Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Wissenschaft

Riesige Frösche bauen Felstümpel für ihre Jungen

Ein sicherer Ort für den Nachwuchs, an den Seiten geschützt durch schwere Steine: An einigen Flussufern im tropischen Regenwald Afrikas ist ein ungewöhnlicher Baumeister am Werk.



Goliathfrosch
Ein ausgewachsener Goliathfrosch bringt über drei Kilo auf die Waage.    Foto: Marvin Schäefer » zu den Bildern

Goliathfrösche bauen ihrem Nachwuchs eine Art Nest aus bis zu zwei Kilogramm schweren Steinen.

Die riesigen Tiere, die über drei Kilo auf die Waage bringen können, richten kleine Felstümpel an Flussufern ein, bevor sie laichen, schreiben Forscher des Berliner Naturkundemuseums im «Journal of Natural History». Die Kaulquappen seien dort später sowohl vor Strömungen als auch vor Fressfeinden gut geschützt.

Goliathfrösche sind die größte bekannte Froschart der Erde und kommen heute in Kamerun und Äquatorialguinea vor. Sie leben in schnellfließenden Gewässern im tropischen Regenwald. Ihr Körper misst rund 30 Zentimeter Länge, samt Schenkeln wirken sie noch größer. Wie Elternliebe quasi Berge versetzt, haben die Wissenschaftler mit einer Videokamera am Fluss Mpoula beobachtet. Sie entdeckten dort 14 Brutteiche mit fast 3000 Eiern.

«Die Frösche bewegen manchmal Steine mit einem Gewicht von bis zu zwei Kilogramm», berichtet Marvin Schäfer, Mitautor der Studie. «Wir glauben, dass diese mühsame Tätigkeit erklären könnte, weshalb erwachsene Frösche überhaupt Riesen sein müssen.»

Mit verschiedenen Bautechniken konstruierten die Frösche auch kleine Dämme aus Laub und Kies. Darüber hinaus bewachten sie ihre Tümpel-Nester, die zum Teil einen Meter Durchmesser hatten. «Riesenfrösche sind die ersten nun bekannten afrikanischen Amphibien, die aktiv Brutplätze für ihre Nachkommen bauen», ergänzt Projektleiter Mark-Oliver Rödel. «Das zeigt, wie wenig wir über die Biologie selbst der spektakulärsten Kreaturen unseres Planeten wissen.»

Die Bestände von Goliathfröschen sind allerdings gefährdet. Nach Angaben der Wissenschaftler gingen sie in den vergangenen zehn Jahren um rund die Hälfte zurück - wegen Abholzung im Regenwald und Jagd. Auf das ungewöhnliche Brutverhalten der Riesenfrösche machten die Forscher Jäger aufmerksam. Sie stellen den ausgewachsenen Fröschen Fallen und essen sie als Delikatesse. Mit ihrer Studie wollen die Wissenschaftler zum besseren Schutz der Frösche beitragen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 08. 2019
12:20 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Berge Biologie Entwaldung Gewässer Naturkundemuseen Regenwald Tiere und Tierwelt Tropen Tropischer Regenwald
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Abgeholzt

22.05.2020

UN-Report: Mit dem Verschwinden des Waldes sterben die Arten

Jedes Jahr verschwinden von der Erde rund zehn Millionen Hektar Wald - das ist eine Fläche, die fast so groß ist wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen. » mehr

Amazonas-Abholzung

16.08.2019

Abholzung am Amazonas hat um 15 Prozent zugelegt

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet hat nach Angaben von Umweltschützern im vergangenen Jahr um 15 Prozent zugelegt. Zwischen August 2018 und Juli 2019 seien 5054 Quadratkilometer Regenwald gerodet worden, te... » mehr

Roland Kaiser live in Coburg

16.08.2019

Flächenbrände schädigen Klima weniger als angenommen

Waldbrände wie in Sibirien setzen enorme Mengen CO2 frei. Nun berichten Forscher, dass solche Flächenbrände der Atmosphäre langfristig sogar Kohlenstoff entziehen können. Wie geht das? » mehr

Kegelrobben erobern Küstengewässer zurück

29.12.2019

Kegelrobben erobern Küstengewässer zurück

Das größte freilebende Säugetier in Deutschland ist die Kegelrobbe. Sie galt als ausgerottet, nachdem 1920 das letzte Exemplar in deutschen Gewässern erlegt wurde. Jetzt erobern sich die Robben die Küste zurück. » mehr

Blauwale

13.12.2019

Warum werden Wale nicht noch größer?

Blauwale sind die größten Tiere der Erde. Doch auch ihr Wachstum ist begrenzt. Forscher haben untersucht, warum das so ist. » mehr

Urzeitsalamander

12.05.2020

Stuttgarter Forscher identifizieren Ursalamander

Die Vorfahren unserer Feuersalamander gehen Millionen Jahre zurück. Nun ist ein Urvater der faszinierenden Amphibien gefunden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bewaffneter überfällt Bank in Brand Brand

Bewaffneter Mann überfällt Bank in Brand | 29.05.2020 Brand
» 12 Bilder ansehen

DisTANZ in den Mai Fichtelgebirge

DisTANZ in den Mai | 03.05.2020 Fichtelgebirge
» 63 Bilder ansehen

20200516_143430

4. Bratwurstlauf 2020 |
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 08. 2019
12:20 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.