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Filmpreis für einen Charakterkopf

Hofer Filmtage: Schauspieler Max Riemelt hat den diesjährigen Filmpreis der Stadt Hof erhalten.



Max Riemelt mit der Trophäe aus alten Filmtagekatalogen: Am gestrigen Donnerstagabend hat der 35-jährige Schauspieler den Filmpreis der Stadt Hof erhalten.
Max Riemelt mit der Trophäe aus alten Filmtagekatalogen: Am gestrigen Donnerstagabend hat der 35-jährige Schauspieler den Filmpreis der Stadt Hof erhalten.   Foto: Frank Wunderatsch

Hof - Max Riemelt kann sich noch erinnern, als er vor 15 Jahren in den Hofer Kinos im Rampenlicht stand. Damals, bei den 38. Hofer Filmtagen, spielte er eine Hauptrolle im Eröffnungsfilm "Napola - eine Elite für den Führer" von Regisseur Dennis Gansel. "Damals hatte ich noch keine richtigen Ziele in schauspielerischer Hinsicht", sagt Max Riemelt. Doch es gab Wegbegleiter, die das junge Talent in die richtige Richtung schubsten. Und so ist aus dem damaligen Shootingstar ein mehrfach preisgekrönter Charakterdarsteller geworden. Am gestrigen Donnerstagabend im Festsaal der Hofer Freiheitshalle hat Max Riemelt eine weitere Auszeichnung erhalten: den 34. Filmpreis der Stadt Hof.

Mehr Geld aus München

In München betont man immer wieder, wie wichtig das Hofer Filmfestival für die bayerische Kulturlandschaft ist. In Vertretung von Landtagspräsidentin Ilse Aigner kam Vizepräsident Thomas Gehring zur Preisverleihung. "Hof ist mit seinem Festival immer auf der Höhe der Zeit", sagte Gehring. "Hier laufen Filme, die den Zeitgeist einfangen, die zeitkritisch sind, Filme, für die die Zeit reif ist." Gehring, der aus dem Allgäu stammt, weiß um die Herausforderungen abseits der Metropolen: "Es gibt Kultur in der Provinz", betonte er: "Entscheidend ist nur, dass es jemand macht." Dafür braucht es auch finanzielle Unterstützung. Wie die Pressestelle des bayerischen Landtags auf Nachfrage mitteilte, wurde die staatliche Förderung der Hofer Filmtage von bislang 170 000 auf jetzt 250 000 Euro angehoben. Im Anschluss an die Preisverleihung lud der bayerische Landtag wieder zum Empfang ein.

Die Laudatio hielt der Hofer Preisträger von 2018 - Autor und Produzent Alfred Holighaus, bis 2019 Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft und vor drei Jahren mit Linda Söffker und dem heutigen Festival-Chef Thorsten Schaumann im Kuratorium der 50. Hofer Filmtage. Holighaus kennt Max Riemelt schon seit zwei Jahrzehnten. Er erinnert sich, als er sich als Verleiher für den 1999 entstandenen Film "Der Bär ist los" der mittlerweile verstorbenen Regisseurin Dana Vávrová interessierte. Schon damals ist ihm der 15-jährige Max Riemelt aufgefallen. Jetzt - ungezählte Kinofilme und Fernsehproduktionen später - attestiert der Laudator dem Preisträger eine außergewöhnliche Freundlichkeit, eine besondere Intelligenz, mit der er seine Figuren ausstattet, Körperlichkeit sowie eine ganz authentische Bescheidenheit. "Er nimmt ernst, was er tut", betont Holighaus. Und: "Max Riemelt kann einen auf Trab halten."

Die Auszeichnung überreichte Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. Zuvor in seiner Eröffnungsrede erinnerte das Stadtoberhaupt an den von Wim Wenders geprägten Slogan "Home of Films", Hof als Heimat der Filme. Wie Fichtner vor dem Hintergrund des wieder stärker werdenden Antisemitismus betonte, stehen die Hofer Filmtage für Verständnis und Toleranz, für Freiheit, demokratische Werte und für Menschlichkeit. Das Kino ist für Fichtner in solchen Zeiten auch "Mittel zur Bildung". "Nicht nur im Sinne von lehrreich", sagte er, "auch zur Menschenbildung und kulturellen Bildung." Er lobte das Engagement von Thorsten Schaumann, der immer wieder mit ausgewählten Filmtage-Filmen Hofer Schulen besucht und Regisseure zum Dialog mit den Jugendlichen einlädt. Fichtner erinnerte auch an die 50. Hofer Filmtage, die ersten, die ohne ihren Gründer Heinz Badewitz stattfinden mussten. Und die auch stattfanden: "Das hat gezeigt, wie robust diese Filmtage sind und wie unverzichtbar."

Auch an Max Riemelt kommt man nicht vorbei. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem er nicht mindestens bei einem Projekt vor der Kamera steht. Und trotz mehr als 20 Jahren Schauspielerfahrung ist er immer noch aufgeregt, wenn ein neues Projekt mit ihm zum ersten Mal über die Leinwand flimmert. So ist er aktuell, wie er erzählt, ganz gespannt auf die Reaktionen zum Film "Kopfplatzen" von Savas Ceviz, der dieses Jahr auf den Filmtagen läuft.

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Max Riemelt

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24.10.2019 - Preisverleihungen Hofer Filmpreis/Neues Deutsches Kino - Foto: Frank Wunderatsch

Preisverleihungen Hofer Filmpreis/Neues Deutsches Kino
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Max Riemelt kam 1984 in Ost-Berlin zur Welt. Berlin ist bis heute sein Zuhause. Eine Schauspielschule hat er nicht besucht, er steht schon seit der Teenagerzeit vor der Kamera. Einer seiner ersten Förderer war Regisseur Dennis Gansel, der den jungen Schauspieler 2004 auch für die Hauptrolle in "Napola - Elite für den Führer" besetzte. Dafür erhielt Riemelt 2005 die Auszeichnung "Bester Darsteller" beim Filmfestival in Karlsbad. Auch Dominik Graf gehört zu seinen Förderern - mit ihm arbeitete Riemelt für die Fernsehkrimiserie "Im Angesicht des Verbrechens" sowie für das Liebesdrama "Der Rote Kakadu" zusammen.

Längst ist Riemelt auch im Ausland gefragt. So drehte er die Netflix-Serie "Sense 8" mit Tom Tykwer und mit den Wachowskis, die durch die "Matrix"-Trilogie bekannt wurden. Riemelt spielte 2015 zudem in "Amnesia" von Barbet Schroeder, der Film war voriges Jahr in der Retrospektive der Filmtage zu sehen.

Riemelt ist bereits mehrfach preisgekrönt - er erhielt etwa den Bayerischen Filmpreis ( 2006), den Deutschen Fernsehpreis (2010) im Team mit den Darstellern der Krimiserie "Im Angesicht des Verbrechens" sowie den Grimme-Preis (2011).

Nun reiht er sich auch in die illustre Hofer Preisträgerliste ein, auf der Namen stehen wie Doris Dörrie (1986), Wim Wenders (1992), Werner Herzog (1993), Tom Tykwer (1998), Dominik Graf (2003), Caroline Link (2010), Aylin Tezel (2016) und Alfred Holighaus (2018). Seit dem Jahr 1986 würdigt die Stadt Hof mit ihrem undotierten Preis Filmschaffende, die sich um den deutschen Film verdient gemacht haben und die den Hofer Filmtagen verbunden sind. Der Preis hat seit drei Jahren eine neue Optik und ist nicht mehr aus Porzellan, sondern aus alten Filmtage-Katalogen gefertigt. Die Preisverleihung wurde jazzig umrahmt von Slawek Dudar am Saxophon und Robert Jarmuzek am Piano.

Der Förderpreis Neues Deutsches Kino geht in diesem Jahr an "Coup" >>>

Autor

Andrea Hofmann
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 10. 2019
19:30 Uhr

Aktualisiert am:
24. 10. 2019
23:05 Uhr

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Autor

Andrea Hofmann

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 10. 2019
19:30 Uhr

Aktualisiert am:
24. 10. 2019
23:05 Uhr



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