierseuche in Deutschland auftritt, sei weiterhin hoch, hieß es vom FLI weiter. Mit dem nahenden Herbst könnten sich die Bedingungen für den Erreger in Deutschland wieder verbessern. Bei sinkenden Temperaturen und mehr Feuchtigkeit blieben die Influenzaviren in der Umwelt länger stabil als bei Trockenheit und starker UV-Einstrahlung, sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking. Zudem kämen durch den Vogelzug wieder mehr Wildvögel an den Rastplätzen eng zusammen, was ebenfalls eine Virusübertragung begünstigen könne. Geflügelhalter sollten deshalb auf die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen achten und möglichst den Kontakt ihres Geflügels mit Wildvögeln vermeiden.

Mit 92 Ausbrüchen in Geflügelhaltungen und Zoos hatte Deutschland 2016/2017 die größte jemals dokumentierte Serie von Infektionen erlebt. Im darauffolgenden Winter wurde der Erreger ebenfalls nachgewiesen, allerdings deutlich seltener als im Vorjahr.

Veröffentlicht am:
03. 09. 2018
19:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Experten Geflügel Geflügelhaltung Krankheitserreger Tötung Vogelgrippe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ebola im Kongo

02.05.2019

Drastischer Anstieg neuer Ebola-Fälle im Kongo

Die lebensgefährliche Seuche Ebola breitet sich im Kongo weiter aus. Helfer stehen vor einem Dilemma: Sie müssen sich vor Angriffen von Milizen schützen und gleichzeitig das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen. Zudem gibt... » mehr

Hyalomma-Zecke

17.02.2020

Weniger FSME-Fälle nach Zeckenstichen

Die Zahl der durch Zeckenstiche übertragenen FSME-Erkrankungen ist gesunken. Aber Entwarnung geben die Experten trotzdem nicht - denn das Risiko bleibt groß. Und es gibt noch nicht genug Erkenntnisse zu den neuen tropisc... » mehr

Coronavirus

11.02.2020

Neuartige Lungenerkrankung hat Namen erhalten: Covid-19

Die neuartige Lungenerkrankung aus China hat einen eigenen Namen bekommen. Sie werde nun Covid-19 genannt, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Zugleich erhielt auch das neue ... » mehr

Coronavirus

17.01.2020

Zweiter Todesfall durch Lungenkrankheit in China

Nach der Entdeckung der Krankheit Ende Dezember in China stirbt erneut ein Mann an den Folgen des neuartigen Coronavirus. Eine weitere infizierte Frau wird in Thailand entdeckt. » mehr

Coronavirus

16.01.2020

Chinesisches Coronavirus auch in Japan nachgewiesen

Auch in Japan ist nun das neuartige Coronavirus aus China bestätigt worden. Ein in Japan lebender Chinese hatte sich bei einem Heimatbesuch mit der rätselhaften Lungenkrankheit infiziert. » mehr

Coronavirus

09.01.2020

Neues Virus hinter Lungenkrankheit in China

Experten haben ein neues Virus aus der Gruppe der Coronaviren als Auslöser für die mysteriösen Lungenerkrankungen in China identifiziert. Vor der großen Reisewelle zum bevorstehenden chinesischen Neujahrsfest wachsen die... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Faschingsumzug in Schönbrunn Schönbrunn

Faschingsumzug in Schönbrunn | 22.02.2020 Schönbrunn
» 150 Bilder ansehen

Narrentreiben Stadtsteinach

Narrentreiben Stadtsteinach | 24.02.2020 Stadtsteinach
» 106 Bilder ansehen

VER Selb - EV Lindau Islanders Selb

VER Selb - EV Lindau Islanders | 23.02.2020 Selb
» 41 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
03. 09. 2018
19:33 Uhr



^