Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

Wissenschaft

Studie: Jeder 7. Befragte hat Erfahrung mit Depressionen

Wie gesund sind die Bundesbürger? Die Nako-Langzeitstudie fragt seit 2014 bei Erwachsenen sehr genau nach. Die ersten Ergebnisse klingen nun nicht überraschend, legen aber den Finger in so manche Wunde.



Depressionen
Von 100.000 Befragten der Nako-Studie gaben 10.282 Frauen und 4881 Männer an, in der Vergangenheit schon einmal die Diagnose Depression erhalten zu haben.   Foto: Julian Stratenschulte

Fast jeder siebte Bundesbürger, der bei Deutschlands großer Gesundheitsstudie Nako mitmacht, war schon einmal wegen einer Depression beim Arzt.

Das ist eines der ersten Ergebnisse der Langzeit-Bevölkerungsstudie, die heute in Berlin vorgestellt wurde. 15 Prozent der ersten rund 100.000 Teilnehmer berichteten dabei von einer Diagnose Depression im Laufe ihres Lebens. Die Studie zeige auch, dass Herzkrankheiten keine Männersache sind, sondern auch Frauen selbst in jungem und mittlerem Alter betreffen können, sagte die Nako-Vorstandsvorsitzende Annette Peters der Deutschen Presse-Agentur.

Bemerkenswert sei auch, wie viele Menschen sich nachts durch Verkehrslärm gestört fühlten. Laut Studie nervte dieser Lärm bei geöffnetem Fenster mehr als ein Viertel der Befragten (27 Prozent) ein bisschen, weitere zehn Prozent fühlten sich stark oder sehr stark gestört. Die Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit wollen die Nako-Forscher künftig unter anderem mit Blick auf Bluthochdruck unter die Lupe nehmen.

Nako steht für Nationale Kohorte. Die Gesundheitsstudie mit Erwachsenen zwischen 20 und 69 Jahren ist Angaben der Organisatoren die größte Untersuchung ihrer Art in Deutschland. Sie startete 2014 und soll mit insgesamt 200.000 zufällig ausgewählten Teilnehmern rund 20 bis 30 Jahre laufen. Ergebnisse liegen bisher nur für die ersten 100.000 Teilnehmer vor.

«Die ersten Ergebnisse der Nako-Studie bestätigen, dass Depressionen eine häufige Erkrankung sind», sagt Ulrich Hegerl, Vorstandschef der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Das hätten vorher schon andere große deutsche Gesundheitsstudien in einer ähnlichen Größenordnung ergeben. «Das heißt aber nicht, dass die Erkrankungszahlen steigen. Menschen holen sich heute mehr Hilfe und Ärzte erkennen Depressionen besser. Die Krankheit ist vielen bewusster geworden», ergänzte er.  Sie sei nur lange versteckter gewesen als andere Beschwerden. «Und es bleibt noch viel an Aufklärung zu tun.»

Nako-Chefin Peters bestätigte, dass diese Häufigkeit bei Depressionen zu erwarten war. «Anhand der Studie sieht man aber, wie groß das Problem ist.» Von 100.000 Befragten gaben 10.282 Frauen und 4881 Männer an, in der Vergangenheit schon einmal die Diagnose Depression erhalten zu haben.

Insgesamt zwei Prozent der untersuchten Teilnehmer berichteten darüber, einen oder mehrere ärztlich diagnostizierte Herzinfarkte erlitten zu haben. Bein Männern kam die Erkrankung mit 3,5 Prozent häufiger vor als bei Frauen mit 0,8 Prozent. Herzrhythmusstörungen wurden dagegen bei Männern (10,1 Prozent) und Frauen (10,4 Prozent) ähnlich häufig von Ärzten festgestellt.

«Wir wollen Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser verstehen, um sie wirkungsvoller bekämpfen zu können», sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). «Wir könnten beispielsweise erfahren, wie unsere Umwelt und unsere Lebensweise bestimmte Krankheiten beeinflusst. Von dem Datenschatz dieser Gesundheitsstudie werden viele Generationen profitieren.»

Nako-Teilnehmer werden umfassend nach einheitlichen Kriterien untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten befragt. In festen Abständen laden spezialisierte Zentren diese Freiwilligen erneut ein. Die Fördersumme für die Studie liegt nach Nako-Angaben in den ersten zehn Jahren bei rund 256 Millionen Euro. 

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
15:43 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Anja Karliczek CDU Depressionen Deutsche Presseagentur Diabetes Erwachsene Frauen Herz- und Kreislauferkrankungen Herzinfarkt Herzkrankheiten Lärm Volkskrankheiten Wunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Blutdruck

23.10.2019

Blutdrucksenker: Wirkung bei Einnahme am Abend oft günstiger

Blutdrucksenker werden oft einmal täglich eingenommen. Doch welcher Zeitpunkt ist der beste? Eine großangelegte Studie liefert neue Hinweise. » mehr

Genom-Studie zu Herz-Kreislauf-Krankheiten

27.09.2019

Studie zu Ursachen von Herzkrankheiten

Rauchen, Übergewicht, ungesunde Ernährung - es gibt Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber was löst eine Herzschwäche oder einen Infarkt wirklich aus? Hamburger Forscher wollen sich nun das Erbgut von 9000 ... » mehr

Luftverschmutzung in China

vor 6 Stunden

Klimaerwärmung hat deutliche Auswirkungen auf die Gesundheit

Der Klimawandel wird etliche Faktoren beeinflussen: Ernten, wirtschaftliche Entwicklung, Flüchtlingsströme. Rund 100 Forscher warnen: Auch auf die Gesundheit sind die Auswirkungen groß - vor allem bei Kindern. » mehr

Hitze

23.09.2019

Hitze führt zu mehr Herzinfarkten

Der Klimawandel sorgt nicht nur für einen steigenden Meeresspiegel und mehr Dürren - er gefährdet auch die Gesundheit. Vor allem das Herz-Kreislauf-System wird von zunehmender Hitze gestresst. Experten sehen das Gesundhe... » mehr

Obst

05.09.2019

WHO: Gesündere Nahrung kann Millionen Menschen retten

Gesündere Ernährung - darauf setzt die WHO. Insbesondere die steigende Fettleibigkeit und die daraus resultierenden Erkrankungen sollen dadurch reduziert werden. Doch es gibt auch Fortschritte. » mehr

Blutdruck-Messungen

18.07.2019

Beide Blutdruck-Werte können Krankheitsrisiko anzeigen

Was ist wichtiger - der «obere» oder der «untere» Blutdruck-Messwert? Darüber waren sich lange Zeit auch Experten uneins. Eine aktuelle Datenanalyse trägt nun zur Klärung der Frage bei. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Eröffnung des Digitalen Gründungszentrums Hof

Gründerzentrum "Einstein 1" wird eingeweiht | 14.11.2019 Hof
» 30 Bilder ansehen

Wunsiedel

20. Wunsiedler Kneipennacht | 09.11.2019 Wunsiedel
» 98 Bilder ansehen

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau | 09.11.2019 Selb
» 5 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
15:43 Uhr



^