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Treffpunkt für Filmfans kehrt zurück

Nach einem Jahr Pause öffnet die "Weiße Wand" wieder. Sie zieht für die Filmtage in leer stehende Räume in der Altstadt - eine originelle Location.



Die deckenhohen Fenster gehören zu den wichtigsten Merkmalen des Leerstands, in den die "Weiße Wand" bald einziehen wird. Im Bild die Organisatoren Martin Iwansky (links) und Tobias Hornig.
Die deckenhohen Fenster gehören zu den wichtigsten Merkmalen des Leerstands, in den die "Weiße Wand" bald einziehen wird. Im Bild die Organisatoren Martin Iwansky (links) und Tobias Hornig.   » zu den Bildern

Hof - Die Enttäuschung war groß, als es im vergangen Jahr plötzlich hieß, die "Weiße Wand" finde kein Zuhause. Weil das Ordnungsamt die Räume nicht genehmigte, fehlte nun plötzlich eine Location, die sich in kürzester Zeit zu einem der originellsten Orte während der Hofer Filmtage entwickelt hatte. Seit ihrer ersten Eröffnung im Jahr 2014 begeisterte die Filmlounge viele Cineasten, Schauspieler und Regisseure. Denn hier konnte man in den Pausen zwischen den Filmen nicht nur gemütlich Kaffee trinken, sondern sich auch verschiedene Video-Installationen und Kunstprojekte anschauen oder auch mal Yoga machen. Man tauschte sich mit anderen Festival-Besuchern aus und feierte am Abend sogar mit so manchen Filmschaffenden. Der plötzliche Wegfall von der "Weißen Wand" schmerzte die Fans sehr. Umso mehr können sie sich auf die Wiederkehr freuen.

Hommage

Der Name der Filmlounge "Weiße Wand" gilt als Hommage an das alte Hofer Lichtspielhaus, das

"Weiße Wand Lichtspiele" hieß

und sich von 1905 bis 1978 in der Lorenzstraße 28 befand.

 

"Die 'Weiße Wand' ist dieses Jahr wieder am Start", verkündet Tobias Hornig die frohe Botschaft. Der 36-Jährige ist Organisator und der kreative Kopf hinter der Filmlounge. Zusammen mit seinem Freund Martin Iwansky hat er vor vier Jahren zum ersten Mal die "Weiße Wand" eingerichtet. Damals mieteten die beiden einen leer stehenden Laden in der Lorenzstraße, um während der Hofer Filmtage eine Woche lang ein paar Kunstprojekte zu präsentieren - bei Kaffee und Kuchen. Sogar der prominente Filmemacher Wim Wenders zeigte sich von der Idee begeistert und besuchte die Filmlounge. Danach zog die "Weiße Wand" Jahr für Jahr in einen anderen Leerstand in der Hofer Innenstadt ein. Jedes Mal nur für die Dauer der Filmtage.

 

Heuer wurden Hornig und Iwansky in der Altstadt 41 fündig. Das Gebäude, in dem sich auch das Café "Coffeemaker" und das Modegeschäft "Neuzeit" befinden, zählt rein optisch zu den prächtigsten Häusern in der Hofer Altstadt. Die "Weiße Wand" zieht in das erste Stockwerk ein. Dort befinden sich Geschäftsräume, die bereits seit zehn Jahren leer stehen. Das ehemalige Pelzhandel-Geschäft ist 210 Quadratmeter groß und bietet Platz für 200 Gäste.

"Die Location ist ein Volltreffer", sagt Hornig. Das Gebäude befindet sich genau auf dem Weg zwischen den beiden Kinos und wird - so hoffen die Organisatoren - vom Besucherstrom der Kinogänger profitieren. Außerdem haben die Macher mit diesen leer stehenden Räumen bereits seit Jahren geliebäugelt. "Vor allem im vergangenen Jahr wollten wir hier unbedingt rein", erzählt Hornig. Gescheitert ist es an den zuerst schwierigen Gesprächen mit dem Eigentümer. Das Gebäude gehört einem Immobilienunternehmen mit Sitz in Luxemburg. Mit den Luxemburgern direkt wird aber nicht kommuniziert. Die Vermittlung übernimmt eine Firma in Leipzig.

"Die Kommunikation im vergangenen Jahr war sehr langwierig", erklärt Hornig. Zum Schluss reichte die Zeit nicht mehr, die Gespräche weiterzuführen. In diesem Jahr klappte es aber reibungslos: "Wir haben bereits im Frühjahr angefragt und hatten schnell eine Zusage."

Acht Räume stehen den Machern zur Verfügung, von denen sie sieben nutzen wollen. Manche Zimmer haben einen außergewöhnlichen Stil und verfügen über ausladende Glasfronten oder fest eingebaute Spiegelwände. "Die Räume sind beeindruckend. Schade, dass so etwas schon so lange leer steht", sagt Hornig.

Warum so eine Immobilie in bester Lage so lange ungenutzt bleibt, das kann sich auch die Leipziger Verwaltungsfirma "Paul Immobilien" nicht erklären. "Seit zehn Jahren gab es keine Nachfrage für einen langfristigen Vertrag." Dass das vielleicht am monatlichen Mietpreis von 1491 Euro liegt, glaubt die Firma nicht. Der Preis sei für die Größe und die Lage angemessen. Vielleicht sei der Leerstand für ein normales Büro auch zu groß. So habe es bereits Überlegungen gegeben, die Räume aufzuteilen.

Von 20. Oktober an wird in diesen Leerstand zumindest kurzfristi g wieder Leben einziehen. Dann soll die "Weiße Wand" ihre Pforten öffnen, für zehn Tage, bis 28. Oktober, offen. "Eintritt werden wir weiterhin keinen verlangen", verspricht Iwansky. Die Freunde arbeiten hier ehrenamtlich. Die "Weiße Wand" finanziert sich nur vom Getränkeverkauf.

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Alina Juravel

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2018
19:16 Uhr

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Alina Juravel

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