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Goldene Aussichten

An diesem Samstag wird bei den Hofer Filmtagen ein echter Hochkaräter verliehen. Der neue Preis ist 35.000 Euro wert und geht an einen Nachwuchs-Regisseur.



Goldene Aussichten
Goldene Aussichten  

So etwas hat es bei einem Filmfestival noch nicht gegeben. Nicht in Hof und auch nicht anderswo. Ein echter Goldbarren wird am heutigen Samstag an einen Regisseur überreicht. Der "Hofer Goldpreis in memoriam Heinz Badewitz", wie die neue Auszeichnung genannt wird, ist ein Kilogramm schwer und besteht aus echtem Feingold. Etwa 35.000 Euro ist der neue Preis wert; schmücken soll er einen Regisseur für seinen in Deutschland produzierten Erstlingsfilm aus dem Hofer Festivalprogramm. Der Goldpreis ersetzt den zuletzt verliehenen Heinz-Badewitz-Preis. In Anknüpfung an diesen erhält der Preisträger weiterhin auch die von der Selber Design-Fachschule entworfene Miniatur-Stele.

Sieben Filmpreise

Der Hans-Vogt-Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Veit Helmer erhielt ihn am Mittwoch.

Der Förderpreis Neues Deutsches Kino ging am Donnerstag an Max Gleschinski für den Film "Kahlschlag". Preisgeld: 10.000 Euro.

Der VGF-Preis ist mit 60.000 Euro dotiert und wurde am Freitag an die Produzenten Trini Götze und David Armati Lechner verliehen.

Der Filmpreis der Stadt Hof hat kein Preisgeld und wurde am Donnerstag an Alfred Holighaus verliehen.

Der Bild-Kunst-Förderpreis für das beste Kostüm- und Szenenbild ist mit jeweils 2500 Euro dotiert und wird am Samstag verliehen.

Der Granitpreis wird für die beste Doku am Samstag verliehen. Preisgeld: 7500 Euro.

Der Hofer Goldpreis ist 35.000 Euro wert und wird am Samstag vergeben.

 

Als einen "neuen Höhepunkt der Hofer Filmtage" wertet Festival-Leiter Thorsten Schaumann den Goldbarren. Der Preis soll den Ruf des Hofer Filmfestivals als Sprungbrett für Nachwuchs-Filmemacher festigen und an Heinz Badewitz, den vor zwei Jahren gestorbenen Gründer der Filmtage, erinnern.

 

Die Auszeichnung wird ermöglicht durch die Friedrich-Baur-Stiftung und verliehen durch die Bayerische Akademie der Schönen Künste. "Wir wollen die Hofer Filmtage langfristig stabilisieren", sagt Georg von Waldenfels, vorsitzender Kurator der Baur-Stiftung. Für den Goldpreis beendet die Baur-Stiftung die bisherige Auslobung der Friedrich-Baur-Preise für ostbayerische Künstler. Damit sei der neu ausgerufene Preis in der Saalestadt "ein wichtiges Bekenntnis zu dem Hofer Filmfestival." Die Stiftung hat sich zunächst auf drei Jahre als Stifter des Preises verpflichtet. "Wir wollen die weitere Entwicklung beobachten und nach drei Jahren Bilanz ziehen", sagt von Waldenfels.

Thorsten Schaumann wünscht sich, dass der Goldpreis und seine hohe Dotierung motivierend auf die Filmemacher wirkt. Dahingehend, dass Nachwuchs-Regisseure ihre Erstlingswerke weiterhin nach Hof bringen und nicht etwa zu anderen Festivals, die sich ebenfalls um Newcomer kümmern.

Der Goldbarren, der Trophäe und Preisgeld in einem ist, bringt noch einen schönen Mehrwert mit sich. Einen quasi zusätzlichen moralischen Impuls. Der Gewinner wird nicht von einer Jury, sondern von einer jährlich wechselnden Person auserwählt. Diese Person steht folglich dem Regisseur ein Jahr lang als Mentor mit Rat und Tat zur Seite. Der Mentor wird von der Akademie der Schönen Künste jährlich neu aus ihren Reihen bestimmt. Als Erstem wurde die Aufgabe dem 85-jährigen Autor und Regisseur Edgar Reitz übertragen, der einer breiten Öffentlichkeit unter anderem durch die Filmtrilogie "Heimat" bekannt wurde. "Ich denke, die Aussicht auf einen Mentor macht die Hofer Filmtage für junge Filmemacher attraktiver", erklärte Reitz.

Der "Hofer Goldpreis" wird am Samstagabend in der Hoftex-Halle verliehen. Dr. Hans-Peter Friedrich, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, wird den Goldbarren persönlich überreichen. Übrigens: Was der Gewinner mit dem Edelmetall dann macht, ob er es verkauft oder sich ins Regal stellt, das kann der Filmemacher selbst entscheiden.

Der "Hofer Goldpreis" ist aber nicht die einzige Auszeichnung, die heute verliehen wird. Allein am heutigen Samstag werden drei Filmpreise vergeben. Damit sind ist das Festival dieses Jahr so preisreich wie nie. Sieben Auszeichnungen stehen auf dem Plan. Zu viele? "Keineswegs", sagt Thorsten Schaumann. Dass in Hof immer mehr Preise verliehen werden, deutet der Filmtage-Chef als ein "wichtiges Signal" aus der Branche. Es sei eine schöne Sache, dass so viele Institutionen sich zu den Hofer Filmtagen bekennen.

Eine davon ist die Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF). Sie hat sich heuer dafür entschieden, die Vergabe des höchstdotierten deutschen Preises für Nachwuchsproduzenten von München nach Hof zu verlegen. Der Preis in Höhe von 60.000 Euro wurde bisher beim Bayerischen Filmpreis vergeben. "Mit der Preisverleihung in Hof möchten wir das Engagement der Hofer Filmtage für die Nachwuchsarbeit unterstreichen", heißt es vonseiten der VGF.

Insgesamt werden in diesem Jahr bei den Hofer Filmtagen Preisgelder in Höhe von 122.500 Euro verliehen. Sechs von sieben Auszeichnungen sind dotiert, nur der Filmpreis der Stadt Hof bringt kein Preisgeld mit sich. Die Tatsache, dass in diesem Jahr so viele Preise wie noch nie verliehen werden, ändere aber nichts an der Ausrichtung der Filmtage, das verspricht Festival-Leiter Thorsten Schaumann: "Wir sind nach wie vor eine kleine, aber hochkarätige Werkschau von Nachwuchsregisseuren und kein Wettbewerbsfestival." Im Fokus stünden in Hof weiterhin die Filme und ihre Macher.

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Alina Juravel

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Veröffentlicht am:
26. 10. 2018
22:34 Uhr

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Alina Juravel

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Veröffentlicht am:
26. 10. 2018
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