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Hofer Kameramann trifft ins Schwarze

Wie prägend das Festival für Einheimische sein kann, beweist Michael Throne. Als Teenager entdeckte er hier das Nischenkino für sich - und seinen Berufswunsch. Nun sitzt er als Experte bei einem Panel-Gespräch.



Steht gerne hinter der Kamera: Michael Throne aus Hof. Foto: privat
Steht gerne hinter der Kamera: Michael Throne aus Hof. Foto: privat  

Hof - Der Entschluss stand schnell fest. Nachdem er als 14-Jähriger zum ersten Mal - mit seinem Onkel als Begleitung - die Hofer Filmtage besuchte, wollte Michael Throne in die Filmbranche einsteigen. So sehr hat den jungen Hofer damals das Film-Festival begeistert. "Bis dahin habe ich im Kino nur Blockbuster wie ‚James Bond‘ geschaut. Filme abseits des Mainstreams waren mir völlig fremd", erzählt der heute 32-Jährige. Umso beeindruckter war er, als er bei den Hofer Filmtagen all die Lowbudget-Produktionen, Arthouse-Filme und Dokumentationen entdeckte. "Mir war sofort klar, dass ich auch Filme machen möchte", erinnert er sich.

Gut zu wissen

Das Panel-Gespräch "Filme produzieren in Oberfranken" findet am Mittwoch, ab 14.30 Uhr, in der Film-Lounge "Weiße Wand" in der Marienstraße 5 in Hof statt. Der Eintritt ist frei. Der Dokumentarfilm "Das perfekte Schwarz" feiert Premiere am Donnerstag um 21.45 Uhr im Central-Kino.

 

Diesen Wunsch hat er auch umgesetzt. Seit fast zehn Jahren arbeitet Michael Throne inzwischen als Kameramann. Am Donnerstag - fast 20 Jahre nach seinem ersten Festival-Besuch - wird er wieder in einem Kinosaal in Hof sitzen. Doch diesmal wird auf der Leinwand nicht irgendein Film gezeigt, sondern sein eigener. Zusammen mit seinem Freund Tom Fröhlich präsentiert Kameramann Throne bei den Filmtagen den Dokumentarfilm "Das perfekte Schwarz". Darin offenbaren sechs Menschen ihre eigene Interpretation vom perfekten Schwarz und ihre Suche danach. Fast sechs Jahre haben die beiden Freunde am Dokumentarfilm gearbeitet - von der Idee bis zur fertigen Umsetzung. Damit geht "Das perfekte Schwarz" ins Rennen um den mit 7500 Euro dotierten Granit-Preis der Hofer Hermann-und-Bertl-Müller-Stiftung für den besten abendfüllenden Dokumentarfilm aus deutscher Produktion.

 

Einen Tag vor der Premiere tritt der Hofer als Gastredner beim Panel-Gespräch "Produzieren in Oberfranken, geht das?" in der "Weißen Wand" auf. Denn auch wenn die Hofer Filmtage deutschlandweit als renommiertes Filmfestival gelten, ist die Gegend um Hof und Umgebung nicht gerade für ihre pulsierende Film-Szene bekannt. Und das obwohl in den vergangenen Jahren hier mehrere namhafte Produktionen gedreht wurden, wie zum Beispiel "Arthurs Gesetz", "Ballon" oder "Resistance".

Woran liegt es? "Zum einen bestimmt daran, dass es schwer ist, in der Gegend geeignete Leute zu finden", vermutet der Kameramann. Weil es hier keine Filmhochschulen gibt, würden viele junge Menschen, die an Film und Fernsehen interessiert sind, erst mal in eine Gegend ziehen, wo es ein größeres Netzwerk in der Branche gibt. Auch Throne ging für seine Ausbildung nach Leipzig, später nach Darmstadt und Ludwigsburg. Auch die Arbeitsbedingungen in der Region seien manchmal schwieriger als in Filmzentren, sagt der 32-Jährige: "Es fängt schon damit an, dass es in der Gegend sehr schwer ist, einen geeigneten Technikverleih zu finden."

Trotz der Hürden spricht aus seiner Sicht vieles für die Filmproduktion in Oberfranken. "Die Region bietet viele unverbrauchte Motive", betont der Kameramann. Im Gegensatz zu München oder Berlin sei Oberfranken noch nicht "tot gedreht". Ob verwunschene Burgruinen und Schlösser, Industriebrachen oder der wildromantische Frankenwald - in der Region gibt es laut Throne viele architektonische und landschaftliche Besonderheiten, die sich als Kulissen anböten. Auch die Produktionskosten seien deutlich niedriger als in Berlin oder München. Mehr will Throne am Mittwoch in der Filmlounge "Weiße Wand" erläutern.

Autor
Alina Juravel

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Veröffentlicht am:
22. 10. 2019
00:00 Uhr

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Alina Juravel

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22. 10. 2019
00:00 Uhr



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