Topthemen: Hofer Kaufhof wird HotelHilfe für NachbarnBenefiz-BallStromtrasse durch die RegionGrabung bei NailaGerch

Wissenschaft

Experten warnen vor Vogelsterben

Bei vielen Vogelarten schwindet die Zahl noch lebender Tiere. Für einige Arten scheint es bereits zu spät. Betroffen sind auch auffällige Spezies wie der Spix-Ara.



Spix-Aras
Ein Spix-Ara-Pärchen ist in einer Voliere der Berliner Artenschutzorganisation Association for the Conservation of Threatened Parrots e.V. (ACTP) nahe Schöneiche zu sehen.   Foto: Patrick Pleul » zu den Bildern

Mindestens acht Vogelarten sind allein in den vergangenen Jahrzehnten höchstwahrscheinlich oder mit Sicherheit in der Wildnis oder sogar komplett ausgestorben.

Das hat eine Studie der internationalen Organisation Birdlife International ergeben. Seit 1500 sind demnach etwa 187 Vogelarten ausgestorben. Gründe sind vor allem die Einschleppung fremder Arten, die Jagd und das Abholzen von Wäldern, wie die Organisation im britischen Cambridge mitteilte.

Das geschätzte Aussterbedatum der acht Arten liegt demnach zwischen 1944 (Javakiebitz, Vanellus macropterus) und 2011 (Alagoas-Blattspäher, Philydor novaesi). Fünf der acht Vogelarten stammen aus Südamerika, wo die Regenwaldgebiete stark schrumpfen. Vier der aus der Natur verschwundenen Spezies kamen ausschließlich in Brasilien vor.

Dazu zählte etwa der Spix-Ara (Cyanopsitta spixii). Der Vogel mit dem blauen Gefieder ist durch den US-Animationsfilm «Rio» bekannt geworden, in dem es um die letzten Exemplare dieser Art geht. Einige Spix-Aras leben noch in Gefangenschaft. Der wohl letzte Vogel in der Wildnis wurde Ende 2000 gesichtet. Ein im Jahr 2016 beobachtetes Exemplar war wahrscheinlich aus einem Käfig entkommen.

Als wahrscheinlich komplett ausgestorben gilt den Experten zufolge der Dunkelkopf-Blattspäher (Cichlocolaptes mazarbarnetti). Der Sperlingsvogel kam nur in zwei kleinen Regenwaldgebieten im Nordosten Brasiliens vor. Nachdem diese Areale für Zuckerrohrplantagen und Weiden abgeholzt wurden, verschwanden laut Birdlife International die letzten der Vögel. Die Art sei seit elf Jahren nicht mehr gesehen worden.

Eine Mini-Eule aus Brasilien dürfte ebenfalls höchstwahrscheinlich ausgerottet sein. Der Pernambuco-Zwergkauz (Glaucidium mooreorum) sei seit dem Jahr 2002 nicht mehr gesehen worden, heißt es in der Studie. Der kaum 15 Zentimeter große Vogel ernährte sich von Insekten und wurde nur wenige Male in einem kleinen Gebiet im Bundesstaat Pernambuco gesichtet. Jagd und Abholzung hätten zu seinem Aussterben geführt, vermuten die Naturschützer.

«Historisch betrachtet waren 90 Prozent aller (seit 1500) ausgestorbenen Vogelarten kleine Populationen auf abgelegenen Inseln», sagte Stuart Butchart von Birdlife International, der die Studie mit Kollegen im Fachblatt «Biological Conservation» veröffentlichte. Heute seien durch Eingriffe des Menschen große Lebensräume auf Kontinenten betroffen - durch Landwirtschaft, Trockenlegung von Flächen und Abholzung.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 09. 2018
12:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Entwaldung Experten Gefahren Südamerika Vogelarten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Monarchfalter

09.11.2018

Monarchfalter aus USA und Kanada erreichen Winterquartier

Nach einem bis zu 4000 Kilometer weiten Flug sind die ersten Monarchfalter in ihrem Winterquartier im Zentrum von Mexiko eingetroffen. » mehr

Orchidee des Jahres

20.10.2018

Dreizähniges Knabenkraut ist die Orchidee des Jahres 2019

Die Auswahl der Orchidee des Jahres 2019 zeigt, was gezielte Unterstützung und Rücksichtnahme für gefährdete Arten tun kann. Denn sie ist inzwischen zumindest ein bisschen weniger gefährdet als ähnliche Pflanzen, sagen F... » mehr

Vogelgrippe in Mecklenburg-Vorpommern

03.09.2018

Experten: Vogelgrippe war nie weg aus Europa

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in einer Geflügelhaltung bei Wismar wurde der gesamte Bestand getötet. Jetzt haben Forscher auch den Subtyp identifiziert. Es handelt sich um H5N6, der bereits im Sommer bei dänischen Wi... » mehr

Schwangerschaft

31.10.2018

Kurz aufeinanderfolgende Schwangerschaften bergen Risiko

Auch manche Frau über 35 Jahren möchte noch mehrere Kinder bekommen. Kanadische Forscherinnen empfehlen ihnen aber auch jüngeren Frauen eine Mindestpause zwischen zwei Schwangerschaften. Der nun geratene Abstand ist jedo... » mehr

Neue Drogen

26.09.2018

Drogen im Straßenverkehr: Experten warnen vor Legal Highs

Alkohol und Drogen werden insbesondere am Steuer zur tödlichen Gefahr. Das gilt auch für sogenannte neue psychoaktive Substanzen: Sie werden etwa im Internet als legale Rauschmittel verkauft, sind aber alles andere als h... » mehr

Stechmücken

29.08.2018

Erster West-Nil-Fall bei deutschem Vogel gefunden

Bisher ist Deutschland vom West-Nil-Virus verschont geblieben. Doch nun wurde erstmals hierzulande ein infizierter Vogel gefunden. Tragen Mücken das gefährliche Virus bereits in sich? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Faschingsauftakt Helmbrechts

Faschingsauftakt Helmbrechts | 19.11.2018 Helmbrechts
» 23 Bilder ansehen

Blaulicht-Party Zedtwitz

Blaulicht-Party | 16.11.2018 Zedtwitz
» 45 Bilder ansehen

Starbulls Rosenheim - Selber Wölfe 3:2 Rosenheim

Starbulls Rosenheim - Selber Wölfe 3:2 | 18.11.2018 Rosenheim
» 40 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 09. 2018
12:12 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".